Zum ersten Mal Moos Meadow Festival: Bei den Headlinern war es voll | FLZ.de

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Veröffentlicht am 30.06.2024 19:30

Zum ersten Mal Moos Meadow Festival: Bei den Headlinern war es voll

Die Ghost Kids beim Moos Meadow Festival in Feuchtwangen. (Foto: Wolfgang Hauf)
Die Ghost Kids beim Moos Meadow Festival in Feuchtwangen. (Foto: Wolfgang Hauf)
Die Ghost Kids beim Moos Meadow Festival in Feuchtwangen. (Foto: Wolfgang Hauf)

Wer darauf gewettet hatte, dass Feuchtwangen am Wochenende von schwarz gekleideten Heavy-Metal-Fans überschwemmt werden würde, blieb auf seinem Einsatz wohl sitzen: Zwar waren laut Veranstalter gut 2000 Tickets für das erste Moss Meadow Festival verkauft worden, doch die Menschenmenge blieb überschaubar.

Bei den Headlinern allerdings war der Platz vor der Hauptbühne gut gefüllt. Das erste Moos Meadow Festival startete in Anlehnung an seine großen Geschwister in Wacken und Summer Breeze bei Dinkelsbühl mit Lokalkolorit: Unter Applaus der Zuschauer gab der Spielmannszug ein 30-minütiges Standkonzert, das auch einige angereiste Rockfans begeistert begleiteten. Den Markgräflichen Jägern selbst gefiel das Ganze laut Peter Stübe sehr gut. Die Idee zu ihrem Auftritt stammte von den Veranstaltern selbst.

Auf dem Gelände, das vorwiegend von einheimischem Publikum besetzt war, herrschte ausgelassene Biergartenstimmung. Das Areal füllte sich im Lauf des Freitagabends immer mehr, ganz voll wurde es aber nicht. Die Stimmung war friedlich, die Menschen freuten sich offensichtlich, dass mal etwas Außergewöhnliches in Feuchtwangen passierte.

DJs heizten mit Rock und Techno ein

Nach dem Spielmannszug heizten die DJs Pete Pablo & Nacchu Picchu den Zuhörern mit einem Mix aus alten und neuen Rocksongs ein, der durchwegs gut ankam. Später überwogen dann Techno-Elemente.

Der Samstag stand ganz Zeichen von Deathcore und Death Metal. Zuerst zeigten sich vier Bewerbungsbands dem Publikum, die ihren Bekanntheitsgrad steigern wollen: Facing Fears, ACCVSED, Decreate und Alqemiste überzeugten mit ihrer teilweise sehr harten Spielweise. Man hörte ihnen deutlich an, dass sie sich mit dieser Art des Metal zu 100 Prozent identifizieren.

Headliner sorgten für tolle Stimmung

Der weitere Nachmittag und vor allem der Abend gehörte dann den Bands Half Me, The Disaster Area, Slope, Set Your Sails, From Fall to Spring, Ghostkid, Deez Nuts, Any Given Day, The Butchers Sisters und Venues auf der Hauptbühne. Vor allem die Headliner Ghostkid, Deez Nuts aus Australien und Any Given Day, die schon vom Summer Breeze und vom Wacken-Festival bekannt sind, sorgten für tolle Stimmung – nicht nur durch ihre perfekt dargebotene Musik, sondern auch durch rasante Shows und gekonnt eingesetzte Pyrotechnik.

Wer dazwischen die Fußball-EM mit dem Spiel der Deutschen gegen die Dänen verfolgen wollte, musste das Gelände nicht verlassen: An einem großen Bildschirm im Biergarten konnten alle Interessierten die Viertelfinals verfolgen – und nicht wenige nutzten auch dieses Angebot.

Programm am Sonntag wurde kaum angenommen

Der Sonntag sollte für Familien die Gelegenheit bieten, einen entspannten Nachmittag mit Musik für Kinder zu verbringen. Die Resonanz hielt sich aber sehr in Grenzen, das durchaus unterhaltsame Programm wurde kaum angenommen. Eigentlich schade, denn die Veranstalter Timo Petrasch und Benedikt Ambrosius hatten sich bemüht, an diesem Nachmittag gerade dieser Zielgruppe mit Kizz Rock und Mellow Mark ein attraktives Angebot zu unterbreiten.

Der Rest des Sonntags gehörte bis 23.30 Uhr der Reggae-Band Unlimited Culture, DJ DBBOU mit bayrischen Texten, OIMARA mit traditionellem, bayerisch gesungenen Rock, ALC & Band, Thunderkant, Reflecting Mind, den Zwangsversteigerten Doppelhaushälften und den Lokalmatadoren von Pottinger. Außerdem gab es zu vorgerückter Stunde eine Feuershow. Somit hatten die Veranstalter ein Programm auf die Beine gestellt, dessen Hauptzielgruppe zwar die Heavy-Metal-Fans waren, das aber vor allem am Sonntag ungemein breit gefächert war und für viele Geschmäcker etwas bot.

Ursprünglich nicht so groß geplant gewesen

Die Idee zu dem Festival war durch ein Interfest entstanden, das Petrasch und Ambrosius 2023 organisiert hatten und bei dem die Kontakte zu Bands und Gruppen geknüpft werden konnten. Wie es hieß, war das Moos Meadow Festival ursprünglich – schon wegen des finanziellen Risikos – nicht so groß geplant gewesen. Aber irgendwie wurde ein Selbstläufer daraus.

Die Mehrzahl der Tickets war überregional verkauft worden: nach Hamburg, Berlin, Augsburg, Stuttgart und München bis nach Österreich. Das Gros der Metal-Fans interessierte sich dabei hauptsächlich für den Samstag. Die weite Anreise am Freitag nutzten daher viele zum Einstimmen auf dem am Umspannwerk ausgewiesenen Campingareal. Indes war der Sonntag für die meisten zweitrangig. Das großzügig bereitgestellte Gelände war aber zu keinem Zeitpunkt voll belegt, jeder konnte einen guten Platz ergattern.

Unterstützung durch Sponsoren und Stadt

Gelingen konnte das Festival dank der Unterstützung von Sponsoren, der Stadt Feuchtwangen mit Veranstaltungsmanager Wolfgang Guttropf und einem ausgeklügelten Werbeauftritt mit Gewinnspielen in den sozialen Medien. Ob und wie die Kreuzgangspiele durch das Festival beeinträchtigt worden sind, sei im Nachgang noch zu klären, hieß es. Laut Veranstalter sollte es nur bei äußerst ungünstigen Windverhältnissen negative Auswirkungen geben.

Fazit: Das erste Moos Meadow Festival war gut organisiert und verlief bis auf wenige Ausnahmen friedlich. Von der Resonanz her bietet es aber noch Luft nach oben. Auch wenn viele mit dieser Musik nichts anfangen können, so bringt so ein Event doch Leben und neue Gäste in die Stadt. Auch den Anwohnern versuchte man gerecht zu werden, bei der Lautstärke sind da aber Grenzen gesetzt.

Wir waren mit der Kamera dabei: Unsere Bildergalerie zum Moos Meadow Festival.


Von Wolfgang Hauf
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