Der Immobilienmarkt erholt sich nach dem Anstieg der Zinsen vor drei Jahren und dem folgenden Preisrückgang wieder.
Bei einem Pressegespräch der Sparkasse Ansbach und der Bausparkasse LBS Süd berichteten deren Fachleute von einem Anziehen der Nachfrage. Dabei gibt es aber erhebliche regionale Unterschiede. Konnte man in der Nullzinsphase Anfang des Jahrzehnts praktisch alle Immobilien verkauft werden, schauen die Käufer nun wieder verstärkt auf die Lage und den Zustand der Häuser. Eigentümern raten die Immobilienfachleute deswegen dazu, ihre Gebäude energetisch zu sanieren. Dabei geht es nicht nur um die Heizung, sondern auch um Fester, Dach und Fassade.
Für ein frei stehendes gebrauchtes Haus in der Stadt Ansbach müssen momentan zwischen 220.000 Euro und 670.000 Euro investiert werden. Der häufigste Wert liegt bei 380.000 Euro. Billiger ist es rund um Dinkelsbühl und Feuchtwangen, wo dieser Wert bei 300.000 Euro liegt. In Rothenburg sind es 350.000 Euro.
Wesentlich teurer sind in und um Ansbach auch die Baugrundstücke. Pro Quadratmeter müssen laut dem Marktspiegel der Sparkassen-Immo in Ansbach 310 Euro auf den Tisch gelegt werden. Im Raum Feuchtwangen sind es nur 120 Euro, um Dinkelsbühl und Rothenburg 150 Euro. Die Preisspanne in der Region ist aber riesig. Bauplätze kosten zwischen 65 und 410 Euro pro Quadratmeter. Gefragt sind in erster Linie die Städte und Gemeinden an der S-Bahn und an der Autobahn. Wo nur ein Bus hält, fällt der Wert drastisch.
Doppelhaushälften und Reihenhäuser sind neue für 450.000 bis 700.000 Euro zu haben, Eigentumswohnungen für 3700 bis 5500 Euro pro Quadratmeter. Gebrauchte Doppelhaushälften und Reihenhäuser werden für 115.000 bis 450.000 Euro angeboten, Eigentumswohnungen für 1500 und 3300 Euro.
Junge Menschen streben nach den Worten von Erwin Bumberger, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der LBS Landesbausparkassse Süd, wieder verstärkt nach den eigenen vier Wänden. Er rät deswegen dazu, sich frühzeitig Gedanken über die eigenen Wünsche und Möglichkeiten zu machen. Die anziehende Nachfrage habe zu einem Stopp des Preisrückgangs geführt. Allerdings müsse für Gebäude in schlechtem energetischem Zustand mit weiteren Preisabschlägen gerechnet werden. „Insgesamt erwarten wir in den kommenden Monaten eher eine Seitwärtsbewegung der Preise”, sagte Werner Frieß, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Ansbach.
Mittelfristig werde der Bedarf an Wohnraum wegen des anhaltenden Bevölkerungswachstums durch Zuzug aus dem In- und Ausland hoch bleiben, meinte Bumberger. Bei den Mieten in Ansbach erwartet Roland Lenz, Direktor Immobilien und Verbundgeschäft, eine gewisse Entlastung durch die bevorstehende Fertigstellung großer Objekte wie dem Milchhof-Carée. Allerdings sitze die Stadt in einer Zwickmühle. Einerseits sind die Flächen im Talkessel knapp. Andererseits können die Mietpreise nicht unbegrenzt steigen, weil die Menschen sonst ins billigere Umland ausweichen. Die einzige Chance ist nach Einschätzung der Sparkassen-Experten die Nachverdichtung.
Insgesamt lag das Volumen aller Immobilientransaktionen in Ansbach im vergangenen Jahr bei 233 Millionen Euro. Der Zehn-Jahres-Durchschnitt beträgt 145 Millionen Euro. Die extrem hohe Summe ist laut Sparkassen-Vorstandsmitglied Dieter Mai vor allem auf einige wenige sehr große Verkäufe von gewerblichen Immobilien zurückzuführen.
Im Landkreis Ansbach wurden 2024 Immobilien im Wert von 358 Millionen Euro ver- und gekauft. Das ist etwas weniger als der Zehn-Jahres-Durchschnitt von 369 Millionen Euro. Die Sparkasse Ansbach hat 2024 96 Objekte im Wert von 22,5 Millionen Euro vermittelt. Die Immobilienfachleute verzeichnen eine wachsende Tendenz, dass alte Menschen ihre Häuser verkaufen und in eine kompaktere Immobilie umziehen.
Die Normalisierung des Zinsumfelds hat dazu geführt, dass Bauspardarlehen wieder stärker gefragt sind.