Stadt Ansbach zahlt heuer 2,5 Millionen Euro für den Unterhalt von Gebäuden | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 02.02.2026 07:00

Stadt Ansbach zahlt heuer 2,5 Millionen Euro für den Unterhalt von Gebäuden

Die Feuerwache in Eyb hat beim städtischen Bauunterhalt in diesem Jahr oberste Priorität. (Archivbild: Jim Albright)
Die Feuerwache in Eyb hat beim städtischen Bauunterhalt in diesem Jahr oberste Priorität. (Archivbild: Jim Albright)
Die Feuerwache in Eyb hat beim städtischen Bauunterhalt in diesem Jahr oberste Priorität. (Archivbild: Jim Albright)

Nachdem es die Stadt zuvor viele Jahre beim Unterhalt ihrer Gebäude und Anlagen hat schleifen lassen, sind die Mittel für den Bauunterhalt in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert worden. Heuer steckt die Stadt 2,5 Millionen Euro in Reparaturen – ein Rekordwert, der aber eigentlich immer noch zu wenig ist.

Der Verband für kommunales Management (KGSt) empfiehlt einen jährlichen Regelwert für den Bauunterhalt. Dieser sollte bei den Gebäuden in städtischer Baulast 0,8 Prozent der Wiederbeschaffungskosten betragen. Das entspräche in Ansbach – bei einem Gebäudewert von rund 450 Millionen Euro, Stand 2022 – einem Haushaltsansatz von 3,6 Millionen Euro. Die für 2026 im Haushalt eingestellten Mittel von 2,5 Millionen Euro entsprechen also nur einem Wert von 0,56 Prozent.

In den vergangenen Jahren wurde selbst dieser Wert nicht erreicht. Ein Beispiel: Im Jahr 2020 gab die Stadt 740.000 Euro aus, das entspricht einem Wert von 0,17 Prozent. Das Ergebnis ist ein riesiger Sanierungsstau, der sich zum Beispiel deutlich am Zustand der städtischen Schulen ablesen lässt.

Feuerwache in Eyb steht ganz oben

Hinzu kommt, dass die Stadt einen Teil des Haushaltsansatzes für ungeplante Reparaturen vorhalten muss. So kann sie also in diesem Jahr nur gut 1,6 Millionen Euro in geplante Baustellen stecken und muss 900.000 Euro für reaktive Maßnahmen zurückhalten.

Hochbauamts-Chef Dr. Frank Simons hat im Bauausschuss die Prioritätenliste für den geplanten Bauunterhalt vorgestellt. Hierfür will die Stadt heuer 1,6 Millionen Euro ausgeben:

Ganz oben auf der Liste steht die Feuerwache im Stadtteil Eyb. Dort müssen die Unterverteilungen der Elektro-Installation ersetzt werden. Sie sind seit Jahren überbelegt und deshalb nicht mehr betriebssicher – Kostenpunkt 60.000 Euro. Außerdem muss für 30.000 Euro der Container fürs Notstrom-Aggregat versetzt werden.

Fenster für die Grundschule in Brodswinden

Ebenfalls weit oben auf der Liste steht die Grundschule in Brodswinden. Hier besteht Unfallgefahr bei den Fenstern. Ihr Austausch kostet 50.000 Euro. Doppelt so teuer werden die Maßnahmen am Onoldiasaal. Dort müssen zur Sicherung der Rettungswege die Türanlagen ausgetauscht werden.

Noch teurer wird es in der Luitpoldschule. Hier wird für 140.000 Euro eine Schulküche in der ehemaligen Hausmeisterwohnung eingerichtet. Und 70.000 Euro verschlingen die Sofortmaßnahmen zum Brandschutz im Technologie- und Innovationszentrum (TIZ). Der muss nämlich nachträglich an die Umbauten der vergangenen 20 Jahre angepasst werden.

Am Gymnasium Carolinum soll die lange überfällige Trennung von Lösch- und Trinkwasser durchgeführt werden, das kostet 95.000 Euro. Die Flucht- und Rettungswegebeleuchtung im Platen-Gymnasium für 30.000 Euro entspricht einer Forderung der Kommunalen Unfallversicherung Bayern (KUVB).

Wasserschaden im Gymnastikraum der Kita Meinhardswinden

Im Gymnastikraum der Kita in Meinhardswinden hat es einen Wasserschaden gegeben. Die Sanierung schlägt mit 70.000 Euro zu Buche. Und im Kinderhaus Kunterbunt verschlingen Schallschutzmaßnahmen, ein Bodenaustausch sowie ein Treppengeländer im Zusammenhang mit der Dachsanierung ebenfalls 70.000 Euro.

Im Parkhaus Am Mühlbach sind die Brandschutztüren verrostet und müssen für 20.000 Euro ersetzt werden. An der Sporthalle des Platen-Gymnasiums ist eine Wand fehlerhaft verputzt worden. Die Korrektur kostet 100.000 Euro.

Weitere vier Maßnahmen an Schulen

Weitere vier Maßnahmen an Schulen: In der Grundschule Brodswinden soll das Lehrerzimmer baulich vom Treppenraum getrennt werden – Kostenpunkt 50.000 Euro. Für den ersten Bauabschnitt der Dachsanierung an der Turnhalle der Weinbergschule sind 60.000 Euro vorgesehen. Ein dicker Brocken wird am Gebäude von Wirtschaftsschule und Berufsschule fällig: Das Flachdach über Verwaltung und Mensa ist undicht und die Dämmung durchnässt. Hier muss für 300.000 Euro saniert werden. Auch im Musikzimmer des Platen-Gymnasiums ist es feucht, weil es schon bei der Errichtung zu Mängeln gekommen ist. Ihre Korrektur kostet 100.000 Euro.

Beim Domizil des Heimatvereins in der Turnitzstraße muss dringend die Schieferdeckung zur Hofseite für 120.000 Euro erneuert werden, weil sonst Schäden am Dachstuhl drohen. Das Dach der Leichenhalle des Stadtfriedhofs muss für 70.000 Euro saniert werden, und die Beleuchtung der Turnhalle der Weinbergschule muss zum Teil für 50.000 Euro erneuert werden, weil es für die alte keine Ersatzteile mehr gibt.

Das Fachwerk an der Herberge zur Heimat muss turnusmäßig für 20.000 Euro gestrichen werden und die Werkstätten der Berufsschule sollen für 20.000 Euro einen Glasfaseranschluss bekommen.

Wie gesagt, es handelt sich um eine Prioritätenliste. Ob die in diesem Jahr komplett abgearbeitet werden kann, steht in den Sternen.


Winfried Vennemann
Winfried Vennemann
Redakteur
north