Urphertshofen: Landwirtschaftlicher Familienbetrieb baut auf die Natur | FLZ.de

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Veröffentlicht am 30.08.2024 08:00

Urphertshofen: Landwirtschaftlicher Familienbetrieb baut auf die Natur

Helga, Hanna, Maria und Günther Enzner (von links) füttern die Schweine mit Klee. Diese haben genügend Auslauf. Für das Abferkeln baut der Landwirt gerade spezielle Häuschen. (Foto: Anita Dlugoß)
Helga, Hanna, Maria und Günther Enzner (von links) füttern die Schweine mit Klee. Diese haben genügend Auslauf. Für das Abferkeln baut der Landwirt gerade spezielle Häuschen. (Foto: Anita Dlugoß)
Helga, Hanna, Maria und Günther Enzner (von links) füttern die Schweine mit Klee. Diese haben genügend Auslauf. Für das Abferkeln baut der Landwirt gerade spezielle Häuschen. (Foto: Anita Dlugoß)

Der Landwirt Günther Enzner aus Urphertshofen bei Obernzenn hat viele verschiedene Tiere. Schweine, Milchkühe, Bullen, Ochsen, Hühner – in allen alle Größen und vielen Arten. Alle leben an der frischen Luft. Am Rande seiner Äcker stehen Obst- und Nussbäume. Die Landschaft auf der Frankenhöhe ist herrlich anzusehen.

Er, seine Frau und die vier Kinder arbeiten alle auf dem Hof, der seit 1884 als Familienbetrieb geführt wird, wie Enzner erzählt. Ansonsten würde es mit der naturnahen Wirtschaft und der Vielfalt nicht funktionieren. Vielfalt deshalb, da sich der Bauer immer wieder etwas Neues einfallen lässt. Und dafür wurde er schon mehrfach ausgezeichnet.

Keine Spezialisierung und hohe Produktion

Dies begann im Jahr 2002, als er den ersten Platz beim Wettbewerb „Mehr Natur in Hof und Flur“ des Bund Naturschutz auf Kreisebene gewonnen hatte. Er verzichtet auf Spezialisierung und hohe Produktionszahlen.

Damals war der Betrieb noch konventionell, 2007 hat sich die Familie dem Biolandverband angeschlossen. Es macht Günther Enzner richtig Spaß zu erzählen, wie er seine Tiere hält. Die Schweine liegen auf Stroh und werden mit Klee gefüttert. Die Ferkel machen es den Mutterschweinen nach.

Vieles weiß Enzner über die Ernährung der Tiere zu berichten. Einige Geburtshäuschen baut er derzeit selbst – mit Fleece und Ferkelnestern, damit ein Tier aus dem Wurf von der Mutter nicht erdrückt wird, wie es manchmal passiert. Holz nutzt der Bauer aus Überzeugung – bereits 1992 in der Hackschnitzelanlage und auch als Baustoff. In seinen 13 Hektar Wald steckt viel Arbeit. Holz sei billiger als Stahl und heimisch.

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19 Hühner und ein Hahn gehören zum Betrieb

19 Hühner und ein Hahn gehören ebenfalls zum Betrieb. Wenn er eine höhere Anzahl halten würde, dann schlage die Bürokratie voll zu: Es bräuchte ein Legeprotokoll, ein Bestandsregister und ein Auslaufjournal. „Dokumentationswahnsinn“ sei dies. „Das macht uns Bauern fertig.“ Nun hält er die 20 Althühner, die die volle Legeleistung nicht mehr haben. „Dann sind es jeden Tag eben nur elf statt 20 Eier, aber das reicht ja auch“, findet er und seine Frau und die zwei Töchter nicken.

Die Rinder befinden sich auf zwei Weiden, die Bullen und Ochsen sind von den Milchkühen und Kälbern getrennt. Letztere bilden eine vielfältige Gruppe: neben Fleckvieh gibt es auch Gelbvieh, Triesdorfer Tiger und eine Schwarzbunte. Auch Ammenkühe befänden sich darunter. Fleisch, Eier, Wurst und Saft vermarkte man ab Hof. Zwölf Jahre war Enzner Bundesdelegierter von Bioland für den Landkreis Neustadt/Aisch Bad Windsheim. In dieser Zeit habe er viel gelernt, auch, „dass sich das Wissen in der Landwirtschaft alle zehn Jahre verdoppelt“. Fünf Höfe in Urphertshofen sind auf der Bio-Schiene und zwei konventionell. Ein Dritter sei der Sache nach „bio“, gehöre aber keinem Verband an.

Verschollenes Kraut wurde gefunden

Einen weiteren Preis bekam Enzners Hof 2022. In Mittelfranken erreichte er beim Ackerwildkrautwettbewerb der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft den zweiten Platz. Unter anderem das „Dreihörnige Labkraut“ wurde gefunden, welches als verschollen galt. Wie Günther Enzner erzählte, hatte damals ein Biologe einige Pflanzen für das Fränkische Freilandmuseum ausgegraben und mitgenommen. 68 Wildkräuterarten wurden damals insgesamt auf seinem Roggenacker gefunden.

Humusaufbau sei wichtig. „Auf unseren Äckern bauen wir Kleegras und Luzerne an, was durch Symbiose Stickstoff fixiert und zum Humusaufbau beiträgt.“ Auch die Getreidearten Dinkel, Weizen, Hafer, Gerste, Triticale, Roggen und Erbsen wachsen ganz ohne synthetische Spritz- und Düngemittel als gesunde Lebensmittel für Mensch und Tier. Zahlreiche Streuobstbäume habe man entlang der Ackerränder gepflanzt. Auch auf Gewässerschutzstreifen lege die Familie Wert. Schließlich bade man selbst im Obernzenner See und wolle Einträge möglichst vermeiden.

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