Ukrainer zu Gast an der Schule Burgbernheim-Marktbergel | FLZ.de

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Veröffentlicht am 30.10.2023 16:41

Ukrainer zu Gast an der Schule Burgbernheim-Marktbergel

In Gesprächen wird sich ausgetauscht. (Foto: Helmut Meixner)
In Gesprächen wird sich ausgetauscht. (Foto: Helmut Meixner)
In Gesprächen wird sich ausgetauscht. (Foto: Helmut Meixner)

Ulyana Mykhailo floh mit ihrer Familie kurz nach Beginn des Krieges aus der Ukraine. Gemeinsam kam man zunächst in Steinach unter, jetzt lebt die Familie in Burgbernheim. Ihr Sohn wurde dort eingeschult und besucht die zweite Klasse. Nun kam Besuch aus der Heimat ins Frankenland.

Die Verbindung in die Ukraine lässt die Familie nicht abreißen. Ganz im Gegenteil: Sie hilft, wo und wie es ihr möglich ist. Als Mitarbeiterin einer staatlichen Agentur, in der sie nebst anderen Veranstaltungen auch Sprachreisen oder Schülerfahrten organisierte, ist Ulyana Mykhailo dazu prädestiniert, eine Fahrt mit Schülerinnen und Schülern aus der Westukraine ins Frankenland zu organisieren.

Von Vorteil ist, dass sich ihre Familie im Laufe der Zeit mit jener von Dominik Ignatzek angefreundet hat. Vor geraumer Zeit packte der Konrektor der Grund- und Mittelschule Burgbernheim-Marktbergel die Gelegenheit beim Schopf, Jugendliche aus der Ukraine ins Frankenland einzuladen. Denn, so sagt Dominik Ignatzek: „In der Regel gastieren Schülergruppen aus dem Ausland zumeist in Gymnasien oder anderen weiterführenden Schulen.“

Hervorragend aufgenommen

Zu Beginn der Herbstferien in der Ukraine machten sich die 19 Jugendlichen, die allesamt das Fach Deutsch in ihrem Stundenplan verzeichnet haben, auf den 1300 Kilometer langen Weg. Nach rund zwei Tagen war das Ziel erreicht – und im Bad Windsheimer Pastorius-Haus wurde ein Quartier für eine Woche „Bildungs- und Erholungsurlaub in Deutschland“ bezogen.

„Wir wurden hervorragend aufgenommen, und es fehlt uns absolut an nichts“, sagt Inna Kondraschowa strahlend. Sie hat als ehemalige Deutschlehrerin nicht nur die Aufgabe der Dolmetscherin übernommen, sondern zudem ihren Enkel mit auf die Reise genommen.

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Ein Dankeschön, das aus vollem Herzen kommt, richtet sie an ihre Gastgeber. „Die haben alles ganz super organisiert, wir fühlen uns sehr freundlich aufgenommen“, bestätigt nicht nur Inna Kondraschowa, sondern auch deren drei Begleiterinnen. In der Schule kamen sich die Siebtklässler von Dominik Ignatzek und ihre Gäste rasch näher. Doch auch jenseits des Unterricht ist das Programm randvoll. An einem Tag erkundeten sie Burgbernheim, unternahmen eine Führung durchs Fränkische Freilandmuseum in Bad Windsheim und fuhren zu guter Letzt ins Aquella nach Ansbach.

Tags darauf stand bei einem Besuch der Mittelschule in Bad Windsheim eine Aufführung des dort gastierenden „Weimarer Kulturexpress“ an. Auf der Theaterbühne präsentierten Julia Stiegler und Jana Herrmann das Stück „Drogen – von Gras zu Crystal“. Für die Austauschschüler aus Lemberg sicherlich eine sprachliche Herausforderung, die, dank einer mitreißenden und authentischen schauspielerischen Leistung, aber alle Zuschauer in ihren Bann zog.

Ausflug nach Nürnberg

„Wir wollen miteinander kommunizieren“, stand tags darauf auf dem Stundenplan. An diversen, auf die Klassenzimmer verteilten Stationen führten die Kinder Dialoge und knüpften Verbindungen. Weitere Stationen des Aufenthalts: Rothenburg mit einem Abstecher auf die Stadtmauer sowie ins Weihnachtsdorf.

Zum Abschluss stand dann mit Dr. Benedikt Ignatzek, dem Vater des Konrektors, ein Rundgang durch Nürnberg an. Neben anderen Sehenswürdigkeiten ging es auf die Burg, ins Lochgefängnis sowie ins Dürerhaus. Nach vier Tagen, an denen so manche freundschaftliche Beziehung geknüpft, jedoch auch immer wieder ein Einblick in die Schrecken des Krieges nach oben gespült wurde, hieß es am Freitag: Abschied nehmen. Während in Bayern die Herbstferien begonnen haben, gehen sie in der Ukraine schon wieder zu Ende. Für die Gast-Schüler ging es zurück in die Heimat.


Von Helmut Meixner
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