Beim Vorentscheid noch unterlegen, jetzt doch beim ESC zu sehen: Wavvyboi wird beim Eurovision Song Contest in Wien die deutschen Jury-Punkte verkünden. Das gab der SWR bekannt, der die Federführung innerhalb der ARD für den ESC innehat. Zugeschaltet wird Wavvyboi demnach in der Nacht von Samstag auf Sonntag auch aus dem SWR-Sendegebiet. „Der Sänger meldet sich von Baden-Baden aus per Live-Schalte“, so der SWR.
Die Nominierung ist eine durchaus überraschende Personalie. Wavvyboi war selbst bei der Endauswahl um den deutschen ESC-Startplatz mit seiner Rock-Hymne „black glitter“ ins Rennen gegangen - und am Ende hauchdünn an Sängerin Sarah Engels gescheitert, die nun in Wien auftreten wird. Bei der Publikumsabstimmung trennten beide nur wenige Prozentpunkte.
„Leute. Ihr dachtet vielleicht, Ihr seht mich dieses Jahr nicht beim Eurovision Song Contest. Aber ihr werdet mich doch sehen. Ich habe nämlich die riesige Ehre, als Spokesperson für Deutschland dabei zu sein“, erklärte Wavvyboi in einer ersten Reaktion. „Keine Ahnung, wie ich dabei cool bleiben soll. Aber ich freue mich einfach riesig. Es bedeutet mir natürlich super viel, meinen Rock ’n’ Roll in die Show nach Wien zu bringen.“ Das ESC-Finale verfolgen rund 170 Millionen TV-Zuschauer.
Wavvyboi, 28 Jahre alt, heißt bürgerlich Simon Vogt-Grande und kommt aus Liechtenstein. Nach Angaben der Plattenfirma Universal ist er non-binär. Als nicht-binär bezeichnet man Menschen, die weder eine männliche noch eine weibliche Geschlechtsidentität haben. Wavvybois Stil erinnert an David Bowie, aber auch an Lady Gaga, die ESC-Gewinnerband Måneskin und die Alternative-Rock-Band Placebo.
Die sogenannte Spokesperson teilt Europa beim ESC mit, wem die deutsche Fachjury wie viele Punkte gibt. In den vergangenen Jahren hatten etwa Sänger Michael Schulte (2025), Moderatorin Ina Müller (2024) und Moderator Elton (2023) diese Rolle inne.
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