Positives Kane-Signal vor Kompanys 100. Bayern-Spiel | FLZ.de

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Veröffentlicht am 06.04.2026 12:25, aktualisiert am 06.04.2026 12:34

Positives Kane-Signal vor Kompanys 100. Bayern-Spiel

Jetzt gilt's: Vincent Kompany sitzt gegen Real Madrid zum 100. Mal auf der Bayern-Bank. (Archivfoto) (Foto: Jan Woitas/dpa)
Jetzt gilt's: Vincent Kompany sitzt gegen Real Madrid zum 100. Mal auf der Bayern-Bank. (Archivfoto) (Foto: Jan Woitas/dpa)
Jetzt gilt's: Vincent Kompany sitzt gegen Real Madrid zum 100. Mal auf der Bayern-Bank. (Archivfoto) (Foto: Jan Woitas/dpa)

Auf diese ganz großen Fußball-Abende musste Vincent Kompany ein Jahr lang voller Ungeduld warten. Jetzt sind sie da - und auch Torjäger Harry Kane sendet erfreuliche Einsatz-Signale. Einen größeren Gegner als Real Madrid und eine größere Bühne als das Estadio Santiago Bernabéu könnte sich der 39 Jahre alte Kompany für sein 100. Pflichtspiel als Bayern-Trainer wahrlich nicht wünschen. Real gegen Bayern - das ist ein geschichtsträchtiges, ein episches Gigantentreffen in Europa. 

„Das ist der beste Verein in der Geschichte der Champions League. Darum ist das eine schöne Aufgabe“, sagte Kompany zur Viertelfinal-Kraftprobe mit dem Rekordsieger. Und die Bayern fühlen sich bereit. „Mehr positives Gefühl, um nach Madrid zu fahren, geht nicht“, frohlockte Sportvorstand Max Eberl nach dem famosen 3:2-Comebacksieg bei der Bundesliga-Generalprobe in Freiburg. 

Kompany kann nun endlich die bitteren Erinnerungen an das Viertelfinal-Aus gegen Inter Mailand tilgen, das ihn zwölf Monate verfolgte. Vor einem Jahr fehlten ihm „neun verletzte Spieler“, wie er seitdem immer wieder wie ein Mantra erwähnte. „Es geht um Details im Fußball. Und um Qualität - und das heißt, die Topspieler zur Verfügung zu haben“, erklärte der Belgier.

„Natürlich sind wir besser, wenn Harry dabei ist“

Umso wichtiger wäre es, wenn Torjäger Kane schon im Viertelfinal-Hinspiel am Dienstag (21.00 Uhr/Amazon Prime) eine Hauptrolle spielen könnte. „Natürlich sind wir besser, wenn Harry dabei ist“, bestätigte Kompany.

Der Engländer, der sich seit einer Woche mit Problemen am Sprunggelenk herumplagt, sendete immerhin vor dem Charterflug des Bayern-Trosses nach Spanien positive Signale: Er stand beim Abschlusstraining noch in München auf dem Rasen. Lächelnd im Langarmshirt plauschte er zunächst kurz mit Co-Trainer Aaron Danks. Dann absolvierte Kane in den ersten 15 für die Medien öffentlichen Minuten ohne erkennbare Probleme am Fuß lockere Ballübungen und Läufe auf dem Platz.

Das sagt Kimmich über Kanes Einsatzchancen

„Selbst wenn er noch ein bisschen Schmerzen hat, wird er sich auf den Platz schleppen“, glaubt Joshua Kimmich. Kein Kane in Freiburg, das geht. Kein Kane in Madrid, geht das auch gut? Mit zehn Toren ist der Engländer der zweitbeste Königsklassen-Schütze der laufenden Spielzeit; nur Real-Star Kylian Mbappé traf noch häufiger, nämlich 13 Mal.

