Wolfsangriff: Polizei ermittelt gegen Wildpark-Mitarbeiterin | FLZ.de

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Veröffentlicht am 29.10.2026 04:03, aktualisiert am 29.10.2026 15:35

Wolfsangriff: Polizei ermittelt gegen Wildpark-Mitarbeiterin

Der Wildpark bleibt nach dem Wolfsangriff auf ein achtjähriges Mädchen vorerst geschlossen.  (Foto: Carsten Koall/dpa)
Der Wildpark bleibt nach dem Wolfsangriff auf ein achtjähriges Mädchen vorerst geschlossen. (Foto: Carsten Koall/dpa)
Der Wildpark bleibt nach dem Wolfsangriff auf ein achtjähriges Mädchen vorerst geschlossen. (Foto: Carsten Koall/dpa)

Nach dem Angriff eines Wolfs auf ein achtjähriges Mädchen in einem Wildpark im brandenburgischen Baruth/Mark ermittelt die Polizei wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung. Die Ermittlungen richteten sich gegen eine Mitarbeiterin, die mit den Kindern im Gehege gewesen sei, sagte eine Polizeisprecherin.

Der Landkreis kündigte eine Aufarbeitung des Angriffs und eine Kontrolle des Wildparks südlich von Berlin an. Auch Sicherheitsvorkehrungen dürften in den Fokus rücken.

Ein Wolf hatte am Mittwochmorgen das Mädchen schwer verletzt. Das Kind kam per Rettungshubschrauber in eine Berliner Klinik. Angriffe von Wölfen sind in Deutschland äußerst selten.

Angriff bei gebuchtem Programm

Für mehrere Kinder sei vor der regulären Öffnung des Wildparks ein „Tierpflegertag für Kinder“ vorgesehen gewesen, teilte der Landkreis Teltow-Fläming mit.

„Während der Tränkung der Tiere im Wildgehege griffen die dort gehaltenen Wölfe ein Mädchen an und verletzten es schwer“, so der Landkreis. Es soll sich um eine Polarwolf-Anlage handeln. Das Eingreifen der Tierpflegerin habe weiteres Leid verhindert. Zwei weitere Kinder wurden nicht verletzt.

Wie sieht der Schutz für Besucher aus?

Unklar blieb, wie nah Kinder Wölfen bei dem „Tierpflegertag“ normalerweise kommen dürfen und welche Schutzbarrieren es gibt. Im Wolfcenter Dörverden in Niedersachsen dürfen Besucher Wölfen nur hinter einem 3,5 Meter hohen Zaun näher kommen, wie Betreiber Frank Faß sagte.

Der Landkreis teilte mit, die Betriebsgenehmigung für den Wildpark enthalte Anforderungen an die Sicherheit der Tierhaltungsanlagen. Die Gehege von Raubtieren und Wisenten müssten täglich auf Schwachstellen überprüft werden.

2016 waren zwei Löwen im Wildpark aus ihrem Gehege ausgebüxt. Sie wurden von einem zweiten Sicherheitszaun und einer Tierärztin mit Betäubungsgewehr gestoppt.

Polizei ermittelt zum Ablauf

Die Polizeidirektion wollte einen Tag nach dem Angriff keine weiteren Angaben zum Ablauf machen. Die Achtjährige habe sich mit zwei anderen Kindern und der Mitarbeiterin in einem Gehege befunden. „Dort wurde sie von mindestens einem Wolf angegriffen“. Wie der Vorfall abgelaufen sei, sei Teil der Ermittlungen. Auch Zeugen wurden befragt.

Wolfcenter: Nähe nur hinter einem Zaun

Der Wolfsangriff löste auch beim Wolfcenter Dörverden große Anteilnahme aus. Betreiber Faß schilderte die Sicherheitsvorkehrungen. Besucher dürfen nicht ins eigentliche Wolfsgehege hinein. Sie können sich zwei mit der Hand aufgezogenen Wölfen nur aus einer gesicherten Schleuse nähern.

Besucher sollten dabei „reizarme“ Kleidung tragen und Schmuck ablegen, erklärte Faß. Auch auffällige Accessoires könnten Tiere neugierig machen. Ein Wolf habe einmal versucht, die bauschige Jacke eines Kindes ins Gehege zu ziehen.

Welche Angriffe gab es bereits?

2007 hatte ein Wolf im Zoo Hannover eine Tierpflegerin angegriffen und schwer verletzt. Eines der Tiere habe durch den Zaun das Hosenbein der Frau geschnappt. Als sie sich am Zaun abstützte, biss einer der Wölfe zu. In diesem Frühjahr hatte sich in Hamburg ein frei lebender Wolf in eine Einkaufspassage verirrt und eine Frau verletzt.

Frei lebende Wölfe meiden nach Expertensicht die Nähe zum Menschen. Dennoch tauchen sie mitunter in dicht besiedelten Gebieten auf. Faß riet, bei einer Begegnung mit einem Wolf keinesfalls wegzurennen.

In Brandenburg leben im bundesweiten Vergleich besonders viele Wolfsrudel. Der Umgang mit den Tieren sorgt für Streit, weil Wölfe immer wieder Schafe und Ziegen reißen. Ihr strenger Schutzstatus wurde zuletzt gelockert. Ein Abschuss soll leichter möglich sein, vor allem wenn Tiere Schutzzäune überwinden und Nutztiere töten.

© dpa-infocom, dpa:261029-930-909579/3


Von dpa
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