Über den Wert der neu angelegten Tümpel im Feuchtwanger Stadtwaldgebiet Weidenbusch hat Förster Marcel Konte die Mitglieder des Umweltausschusses jetzt vor Ort informiert: In den Mulden sammelt sich bei Niederschlägen das Wasser, damit der Waldboden auch während späterer Trockenperioden feucht bleibt.
Insgesamt besitzt die Stadt Feuchtwangen – über ihr gesamtes Gebiet verteilt – 330 Hektar Wald. Davon ist der Weidenbusch mit 100 Hektar, die sich im Eigentum der Kommune befinden, das größte zusammenhängende städtische Forstgebiet. Es befindet sich auf der Anhöhe links und rechts des Mosbacher Wegs.
Mit Blick auf die Zukunft der heimischen Wälder angesichts von Extrem-Sommern wie in den zurückliegenden Jahren „muss man sich Gedanken machen, wie man das Wasser im Wald halten kann“, erklärte Konte im Gespräch mit der FLZ. Und: Dank der neuen Feuchtbiotope im Weidenbusch „bleibt das Wasser länger und verdunstet langsamer“. Folglich sei der ökologische Wert der Tümpel enorm, die wenigen umgestalteten Flächen seien „für den Waldboden nicht verloren“.
Zugleich dienten die Mulden mit ihrem Fassungsvermögen von insgesamt etwa 600 Kubikmetern bei den sich häufenden Starkwetterereignissen als „Puffer“ im Sinne der Regenrückhaltung: Seien die Niederschlagsmassen da früher sofort abgeflossen, so blieben sie nun im Wald. Das entlaste wiederum die Gewässer in den Tälern.
Derweil blieben die Kosten für die Gestaltung der Feuchtgebiete „absolut im Rahmen“, so Konte. Denn nach seiner Vorarbeit habe der Landschaftspflegeverband die Maßnahme geplant und ausgeschrieben. Zudem bezuschusse das Bayerische Umweltministerium die Gesamtkosten in Höhe von knapp 7000 Euro zu 90 Prozent. Somit zahle die Stadt dafür wohl weniger als 700 Euro.
Ebenfalls im Weidenbusch besichtigten die Fachausschussmitglieder wiederaufgeforstete Flächen. Hier hat sich die Fichte aufgrund der Trockenheit während der zurückliegenden Jahre und des Käferbefalls „komplett verabschiedet“, wie der Fachmann vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sagte.
Hingegen habe es sich positiv ausgewirkt, dass der Sommer 2024 wieder feuchter gewesen ist: Die neu gesetzten Pflanzen seien „gut angewachsen, was in den Vorjahren überhaupt nicht der Fall war“. Weil damals etwa die Hälfte der jungen Setzlinge gleich vertrocknet sei, seien Nachpflanzungen nötig geworden. Doch auch da habe es Ausfälle gegeben, was Konte als „frustrierend“ für die Forstleute ebenso wie für die Privatwaldbesitzer bezeichnete.
Zwar seien Unkräuter wie zum Beispiel Brombeeren 2024 im Wald ebenfalls stärker gediehen. Aber diese zweimal statt – wie sonst – nur einmal beseitigen zu müssen, sei bei einer besseren Waldverjüngung das geringere Problem.
Insgesamt wurden im Frühjahr 2024 etwa 2,25 Hektar Stadtwald aufgrund von Schäden wiederaufgeforstet, gab der Förster in der Sitzung bekannt. Die rund 44.000 Euro für Pflanzen und Zaunbau sowie für die Arbeit seien zwar „kein Pappenstiel“, jedoch bezeichnete es Marcel Konte als „erfreulich, fast alles angewachsen ist – das waren wir nicht mehr gewohnt“.
Allerdings handle es sich beim Holzeinschlag in diesem sowie im zurückliegenden Jahr ausschließlich um Schadholz: Die 1300 Festmeter Käferholz und 300 Festmeter an beseitigtem Hack- und Restholz summierten sich im laufenden Jahr auf insgesamt 1600 Festmeter. 2023 hätten die Forstleute 400 Festmeter Laubholz vor allem zur Verkehrssicherung im Lindenberg und im Rabennest entfernt, während es sich bei den 1600 Festmetern Nadelholz vor allem um Fichten gehandelt habe. „Aber die Kiefern schwächeln auch.“
Vom Staat erhielt die Stadt für ihren Wald laut Konte 2023 rund 29.000 Euro, für das laufenden Jahr erwartet er 68.000 Euro. Das Geld fließe für die Wiederaufforstung und die Borkenkäferbekämpfung sowie im Rahmen des Vertragsnaturschutzprogramms Wald für Biotopbäume.
Die Endabrechnung für den Stadtwald ergab 2023 einen Überschuss von knapp 26.200 Euro. Im Jahr zuvor waren es nicht ganz 6000 Euro. Hingegen zahlte die Kommune 2020 aufgrund des damals wegen der Käferschäden massiv eingebrochenen Holzpreises fast 65.000 Euro drauf.