Wiesn-Safe-Space für Frauen: Mehr Fälle von Gewalt | FLZ.de

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Veröffentlicht am 28.09.2026 13:50

Wiesn-Safe-Space für Frauen: Mehr Fälle von Gewalt

Am Safe Space finden Mädchen und Frauen Rat. (Archivbild) (Foto: Leonie Asendorpf/dpa)
Am Safe Space finden Mädchen und Frauen Rat. (Archivbild) (Foto: Leonie Asendorpf/dpa)
Am Safe Space finden Mädchen und Frauen Rat. (Archivbild) (Foto: Leonie Asendorpf/dpa)

Bei der Aktion „Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen“ haben sich in der ersten Wiesn-Woche 185 Hilfesuchende an den Safe Space gewandt. Das waren etwas weniger Fälle als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres (197). Zugleich verzeichneten die Organisatorinnen einen deutlichen Anstieg bei den Fällen von Gewalt: In 19 Fällen suchten Wiesn-Besucherinnen Hilfe, nachdem sie auf dem Festgelände sexualisierte oder körperliche Gewalt erfahren hatten. Im Vorjahr waren es zum gleichen Zeitpunkt 12 Fälle.

Besorgnis über mehr Gewalt 

Diesen Anstieg beobachte das Team der „Sicheren Wiesn“ mit Besorgnis. Besonders die Fälle körperlicher Gewalt seien teils sehr massiv gewesen, erläuterten die Organisatorinnen, ohne Details zu nennen. 

Die Polizei hatte zuvor von 32 angezeigten Sexualdelikten in der ersten Wiesn-Woche berichtet, die Zahl lag auf dem Niveau der Vorjahre. 

Das Thema Upskirting, also Filmen unter den Rock, wurde im Vorfeld der Wiesn einmal mehr prominent diskutiert. Am Safe Space wurden aber keine Fälle bekannt. „Wir gehen davon aus, dass die meisten Frauen diese Straftaten oft in dem Moment nicht wahrnehmen oder mitbekommen. Die Täter versuchen ja bewusst, ihr Vorgehen zu verheimlichen“, sagte eine Sprecherin. Wenn eine Frau irgendwann ein Video von sich im Internet entdecke, sei das kein Fall mehr für den Safe Space. 

Meist geht es um den Heimweg

Am häufigsten suchten Wiesn-Besucherinnen Unterstützung, um sicher in ihre Unterkunft oder nach Hause zu kommen. Viele hatten Freundinnen und Freunde, Partnerinnen und Partner oder Angehörige verloren, andere fühlten sich allein nicht sicher oder waren nicht ausreichend orientiert. Besonders herausfordernd werde es, wenn eine Frau nicht wisse, in welchem Hotel ihre Gruppe untergebracht sei oder wann der nächste Bus fahre. 

Weitere Themen waren der Verlust des Realitätsbezugs durch Alkoholmissbrauch, der Verdacht auf K.-o.-Tropfen oder konkrete schnelle Hilfe wie die Ausleihe von Wechselkleidung.

Viele junge und ausländische Besucherinnen

38 Prozent der Hilfesuchenden (67 Menschen), stammten aus München oder Umgebung. Aus dem Ausland kamen 37 Prozent (65 Menschen). Die übrigen Besucherinnen stammten aus anderen Teilen Deutschlands. Damit war die Verteilung der Herkunft ähnlich wie im Vorjahr, dasselbe galt bei der Altersstruktur: 74 Prozent der Hilfesuchenden waren jünger als 30 Jahre, 28 von ihnen waren noch minderjährig.

© dpa-infocom, dpa:260928-930-756699/1


Von dpa
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