Westlich von Feuchtwangen enorme Erdmassen bewegt | FLZ.de

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Veröffentlicht am 31.08.2023 15:53

Westlich von Feuchtwangen enorme Erdmassen bewegt

Der Einladung zur Baustellenbesichtigung bei Sommerau, die Bürgermeister Patrick Ruh (Zweiter von rechts) ausgesprochen hatte, folgten einige Stadträte sowie Einwohner des Feuchtwanger Ortsteils. Details zu dem Projekt erläuterte Tiefbauamtsleiter Jörg Körner (Dritter von rechts). (Foto: Peter Zumach)
Der Einladung zur Baustellenbesichtigung bei Sommerau, die Bürgermeister Patrick Ruh (Zweiter von rechts) ausgesprochen hatte, folgten einige Stadträte sowie Einwohner des Feuchtwanger Ortsteils. Details zu dem Projekt erläuterte Tiefbauamtsleiter Jörg Körner (Dritter von rechts). (Foto: Peter Zumach)
Der Einladung zur Baustellenbesichtigung bei Sommerau, die Bürgermeister Patrick Ruh (Zweiter von rechts) ausgesprochen hatte, folgten einige Stadträte sowie Einwohner des Feuchtwanger Ortsteils. Details zu dem Projekt erläuterte Tiefbauamtsleiter Jörg Körner (Dritter von rechts). (Foto: Peter Zumach)

Die Erdarbeiten für den Bau der Fahrbahn um Sommerau haben begonnen. Nach Einschätzung von Feuchtwangens Bürgermeister Patrick Ruh dürfte es sich hier um eine der letzten Umgehungsstraßen handeln, die im Kreis Ansbach noch gebaut werden: Wegen juristischen und bürokratischen Hürden ließen sich solche Projekte inzwischen kaum noch umsetzen.

Der obligatorische Spatenstich für die Ortsumfahrung ist bereits im April erfolgt, als der inzwischen fortgeschrittene Bau einer Brücke über die künftige Straße startete. Jetzt verzichtete die Stadt auf eine Wiederholung dieses symbolischen Akts für die Arbeiten an der Trasse selbst. Gleichwohl nahm Rathauschef Ruh deren Beginn zum Anlass, um nun zu einer Besichtigung der Baustelle einzuladen. Diesem Ruf folgten am Mittwochnachmittag Ratsmitglieder sowie Einwohner von Sommerau.

Bei dem Treffen zeigten sich die Anwesenden durchaus beeindruckt, welch enorme Erdmassen die Bagger ab dem westlichen der beiden Kreisverkehre an der Staatsstraße 1066 in kürzester Zeit schon bewegt haben. Denn wie Tiefbauamtsleiter Jörg Körner erzählte, haben die Arbeiter erst am Montag mit dem Humusabtrag begonnen. Und dann sei wetterbedingt auch gleich ein Arbeitstag ausgefallen.

GPS macht bisherige Markierungen hinfällig

Weiter machte Körner darauf aufmerksam, dass die Trasse nicht mehr – so wie in früheren Zeiten – mit Markierungen abgesteckt worden ist. Als Grund dafür nannte er, dass die Baumaschinen mit GPS-Geräten ausgestattet sind. Diese machten die ehemals aufwendigen Vorarbeiten hinfällig. Denn die Baggerführer erhielten via Satellit exakte Informationen, wo genau die Baugrenzen verlaufen und wie sie den Boden in welchen Höhen profilieren müssen. Ebenso sei einprogrammiert, wie steil Böschungen angelegt werden.

Mit Hilfe dieses Verfahrens werde aktuell auch der Boden dort bearbeitet, wo der nördlich von Sommerau verlaufende Dettenbach unter der künftigen Straße hindurch fließen soll. Für den Durchlass werde ein mehr als 26 Meter langes Stahlprofil mit seitlichen Maßen von 2,90 mal 2,07 Metern vorbereitet und dann in der von den Baggern dafür exakt vorbereiteten Mulde verlegt.

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Für den Anschluss der Umfahrung beim Kreisverkehr sei es wiederum nötig, das Niveau für die Straße dort um drei Meter zu erhöhen. Dies geschehe mit dem Erdaushub, der beim Bau der Brücke angefallen ist. Denn nach Aussage des Tiefbauamtsleiters musste dort fünf Meter tief in den Boden gegraben werden, damit der vertikale Abstand zwischen der Fahrbahn und der Brücke, über die ein Feldweg geführt wird, genügt.

Darüber hinaus legen die Arbeiter zwei Rückhaltebecken an. In diesen wird laut Körner ausschließlich der Niederschlag von der Fahrbahn gesammelt, um zu verhindern, dass Regen – etwa nach Unfällen – Schadstoffe in die Umwelt spült.

Schutzvorrichtung für Fledermäuse

Streckenweise sei entlang der Straße auch ein spezieller Zaun zum Schutz der Fledermäuse notwendig, damit die Flattermänner nicht gegen Fahrzeuge prallen. Dieser Zaun könne aber wieder entfernt werden, sobald das Straßenbegleitgrün die notwendige Höhe erreicht hat.

Die Gesamtlänge der Ortsumgehung gab der Tiefbauamtsleiter mit 1,8 Kilometern an, die Fahrbahn werde acht Meter breit. Der parallel verlaufende Begleitweg für Fußgänger und Radfahrer stehe mit einer Breite von 3,5 Metern im Plan.

Mit Blick auf die Kosten sprach Körner von rund 6,697 Millionen Euro für das gesamte Vorhaben. 4,9 Millionen Euro davon übernehme die Stadt Feuchtwangen, wobei ein Zuschuss in Höhe von voraussichtlich 85 Prozent zu erwarten sei. Die Stadtwerke zahlten einen Anteil von etwas über 180.000 Euro.

Derweil entfielen nicht ganz 1,597 Millionen Euro auf das Staatliche Bauamt, das den Kreisverkehr neu asphaltiert und die Fahrbahn im Bereich des Waldes, am sogenannten Dengert, verbreitert. Wegen einer Baustelle auf der Autobahn geschehe dies allerdings nicht vor Frühjahr 2025, um zusätzliche Verkehrsbehinderungen zu vermeiden.

Als nächstes Ziel nannte der Tiefbauamtsleiter, mit den Arbeiten in diesem Jahr noch möglichst weit bis hin zum Dengert voranzukommen. Wie weit das gelinge, hänge jedoch von der Witterung ab, betonte Körner und kündigte an, dass schon ab Oktober die Wurzlen der Bäume als Voraussetzung für den Radwegbau im Dengert beseitigt werden.

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