Nicht nur besser, sondern auch günstiger: Das ist die Entwicklung, die Balkonkraftwerke in den vergangenen fünf Jahren hingelegt haben, stellt das Vergleichsportal Verivox fest. Denn während die Steckersolargeräte vor rund zwei Jahren nur maximal 600 Watt Einspeiseleistung haben durften, dürfen sie mittlerweile 800 Watt leisten. Noch dazu seien diese leistungsfähigeren Geräte inzwischen um rund ein Drittel günstiger als ihre Vorgänger. Das führt dazu, dass sich die Geräte noch schneller amortisieren können.
2021 kosteten Balkonkraftwerke mit einer Leistung von 600 Watt laut Verivox-Daten zwischen 600 und 1.200 Euro. Mittlerweile liegen die Preise für 800-Watt-Geräte nur noch bei etwa 400 bis 800 Euro. „Dank der Massenproduktion von Mini-Solaranlagen sind deren Anschaffungskosten in den vergangenen Jahren stark gesunken“, sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox.
Unter idealen Bedingungen könne ein solches Kleinstkraftwerk mit 800 Watt Leistung pro Jahr rund 760 kWh Strom erzeugen. Wer davon 60 Prozent selbst verbraucht (456 kWh), kann bei einem durchschnittlichen Strompreis von 32,8 Cent je kWh rund 150 Euro pro Jahr einsparen. So wären die Anschaffungskosten nach etwa drei bis fünf Jahren wieder drin. Läuft die Anlage 20 Jahre lang, beträgt die Ersparnis insgesamt rund 3.000 Euro.
„Balkonkraftwerke können sich häufig auch dann rechnen, wenn die Bedingungen nicht ideal sind – etwa bei ungünstiger Ausrichtung oder wenn ein Teil des erzeugten Stroms nicht selbst genutzt wird“, sagt Thorsten Storck. In solchen Fällen verlängere sich lediglich die Amortisationszeit.
Ausschlaggebend für den Ertrag ist vor allem der Standort der Anlage. Zeigt der Balkon nach Süden, sind die Module leicht geneigt und gibt es keine Verschattung etwa durch umliegende Bäume, kann die höchste Stromausbeute erzielt werden.
Zeigt der Balkon hingegen Richtung Norden und können die Module nur senkrecht angebracht werden, kann der Ertrag bei weniger als einem Drittel des möglichen Maximums liegen. Selbst dann sparen Balkonkraftwerke mit ihrer Stromproduktion innerhalb einer typischen 20-jährigen Lebensdauer aber noch immer mehr Geld ein als sie derzeit kosteten, so Verivox.
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