Zeigt sich das Schloss Trautskirchen bald in neuem Gewand? | FLZ.de

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Veröffentlicht am 31.01.2024 16:05

Zeigt sich das Schloss Trautskirchen bald in neuem Gewand?

Die Mauer des Trautskirchener Schlosses ist seit längerem instabil und litt besonders unter den Regenmassen im Juli 2021. Nun soll sie saniert werden. (Foto: Yvonne Neckermann)
Die Mauer des Trautskirchener Schlosses ist seit längerem instabil und litt besonders unter den Regenmassen im Juli 2021. Nun soll sie saniert werden. (Foto: Yvonne Neckermann)
Die Mauer des Trautskirchener Schlosses ist seit längerem instabil und litt besonders unter den Regenmassen im Juli 2021. Nun soll sie saniert werden. (Foto: Yvonne Neckermann)

Am Trautskirchener Schloss und an der Schlossmauer stehen Verbesserungs- und Sanierungsmaßnahmen an. Das plant die „Callens von Seckendorff Stiftung & Co. KG“. Da das über 300 Jahre alte Gebäude unter Denkmalschutz steht, sind bei Vorhaben dieser Art stets das Landratsamt in Neustadt und die Gemeinde involviert.

Wie Joris Callens, einer der Gesellschafter und Schlossbewohner, dem Gemeinderat erläuterte, sind die Dämmung der obersten Geschossdecke im Nordflügel und die Innendämmung der dortigen Mansarde geplant. Außerdem sollen Teile der Schlossmauer wiederhergestellt werden, die bei den Unwettern vor zweieinhalb Jahren beschädigt wurden.

„Die Schlossmauer war sowieso bereits beeinträchtigt, und während der starken Regenfälle im Juli 2021 ist dann ein Mauerstück links der Toreinfahrt herausgebrochen“, erklärte Callens. „Die Untere Denkmalschutzbehörde im Landratsamt hat uns in der Folge darauf hingewiesen, dass es Fördermittel aus einem speziellen Hochwasserfonds für Schäden an denkmalgeschützten Gebäuden gibt, von dem wir profitieren könnten.“ Die Kosten der Sanierung betragen voraussichtlich 120.000 Euro, davon übernimmt der Freistaat Bayern 103.000 Euro. Die Gemeinde muss nichts beisteuern.

Schloss Trautskirchen steht auf Burgruinen

Für die Dämmung zur Verbesserung der Energiebilanz des Nordflügels, in dem Callens mit seiner Familie lebt, wird außerdem eine Förderung beantragt.

Das gemeindliche Einvernehmen als Voraussetzung dafür, dass beide Vorhaben genehmigt werden und die Fördersumme ausgezahlt werden kann, wurde daraufhin einstimmig erteilt. Gemeinderätin Julia Callens (Freie Wähler) als Ehefrau des Antragstellers und Schlossbewohnerin nahm aus Gründen der Befangenheit nicht an der Abstimmung teil.

Das Schloss Trautskirchen wurde 1708 von Ernst Ludwig von Seckendorff zu repräsentativen Zwecken auf den Ruinen einer alten Burg errichtet. Seine Nachfahrin Isabelle von Seckendorff und ihr Mann Filips Callens hatten es 2011 an ihre fünf Kinder in Form der genannten Stiftung übergeben, die das Ziel verfolgt, das Gebäude zu erhalten.

Alle Einnahmen fließen in Gebäudeunterhalt

Dies ist kein leichtes Unterfangen. Alle Einnahmen, die durch die zum Schloss gehörende Land- und Forstwirtschaft sowie durch Vermietung erwirtschaftet werden, fließen nach Angaben von Joris Callens vollständig in den Gebäudeunterhalt. Aktuell leben zehn Parteien in dem historischen Gebäude.

Regelmäßig sind außerdem größere Investitionen nötig. Mittelfristig soll die Komplettsanierung der Schlossmauer erfolgen. Der Bereich an der Tordurchfahrt gilt bereits seit längerem als instabil und wird daher seit zirka zehn Jahren mit Holzbalken von außen abgestützt. „Das Konzept für die Erneuerung der gesamten Mauer steht seit acht Jahren. Die Kosten werden allerdings auf zwei Millionen Euro geschätzt“, informierte Callens. Das könne man privat nicht leisten und habe daher mit Unterstützung des Landesamts für Denkmalpflege in München Fördermittel beantragt. Der Bescheid stehe jedoch noch aus. Mithilfe des Hochwasserfonds solle nun zunächst die am dringendsten nötige Maßnahme in Angriff genommen werden.


Von Yvonne Neckermann
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