Womöglich hat der emotionale Sieg in Freiburg, bei dem die Youngster Tom Bischof und Lennart Karl mit ihren Toren das 0:2 noch in ein 3:2 verwandelten, zu Kanes Genesung beigetragen. „Wow, wow, wow. Was für ein Comeback. Was für eine Einstellung“, schwärmte der daheim gebliebene Zuschauer Kane danach in einem selbst aufgenommenen Video. Er liebe dieses Team. 

Der Mentalitäts-Erfolg im Breisgau war womöglich der letzte Push, den Kompanys Gewinner-Kollektiv vor der Kraftprobe mit den Real-Individualisten um Vinícius Júnior und Mbappé noch benötigte. „Wir können jetzt jeden Gegner schlagen“, tönte Offensiv-Juwel Karl. Der 18-Jährige formulierte mit der Unbekümmertheit des Teenagers forscher als alle anderen das Ziel gegen seinen Traumverein: „Einfach gewinnen - und fertig!“

Vinícius Júnior beschwört den Real-Mythos

Wenn das so einfach wäre. Es gibt schließlich diesen königlichen Mythos in der Königsklasse. „Wenn Real Madrid in diesem Wettbewerb spielt, ändert sich alles. Wir sind bereit für mehr, für alles, was kommt“, sagte Stürmerstar Vinícius Júnior. Beim Achtelfinalerfolg gegen Manchester City belegte das Team von Trainer Álvaro Arbeloa, der zu Jahresbeginn Xabi Alonso ablöste, mal wieder diese These. Allerdings fällt Stammtorwart Thibaut Courtois in beiden Partien verletzt aus - das könnte ein Pluspunkt für den FC Bayern sein. 

Auch die Münchner haben viele schmerzliche Real-Erfahrungen gemacht. Seit dem dramatischen Einzug ins noch dramatischer verlorene „Finale dahoam“ 2012 sind sie viermal nacheinander an den Madrilenen gescheitert. Halbfinale 2014, Viertelfinale 2017, Halbfinale 2018, Halbfinale 2024 - immer hieß der Gewinner Real. Darum sagte Kimmich: „Es ist mal an der Zeit!“

Wann sprach mehr für die Bayern als jetzt? Zumal das Rückspiel in einer Woche daheim in der Allianz Arena stattfindet. „Wir brauchen uns aber auch im Bernabéu, gegen ein Stadion, gegen eine Bestie, die genau in diesen Momenten da ist, nicht zu verstecken. Wir wissen, was wir können“, verkündete Eberl. 

„Hoffentlich können wir unsere Stärke zeigen“, sagte Kompany. Die großen Real-Spiele werden weisen, ob der Mann, der 2024 als Notlösung in München loslegte, tatsächlich schon im zweiten Bayern-Jahr zum dritten Triple-Coach nach Jupp Heynckes (2013) und Hansi Flick (2020) aufsteigen könnte. 

Neuers offene Rechnung 

Kompany hat das Bayern-Team zu einer Sieg- und Tor-Maschine geformt, die selbst den Real-Assen Respekt einflößt. „Uns erwarten zwei große Spiele gegen eine Mannschaft, die meiner Meinung nach derzeit die formstärkste in Europa ist“, sagte Topstürmer Mbappé. Der Franzose machte aber einen Zusatz: „Wenn jemand den FC Bayern stoppen kann, dann ist es Real Madrid.“

Kompany verspürt „keine Lust zu entscheiden, wer Favorit ist“. Er freut sich einfach: „Beide Mannschaften haben so viel Qualität. Das muss einfach für den Fußball gut sein.“ Ganz Europa wird zuschauen. Und auch auf Manuel Neuer blicken. Der 40 Jahre alte Kapitän hat noch eine persönliche Rechnung zu begleichen, nachdem er beim letzten Duell mit Real vor zwei Jahren bis zur 88. Minuten überragend hielt - und dann entscheidend patzte.

© dpa-infocom, dpa:260406-930-911200/2


Von dpa
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