SV Weinberg besiegt mit Wille und Einstellung den VfL Bochum | FLZ.de

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Veröffentlicht am 10.11.2024 18:00

SV Weinberg besiegt mit Wille und Einstellung den VfL Bochum

Gleich steht es 1:1: Annika Kömm trifft gegen Bochum. (Foto: Martin Rügner)
Gleich steht es 1:1: Annika Kömm trifft gegen Bochum. (Foto: Martin Rügner)
Gleich steht es 1:1: Annika Kömm trifft gegen Bochum. (Foto: Martin Rügner)

Jubel beim SV Weinberg! In einer teilweise begeisternden Partie besiegten die SVW-Fußballerinnen den bisherigen Tabellenzweiten VfL Bochum mit 2:1 (2:1) und festigten damit ihren Platz in der oberen Tabellenhälfte der 2. Liga.

Nur rund 150 Zuschauer wollten sich den Tabellenzweiten der zweiten Frauen-Bundesliga anschauen. Sie sahen eine Begegnung, in der Weinberg dem großen Favoriten über weite Strecken Paroli bot und mit seinen Nadelstichen dann auch Erfolg hatte. Das bei Heimspielen übliche SVW-Trainerinnentrio Schellenberg/Brückner/Wischgoll hatte sich gegen den Aufsteiger aus dem Ruhrpott wieder einmal eine etwas andere Taktik ausgedacht und die erwies sich im Nachhinein als Volltreffer.

Wich und Kömm bilden das Angriffsduo

Ihrer Mannschaft verpassten sie ein 4-4-2-System mit den beiden ältesten Spielerinnen, Lisa Wich und Annika Kömm, im Angriff. Und diese beiden „alten Damen“ beschäftigten die Gästeabwehr mehr als es dieser lieb sein konnte. Die ersten Lichtblicke hatten die Gäste. SVW-Torfrau Franziska Glaser schien schon ein wenig überrascht über die Arbeit, die sie da am Sonntagvormittag verrichten musste. So zögerte sie einmal zu lange mit dem Abspiel und hatte dann Glück, dass die Bochumerin Alina Angerer das Spielgerät nicht unter Kontrolle bringen konnte.

Rückschlag gut weggesteckt

In der 14. Minute aber jubelte Angerer, im dritten Versuch schaffte sie es, das 0:1 zu erzielen. Glaser konnte zwar zweimal retten, aber dann war sie gegen den Schuss von Angerer aus kurzer Entfernung, der noch die Lattenunterkante streifte, machtlos. Der SV Weinberg steckte den Rückschlag erstaunlich schnell und gut weg und ergriff selbst die Initiative. Diese Einstellung und deren Umsetzung erbrachte die ersten Früchte in der 29. Minute.

Djellza Istrefaj schickte Annika Kömm „auf die Reise“. Die Kapitänin ließ sich von den Abwehrspielerinnen nicht abdrängen, behielt alleine vor Gästetorfrau Kari Närdemann die Übersicht und der Ausgleich war perfekt. Beide Mannschaften spielten weiter auf den nächsten Torerfolg. Die 18-jährige Gästetorjägerin Anna-Luisa Figuera Marques stand kurz vor ihrem sechsten Saisontreffer, aber diesen verhinderte Glaser mit einer tollen Fußabwehr (34.). Mehr Erfolg hatte da Annika Kömm in der 44. Minute. Nach einem Zuspiel von Lisa Wich ließ sich die SVW-Kapitänin nicht mehr auf ihrem Weg zum VfL-Tor stören, behauptete das Spielgerät und überlupfte die Gästetorfrau aus 15 Metern halblinker Position mit einem klasse Heber zum 2:1. Dieses Tor zeigte den Willen und die Einstellung der Spielerinnen aus dem westlichen Mittelfranken.

Eindrucksvolle Defensivarbeit

In der 2. Halbzeit ergriffen die Gäste mehr und mehr die Initiative, die in den letzten zehn Minuten schon fast den Begriff „Powerplay“ verdient hatte. Aber der neue Tabellendritte verzweifelte an der Leidenschaft des SVW. Marques, Angerer, Vogel, Freutel und Klostermann scheiterten nicht nur an ihrer Abschlusskonzentration, sondern auch an der eindrucksvollen Defensivarbeit.

Als die tadellose Schiedsrichterin Katharina Linke aus Göttingen die Partie nach 95 Minuten beendete, konnten die Weinberger „Feierbiester“ ihrem Ruf wieder alle Ehre machen. Weinberg bleibt damit in den Heimspielen in Sachsen ungeschlagen.

SV Weinberg: Glaser, Haberäcker, A. Grimm, Horwath, M. Grimm, Schlitter, E. Wiesinger, Klärle (83. Ganßer), Istrefaj, Wich (65. Hofmann), Kömm (91. Limani).


Von Harald Riegler
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