Tour-de-France nach Gutenstetten | FLZ.de

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Veröffentlicht am 28.08.2023 12:00

Tour-de-France nach Gutenstetten

Beim Eintreffen in Gutenstetten am Sportheim wurden die Radler aus Saint-Hilaire-les-Places herzlich und mit viel Beifall begrüßt. Zur Stärkung gab es am Abend Spanferkel und fränkisches Bier. (Foto: Christa Frühwald)
Beim Eintreffen in Gutenstetten am Sportheim wurden die Radler aus Saint-Hilaire-les-Places herzlich und mit viel Beifall begrüßt. Zur Stärkung gab es am Abend Spanferkel und fränkisches Bier. (Foto: Christa Frühwald)
Beim Eintreffen in Gutenstetten am Sportheim wurden die Radler aus Saint-Hilaire-les-Places herzlich und mit viel Beifall begrüßt. Zur Stärkung gab es am Abend Spanferkel und fränkisches Bier. (Foto: Christa Frühwald)

Ein bisschen Tour-de-France-Gefühle dürften bei den fünf Männern aus Saint-Hilaire-les-Places in den vergangenen Tagen aufgekommen sein. Schließlich radelten sie in fünf Etappen von ihrem Heimatort im Limousin nach Gutenstetten. Über 1000 Kilometer. Der Freundschaft wegen. Gutenstetten ist das Partnerdorf ihrer französischen Heimat.

Am Montagmorgen machten sich die Männer im Alter zwischen 40 und 60 Jahren auf den Weg, um mit dem Fahrrad gen Mittelfranken zu fahren. Als sie am Freitagabend in Gutenstetten am Sportheim eintrafen, wurden sie im Spalier nicht nur von den Gutenstettenern frenetisch beklatscht und bejubelt, sondern auch von ihren Landsleuten.

Die französische Delegation war schon mittags mit zwei Bussen angekommen – nicht ganz so sportlich wie das Radel-Quintett: Täglich seien die fünf rund 200 Kilometer geradelt und abends immer „hundemüde“ ins Bett gefallen, erzählten sie. Das Abendprogramm: eine deftige Brotzeit und sieben Bier pro Mann. „Wir mussten uns für den nächsten Tag stärken“, sagte Patrick, einer der Sportler und lachte herzhaft.

Die Freundschaft sei den Männern die Tour jedenfalls wert gewesen, hieß es. „Wir haben viele schöne Gegenden und Dörfer gesehen“, sagten sie im Tenor. Ein bisschen zu heiß sei es allerdings schon gewesen. Es hatte fast jeden Tag um die 30 Grad. Das sei doch eine schweißtreibende Angelegenheit gewesen. Auf den letzten Metern wurde dann ein rot-weißes Ziel-Band vor dem Gutenstettener Sportheim durchschnitten.

Eigentlich sollten sie zwei Stunden früher eintreffen, aber eine Reifenpanne soll Schuld an der Verspätung gewesen sein. Es wurde aber auch gemunkelt, dass die Radler womöglich noch ihren Durst löschen mussten. Wurde ein Stopp in Bad Windsheim auf der Kerwa eingelegt? Ja, wegen des fränkischen Biers. Am Wochenende wurde dann das 35-jährige Bestehen seit der Partnerschaftsunterzeichnung im Jahr 1988 zwischen Saint-Hilaire-les-Places und Gutenstetten gebührend gefeiert. Mit Bier und extra für die Feier im Kolb gebranntem Schnaps.

Die Unterzeichnung vor 35 Jahren hatte seinerzeit noch Bürgermeister Robert Maderer gemeinsam mit dem „Motor der Partnerschaft“ Sieglinde Procher unterschrieben. Sie habe in den 1980er Jahren alles daran gesetzt, mit Frankreich gute Beziehungen aufzubauen. Und es gelang.

Die Freundschaft sei tief und innig. Zwischen vielen Familien der beiden Gemeinden seien über die Jahre enge Verbindungen entstanden – sie kommen nicht nur zu den Vereinsfeiern zusammen. Leo Seitz war viele Jahre Vorsitzender und habe viel bewegt. Nun hat Alexander Scheumann das Ruder übernommen und setzt sich für die partnerschaftlichen Beziehungen ein.

Für die Feier liefen die Arbeiten seit Monaten auf Hochtouren. Denn auch die Gutenstettener wollten zeigen, dass nicht nur die Gäste in Frankreich Partys feiern können. Denn dort fehlte es stets an gar nichts. Die Gutenstettener wollten von der Herzlichkeit und Gastfreundschaft, die sie in Saint-Hilaire immer wieder erfuhren, nun etwas zurückgeben.

Am Freitagabend war es so weit: Spanferkelessen. Der Vorstand des Sportvereins SVG-Steinachgrund Sven Zeh erklärte den Besuchern in englischer Sprache, wie das Schwein zubereitet wird. Die Freundschaft lebe mehr denn je, hieß es immer wieder.

Fränkisches Essen für die ältere Generation

Mit den Jahren sei die deutsch-französische Freundschaft stets gewachsen, berichtete auch Sylvie Vallade, die lange Zeit Vorsitzende des Vereins in Saint-Hilaire war. Viele junge Menschen seien beigetreten und engagierten sich. Auch ein neuer Vorsitzender, David L’homme, wurde kürzlich gewählt. In Frankreich nennt man es übrigens nicht Vorsitzender, sondern Präsident.

Vallade berichtete von Seniorentreffen in Frankreich, bei denen die ältere Generation von Zeit zu Zeit mit fränkischem Essen bekocht werde. Neulich erst habe es Bratwürste mit Kraut gegeben, erzählte sie. Alles für die Freundschaft. (Ein Bericht vom Festakt folgt).

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