Staffelstab im Finanzamt wechselt: Wie die frühere Chefin auf Uffenheim blickt | FLZ.de

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Veröffentlicht am 13.05.2025 17:00

Staffelstab im Finanzamt wechselt: Wie die frühere Chefin auf Uffenheim blickt

Der Präsident des Landesamtes für Steuern, Paul König (Mitte), verabschiedete Liane Claus in den Ruhestand und installierte Michael Röder als Nachfolger an der Spitze des Uffenheimer Finanzamtes. (Foto: Johannes Zimmermann)
Der Präsident des Landesamtes für Steuern, Paul König (Mitte), verabschiedete Liane Claus in den Ruhestand und installierte Michael Röder als Nachfolger an der Spitze des Uffenheimer Finanzamtes. (Foto: Johannes Zimmermann)
Der Präsident des Landesamtes für Steuern, Paul König (Mitte), verabschiedete Liane Claus in den Ruhestand und installierte Michael Röder als Nachfolger an der Spitze des Uffenheimer Finanzamtes. (Foto: Johannes Zimmermann)

Der Staffelstab wechselte am Dienstag die Hand: Mit einer Feierstunde wurde der schon längst vollzogene Wechsel an der Spitze des Uffenheimer Finanzamtes nun auch so richtig offiziell. Der Präsident des Landesamtes für Steuern, Paul König, verabschiedete Liane Claus in den Ruhestand und installierte Michael Röder als Nachfolger.

„Zwei Dinge im Leben sind sicher“, eröffnete Claus ihre Rede. „Der Tod und Steuern.“ Und wer im Landkreis Steuern zahlt, der dürfte die Uffenheimer Finanzbehörde bestens kennen. Rund 13 Jahre lang saß Claus im Amtsleiterzimmer, mit heller Ausgestaltung und Blick auf die Stadtmauer. Wohlfühlatmosphäre für das „Wohlfühlfinanzamt“, wie es die jetzt Verabschiedete offiziell betitelte.

Auch sie habe sich „sauwohl“ gefühlt in Uffenheim – in Anspielung auf den Standort des Finanzamtes am Schweinemarkt sei ihr dieses Wort erlaubt. Kein Wunder, dass sie 13 Jahre geschafft hat, so viele wie noch kein Vorgänger. Sie habe die Mitarbeiter nicht nur als Arbeitskräfte gesehen, sondern in erster Linie als Menschen. Ihr Credo, frei nach Anselm Grün: „Wer Menschen führt, muss Menschen lieben.“

Und die Menschen hat sie geliebt, sagte Personalratsvorsitzende Selina Gerhardt: „Einige Kolleginnen und Kollegen hatten Uffenheim nur als Zwischenstation gesehen – und sind geblieben. Welches Kompliment könnte schöner sein.“ Das Uffenheimer Finanzamt sei sehr familiär, der Zusammenhalt und das Kollegiale vorbildlich. „In Uffenheim läuft es wirklich sehr gut“, auch wenn es mal stressig ist. Gerhardt erwähnte beispielhaft die Grundsteuer, wofür die Behörde 56.000 wirtschaftliche Einheiten hatte neu bewerten müssen – und das besser gestern als heute. Gemeinsam habe das geklappt.

Von gelebtem Bürokratieabbau

Und trotzdem hätte das Finanzamt in ihrer Amtszeit pleite gehen können, wie Claus augenzwinkernd verriet – ob der vielen Feuerwehr-Fehlalarme im Schloss als Teil des Finanzamtes. Die Brandmeldeanlage hätte mehrmals angeschlagen – diese Kalamität aber habe sie mit Stadt und Feuerwehr auf dem kurzen Weg klären können, weshalb die Kosten hierfür doch gering ausfielen. Vize-Bürgermeister Hermann Schuch, der selbst 47 Jahre lang im Uffenheimer Finanzamt tätig war, nannte das ein „Stück gelebter Bürokratieabbau“.

Ja, die Bürokratie war generell ein großes Thema in der Feierstunde. Jeder Redner plädierte für den Abbau, Landrat Dr. Christian von Dobschütz aber zeigte sich optimistisch, dass nun wirklich etwas passiert und nicht nur Sonntagsreden geschwungen werden – es werde konkreter.

Michael Röder hat das Amtsleiterzimmer mit dem schönen Blick übrigens schon zum 1. Oktober 2024 von Liane Claus geerbt – nach seinen Stationen in Schweinfurt, Würzburg und Bad Neustadt an der Saale. Was seine Vorgängerin mit dem „Wohlfühlfinanzamt“ meinte, weiß Röder mittlerweile ebenfalls: „Ich fühle mich hier jetzt schon sauwohl.“

Bekenntnis zum Standort

Obwohl Präsident König von der „mittelfränkischen Diaspora“ sprach, in der Röder nun gelandet sei, was der Landrat später geraderückte – er schwärmte regelrecht von Frankens Mehrregion. Aber Röder habe anfangs seine kleinen Anpassungsprobleme ans Landleben gehabt, witzelte Paul König und erinnerte an einen Ausflug: Während die Mitarbeiter allesamt im Wanderoutfit erschienen, tauchte der 63-jährige im Jackett auf. Wind und Regen setzten ihm zu, aber Röder zog durch. „Sie haben aber gezeigt, dass Sie lernfähig sind.“ Beim Kanu-Ausflug erlitt der neue Leiter zwar ebenfalls Schiffbruch, „diesmal hatte er aber Ersatzkleidung dabei“.

Liane Claus kämpft noch ein wenig, wie sie gestand: „7,5 Monate bin ich jetzt schon zu Hause, der Abschiedsschmerz lässt langsam nach.“ Um ihren 13-Jahre-Rekord muss die gebürtige Neuhöferin allerdings vorerst nicht bangen: Mit Blick auf sein Alter werde er diesen Wert wohl nicht übertreffen, betonte Röder. Dafür betitelte Schuch ihn jetzt schon als „Schlossherr“ mit Blick auf den zweigeteilten Standort mit Neubau und Schloss. Dazu hatte König noch eine gute Nachricht im Gepäck: Zwar werden die Finanzämter umstrukturiert, jedoch habe sich die „Heimatstrategie“ bewährt, Uffenheim bleibe erhalten. Applaus vom Saal.

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