Die Stadt erinnert mit verschiedenen Veranstaltungen an die Bombenangriffe auf Ansbach im Februar 1945 und an das Ende des Zweiten Weltkrieges vor 80 Jahren. Zu den Aktionen gehört eine Kunstinstallation: Ab Freitag werden „Verkehrsschilder der Gerechtigkeit“ in Ansbach zu entdecken sein.
Die Schilder im normalen Verkehrsschild-Format machen in einfacher Formensprache zum Beispiel deutlich, dass Krieg in eine Sackgasse führt. Das Wort „Rassismus“ ist durchgestrichen, über dem Begriff „Respekt“ lächelt dagegen ein Gesicht, und Umweltverschmutzung wird gestoppt. Ein Männchen läuft über einen bunten Zebrastreifen, und ein Ortsschild weist den Weg zur Gleichbehandlung.
„Die ,Verkehrsschilder der Gerechtigkeit‘ des Nürnberger Künstlers Johannes Volkmann, Träger des Kulturpreises Nürnberg, sind in Zusammenarbeit mit circa 500 Kindern entstanden“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. „Dieses europäische Kunstprojekt kommt nun nach Ansbach. Vom 21. Februar bis zum 15. Juli werden die Schilder im öffentlichen Raum zu sehen sein.“
Bei dem Projekt ist die Beteiligung von Ansbacher Bürgerinnen und Bürgern, von Schulen, von Vereinen, Firmen und Organisationen erwünscht. Dafür ist eine „Ideenschmiede“ geplant: am kommenden Montag, 24. Februar, von 12 bis 13 Uhr im Musiksaal des Gymnasium Carolinum.
Vertreter der hiesigen Schulen, Vereine und Unternehmen wie auch Privatleute sind zu dem Termin eingeladen, „um mit Johannes Volkmann zu überlegen, wo die Schilder in Ansbach auch über das Künstlerprojekt hinaus dauerhaft einen Platz finden können“, heißt es weiter im Pressetext. Mögliche Standorte sind etwa vor Schulen, auf Pausenhöfen, vor Firmen, an Kirchen, bei Vereinsheimen, vor Rathäusern, an Spielplätzen oder in privaten Gärten.
Die Gerechtigkeitsschilder können, auch unabhängig von einer Teilnahme an der Ideenschmiede, geliehen oder erworben werden. Weitere Informationen dazu gibt es ab dem 25. Februar in der Tourist-Information im Stadthaus.
Zum Abschluss des Kunstprojekts ist am 15. Juli eine Aktion am Martin-Luther-Platz geplant: Fotos der in Ansbach platzierten „Verkehrsschilder der Gerechtigkeit“ und Erläuterungen dazu werden dem sogenannten Europäischen Tischtuch hinzugefügt. Das heißt, die Bilder und Texte werden ausgedruckt und an das Tuch genäht, das somit immer länger und länger wird. Derzeit misst es rund 30 Meter.
„Das Tischtuch zeigt alle Orte in Europa auf, die sich mit den Inhalten der Schilder verbunden haben und auch eigene Projekte dazu realisiert haben“, heißt es auf der Homepage zu den „Verkehrsschildern der Gerechtigkeit“. Zudem werden die Standorte der Ansbacher Schilder auf einer „digitalen Landkarte des Kunstprojekts“ eingetragen.
Johannes Volkmann, der Künstler, arbeitet bei dem Projekt unter anderem mit dem Wertebündnis Bayern, dem Staatstheater Nürnberg, dem Menschenrechtsbüro Nürnberg sowie Goethe-Instituten in verschiedenen Ländern zusammen. Die Aktion ist auf einen Zeitraum von vier Jahren ausgelegt. Ziel ist es, Zeichen mit Signalwirkung zu setzen für „ein gutes, friedliches Zusammenleben“.
Auf die Ideenschmiede am Gymnasium Carolinum freut sich Schulleiter Stefan Exner. „Die Schilder nutzen eine eindrückliche Bildsprache, um wichtige gesellschaftliche Werte zu vermitteln. Durch ihre klare Symbolik machen sie komplexe Themen wie Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Umweltschutz greifbar und anschaulich“, sagt er. Das Kunstprojekt fördere „kritisches Denken und das Bewusstsein für wichtige gesellschaftliche Fragen. Wir am Caro finden die Aktion super, weil es um Werte geht, die wir auch an der Schule vermitteln.“