Mehr als zehn Jahre ist geplant worden, nun haben die Bauarbeiten für die Umfahrung des Feuchtwanger Ortsteils Sommerau am Freitag mit dem obligatorischen Spatenstich offiziell begonnen. Die erwarteten Kosten für das gesamte Projekt belaufen sich auf rund 7,5 Millionen Euro. Bestenfalls im Sommer 2025 soll die Straße - wenn alles nach Plan läuft - eingeweiht werden können.
Die insgesamt 2,4 Kilometer lange Strecke (1,8 Kilometer neue Ortsumfahrung und 600 Meter Straßenausbau) soll westlich von Sommerau im Waldbereich beginnen und am „Rehau“-Kreisverkehr enden. Dabei sollen zwei Brücken und eine Stützwand errichtet werden, außerdem entstehen Fahrradwege.
Die kalkulierten Kosten für das Projekt belaufen sich auf 7,5 Millionen Euro. 7,2 Millionen Euro sind für den Bau veranschlagt, 300.000 Euro kostete der nötige Erwerb von Grundstücken. Nach dem nun begonnenen Bau einer Brücke ist vorgesehen, dass die eigentlichen Tiefbauarbeiten für die neue Straße im September starten.
Feuchtwangens Bürgermeister Patrick Ruh sprach von einem „Anlass zum Feiern“ und erinnerte an die langjährigen Planungen, die hinter allen Beteiligten liegen. Diese dauerten mehr als zehn Jahre. „Alle haben in dieser Zeit unheimlich viele Probleme gelöst“, befand der Rathauschef. Die ersten Überlegungen zur Ortsumfahrung lägen sogar bereits rund 20 Jahre zurück. Damals habe man noch einen Baubeginn im Jahr 2007 für möglich gehalten.
Ruh nutzte das örtliche Beispiel, um eine bundesweite Vereinfachung und Beschleunigung großer Straßenbauprojekte zu fordern: „Wir sehen alle, dass sich da etwas ändern muss. Es ist inzwischen nahezu unmöglich, ein komplett rechtssicheres Verfahren zu entwickeln“, erklärte der Bürgermeister.
Regierungspräsidentin Dr. Kerstin Engelhardt-Blum erinnerte an den aktuell überdurchschnittlich hohen Durchgangsverkehr auf der Staatsstraße 1066 in Sommerau. Täglich durchquerten rund 6100 Fahrzeuge das Dorf. Der Durchschnitt für Staatsstraßen in Westmittelfranken liege bei knapp 2900 Fahrzeugen.
Engelhardt-Blum hob außerdem die „mutige Entscheidung“ der Stadt Feuchtwangen hervor, das Projekt in kommunaler Sonderbaulast anzugehen. Das bedeutet, dass die Planungen bei der Stadt liegen, obwohl es sich um eine Staatsstraße handelt. Die Regierungspräsidentin erklärte, dass die Stadt für das Bauprojekt rund 1,9 Hektar Ausgleichsflächen für Natur- und Artenschutz erwerben musste.
Stellvertretender Landrat Stefan Horndasch sprach mit Blick auf die Ortsumfahrung von Sommerau von einem „weiteren Meilenstein für unsere Region“. Ein gut ausgebautes Straßennetz sei für die Mobilität im ländlichen Raum besonders wichtig. Auch für den ÖPNV und die Busse sei es letztlich von großer Bedeutung.