Einen wichtigen Schritt zur Teilhabe für Behinderte oder körperlich eingeschränkte Personen hat der Fischereiverein „Wasserrose“ vollzogen. In Herrieden gibt es jetzt einen barrierefreien Angelplatz an der Altmühl.
Die Initiative würdigte der Präsident des Mittelfränkischen Fischereiverbandes, Jörg Zitzmann, bei der Einweihung der Anlage. Bei dem abgesicherten Zugang zu dem Gewässer handle es sich um ein Vorzeigeprojekt, das der Verein, Firmen und alle Beteiligten inklusive der Behörden gemeinsam in vorbildlicher Weise umgesetzt hätten. Die Zuschussmittel, die dafür ausgeschüttet werden, stammen laut Jörg Zitzmann aus der Fischereiabgabe der Vereine.
Vorsitzender Bernd Nitsche vom Fischereiverein zeigte sich bei der offiziellen Übergabe des Angelplatzes erfreut über die vielen Gäste und Interessierten. Dann rief er in einem Rückblick das Zustandekommen dieses Projektes in Erinnerung. Demnach war der frühere Behindertenbeauftragte der Stadt Herrieden, Robert Buckel, Initiator des Vorhabens, mit dessen Planung im Jahr 2019 begonnen worden sei.
Nach dem Eingang des Förderbescheides vom Landesfischereiverband sei dann Mitte September 2023 der Startschuss mit der Rodung des Uferbereichs sowie der Vertiefung und Renaturierung der Altmühl erfolgt. Unterstützung habe es seitens des Wasserwirtschaftsamts Ansbach sowie des städtischen Bauhofs gegeben. Den Zugang zum Angelplatz legte die Firma Birkel Bau an, das Podest fertigte der Metallbaubetrieb Distler mit Sitz in Neunstetten.
Die Gesamtkosten beliefen sich auf 17.000 Euro, zu denen der Landesfischereiverband laut Nitsche eine Förderung in Höhe von 90 Prozent gewährte. Derweil habe die „Aktivstadt an der Altmühl“ einen fünfstelligen Betrag beigesteuert, sagte der Vorsitzende und dankte allen, die zum Gelingen dieses besonderen Angelplatzes beigetragen haben.
Die Glückwünsche der Stadt Herrieden zu diesem gelungenen Projekt überbrachte Bürgermeisterin Dorina Jechnerer. Dazu zitierte sie Janis McDavid: „Nüchtern betrachtet habe ich keine Arme und Beine, ob dadurch eine Behinderung oder ein Problem entsteht, liegt an mir und meinen Gedanken. Und natürlich auch an strukturellen Barrieren“, hatte der Mann, der ohne Arme und Beine lebt, in einem Interview erklärt. Und der Fischereiverein habe gezeigt, wie Menschen mit Barrieren umgehen könnten, betonte das Stadtoberhaupt.
Das Wasser zeige nicht immer so schöne Seiten wie an diesem Tag, meinte Thomas Keller vom Wasserwirtschaftsamt Ansbach. Die Trockenheit und die Wasserqualität beschäftigten auch die Fischer. Bäume sorgten für eine Abkühlung und bewirkten so etwas mit dem Wasserkreislauf. Dem Verein „Wasserrose“ Herrieden sei es bei diesem Gemeinschaftsprojekt gut gelungen, alle Teilnehmer zusammen zu bringen, um diesen barrierefreien Angelplatz anzulegen.