Der Sportfischer-Verein 1975 Markt Erlbach feiert am Samstag, 14. Juni, im Festzelt neben dem neuen Fischer-Vereins-Heim (Erlanger Straße 20) ab 14 Uhr sein 50-jähriges Bestehen. Der Verein hat mehr als 150 Mitglieder und mehrere Angelweiher rund um Markt Erlbach.
Der Ehrenvorsitzende Herbert Ittner, eins von drei Gründungsmitgliedern, die noch dabei sind, erinnert an die Anfänge: Vor 50 Jahren trafen sich zehn Fischer aus Markt Erlbach im Gasthaus Lederer in der Hauptstraße, um über die Gründung eines Fischerei-Vereins zu beraten. Der Anlass: Die Gemeinde beriet damals darüber, ob und wann man den Neuen Weiher als Fischgewässer verpachten will. Die Alternative wäre gewesen, dem Neustädter Verein beizutreten, was aber hohe Aufnahmegebühren verursacht hätte. Man war sich zwar darüber im klaren, dass der Neue Weiher noch kein Fischgewässer sein kann, weil er ja über eine sehr, sehr lange Zeit als Klärgrube von Markt Erlbach gedient hatte. Trotzdem hielt man die Idee eines eigenen Vereins für gut.
Mit dem Neuen Weiher wurde es erstmal nichts – „die Gemeinde hat das Gewässer für gutes Geld an ein ’paar Stodter’ verpachtet“, so Ittner, der Vorsitzender im ersten Vorstand war. Diesen komplettierten Fritz Merz als Stellvertreter und Fritz Glück als Kassier .
Glück habe sich damals sehr um das Thema Weiher gekümmert und wurde bald mit dem Schnabelweiher fündig. Ittner und Glück verbrachten mehrere Sonntagvormittage in Oberulsenbach bei der „Wurmi“. „Es waren lange und schwere Verhandlungen“, erinnert sich Ittner – aber sie führten letztlich zum Erfolg. Im Weiher waren aber noch keine Fische. Erst mittels einer Sonderumlage unter den Fischern, wurden die ersten Karpfen gekauft.
Etwas später gab es eine neue Entwicklung. Die Gemeinde Schlitz in Hessen hatte eine pfiffige Idee. Sie vergab an alle Personen Fischereischeine – ohne Prüfung, gegen Gebühren und Kauf einer Tageskarte. Ganze Busse pilgerten nach Schlitz, um sich die Prüfung zu sparen. In der Zeit der Rechtsunsicherheit, ob diese Scheine zulässig waren, traten auch einige Markt Erlbacher dem Verein bei. In Markt Erlbach aber durften sie nie gültig fischen.
Der Verein wuchs in den Anfangsjahren langsam. Erste Grillfeste am Schnabelweiher fanden statt. Zum Jahresabschluss gab es pro Mitglied einen ganzen gebackenen Karpfen – und einen zweiten für die Partnerin,, die öfter mal auf den Fischer verzichten musste.
Der Verein musste bald sein Vereinslokal wechseln, vom Lederer zum Gasthaus Popp. Es gab eine Reihe sehr langer, intensiver Fischersitzungen, die oft lange über die Sperrstunden hinaus gingen, erinnert sich Ittner.
Das Hauptthema war schon bald das Miteinander von Fried- und Raubfischen. Friedfische tun anderen Fischen nichts, Raubfische jagen sie. In den ersten Jahren setzten sich die Friedfischer durch. Doch es kamen auch Zeiten, in denen experimentiert wurde: Eigene Fischzucht mit Karpfen, Aale auf Probe, Zander und Hechte. Dabei, das Gras im Weiher klein zu halten, sollten zunächst Enten helfen, später wurden sie durch Graskarpfen abgelöst.
„Der Verein hat sich über die Jahre gut entwickelt“, resümiert der ehemalige Vorsitzende: „Eine junge intakte Vorstandschaft führt ihn erfolgreich. Und die Mitgliederzahl von etwa 150 aktiven und passiven Fischern kann sich sehen lassen.“
Das Fischerfest sei ein fester Bestandteil im Leben von Markt Erlbach. Es findet immer am Fronleichnam statt. Gegrillte Makrelen und Forellen gebe es in Erlbach bei keinem anderen Fest, betont Ittner ein Alleinstellungsmerkmal.
Samstag, 14. Juni:
Festzelt bei der Erlanger Straße 20, hinter dem Friedhof in Markt Erlbach.
Am Freitag, 19. Juni, steigt zudem ab 11 Uhr ein Fischerfest mit gegrillten Makrelen und Forellen.
Im Jahre 2024 wurde als Krönung ein Fischerheim gebaut, „das mit Aufenthalts- und Lagerräumen alles bietet, was der Verein für seine gute Zukunft braucht.“
Ittners Resümee: Eine gute Führungsmannschaft sowie Mitglieder, die gerne und immer ihre gemeinsamen Arbeitseinsätze bewältigen, lassen den Verein ruhig und gesichert in die Zukunft blicken.