Veröffentlicht am 24.03.2023 14:52

SpVgg Ansbach hat beim TSV Rain ein klares Ziel vor Augen

Der Ansbacher Verteidiger Eric Weeger (rechts) trifft beim TSV Rain auf einen ehemaligen Mitspieler bei 1860 München. (Foto: Martin Rügner)
Der Ansbacher Verteidiger Eric Weeger (rechts) trifft beim TSV Rain auf einen ehemaligen Mitspieler bei 1860 München. (Foto: Martin Rügner)
Der Ansbacher Verteidiger Eric Weeger (rechts) trifft beim TSV Rain auf einen ehemaligen Mitspieler bei 1860 München. (Foto: Martin Rügner)
Der Ansbacher Verteidiger Eric Weeger (rechts) trifft beim TSV Rain auf einen ehemaligen Mitspieler bei 1860 München. (Foto: Martin Rügner)

Regionalliga oder Rückzug in die Landesliga? Team gleich abmelden oder weiterspielen? Der TSV Rain wirkt in diesem Jahr wie ein Verein, der nicht recht weiß, was er will. Gegner SpVgg Ansbach weiß das dagegen sehr genau: Drei Punkte für den Klassenerhalt in der Fußball-Regionalliga.

Die Ansbacher (12. Tabellenplatz/34 Punkte) sind den Gastgebern (18./29) nicht nur in der Tabelle voraus, sondern auch bei der Punktausbeute in diesem Jahr. Vier Zähler aus vier Spielen hat der Aufsteiger erobert und zuletzt beim 1:0 über den VfB Eichstätt den ersten Sieg gefeiert. Entsprechend gut war die Stimmung beim Mannschaftsabend, der unter anderem den Besuch eines Basketball-Erstligaspiels der Crailsheim Merlins umfasste und in einer Disco ausklang.

Der TSV Rain hat 2023 erst zwei Punkte erobert und eine Menge Gegentore kassiert (0:0 gegen FC Pipinsried, 3:3 beim FC Augsburg II, 1:6 gegen VfB Eichstätt, 1:2 bei SV Heimstetten). Besonders die Niederlage beim Schlusslicht Heimstetten nach Führung tat weh. „Zu einfache Gegentore“, monierte Trainer Maximilian Käser danach.

Der 29-Jährige, der beim FC Bayern München beschäftigt ist, ist um seine Aufgabe nicht zu beneiden. Der Rückzug des Sponsors sorgte zu Jahresanfang für Turbulenzen im Verein. Es hieß, man ziehe das Team in die Landesliga zurück. Es folgten mehrere Rücktritte, unter anderem von Cheftrainer Martin Weng sowie Co-Trainer Johannes Müller und Kapitän Stefan Müller.

Immerhin entschied man sich beim TSV, die Saison fortzusetzen und mittlerweile wurden sogar die Lizenzunterlagen für die nächste Regionalligasaison eingereicht. Ob die wirtschaftliche Lage, der Verein hängt am Tropf eines großen Gartencenters, neu erblüht ist, oder ob man sich einfach alle Möglichkeiten offen halten will? Man spiele dort, wo man am Ende der Saison stehe, ließ der Sportliche Leiter Alexander Schroder den kicker wissen.

In sportlicher Hinsicht hieße das im Moment Bayernliga, woran auch der ehemalige Ansbacher im Kader des TSV Rain, Kevin Schmidt, bislang nichts ändern konnte. Der wanderlustige Torhüter spielte vor zehn Jahren mal für die nullneuner und wechselte dann munter die Vereine durch (DJK Ammerthal, SC Feucht, ASV Neumarkt, FV Illertissen, Schwaben Augsburg), bis er am Lech landete. Dort ist der 31-Jährige Teilzeitkraft mit aktuell neun Spielen. In diesem Jahr kam er dreimal zu Zug, musste den Platz zwischen den Pfosten nach dem 1:6 gegen Eichstätt wieder an Fabian Eutinger abgeben.

Beim 3:1-Erfolg im Hinspiel erzielten Michael Sperr mit einem Doppelpack und Niklas Seefried die Ansbacher Tore, für Rain traf Johannes Müller. Mit dem haben die Ansbacher nicht mehr zu tun, aber trotz aller Turbulenzen neben dem Platz mit einer durchaus konkurrenzfähigen Elf. Glaubt jedenfalls der Ansbacher Trainer Christoph Hasselmeier: „Die schenken nichts her, was man an der Aufholjagd gegen Augsburg gesehen hat. Rain wird noch Punkte holen, wir müssen nur schauen, dass das nicht gegen uns passiert“. Jonas Greppmeir, ehemals FC Augsburg, ist mit sechs Treffern bester Rainer Torschützen. Mit Verteidiger Angelo Mayer hat der Ansbacher Eric Weeger einst bei 1860 München zusammengespielt.

Abgesehen vom erkrankten Roman Schlicker reist die SpVgg mit komplettem Kader nach Süden zum Spiel am Samstag um 14 Uhr.


Alexander Keck
Alexander Keck

Der noch in Vor-Internetzeiten der FLZ zugelaufene Schwarzwälder hat im Verlauf von fast drei Jahrzehnten die fränkischen Merkwürdigkeiten, die in Ohrmuscheln (Allmächd!) und auf Esstellern (Saure Zipfel!) landen schätzen gelernt. Nur die im Vergleich zu Spätzle stets zu breiigen Knödel mag der Schwabe nicht. Das Schreiben über Sport dagegen immer noch sehr - gerne auch abseits des Mainstreams.

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