600 Bratwürste, so verlautete in Feuchtwangen, hatte der TuS für das Pokalspiel am Dienstag eingekauft. Und weil von denen eine gute halbe Stunde nach Abpfiff nicht mehr viele übrig waren, darf man vermuten, dass viele der 600 Besucher satt nach Hause gingen. Satt war auch der Gegner SpVgg Ansbach. Nicht an Fleisch, sondern an Toren.
Das vorletzte der sechs Ansbacher Tore war für dieses Erstrundenspiel im BFV-Toto-Pokal nicht mehr sonderlich bedeutsam, für den Schützen allerdings schon. Michael Sperr hat es erzielt. Das erste Tor des Stürmers seit dem Doppelpack in der Regionalliga gegen den TSV Rain vergangenen September. Ein paar Wochen später riss sein Kreuzband im linken Knie.
Jetzt ist er zurück, als Erster aus dem Ansbacher Trio der schwer am Knie verletzten Stürmer (Patrick Kroiß ist rekonvaleszent, Maximilian Hirschmann sah man in Feuchtwangen immerhin schon wieder beim Auslaufen).
Sperr und Bastian Herzner verliehen der Ansbacher Offensive in der letzten halben Stunde neuen Schwung. Es dauerte aber bis in die Schlussminuten, ehe sich beide doch noch in die Torschützenliste eintrugen. Mal rettete der Pfosten, mal TuS-Torwart Daniel Klein, dann wurde ein Versuch auf der Linie geklärt und kurz bevor man ernsthaft Mitleid mit dem sich so sehr um einen Treffer mühenden Sperr bekommen konnte, schlug ein Schuss von ihm neben dem Pfosten ein.
Es war der Anlass für Fangesänge („Michi Sperr, Michi Sperr“) und der Grund dafür, dass er nach seinem zweiten Einsatz diese Saison lächelnd vom Feld ging. „Ein gutes Gefühl“, grinste Sperr auf dem Weg in die Kabine.
Kritischer Blick auf das sensible Gelenk, mit dessen Genesung doch einige Hoffnungen im Ansbacher Lager verbunden sind. „Vor zwei Wochen hatte ich noch kleine Probleme beim Durchstrecken“, berichtet Sperr, aktuell sei alles in Ordnung, seine Fitness sieht er bei „mindestens 95 Prozent“. Ein paar Minuten zum Reinschnuppern im Ligaspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth II folgte nun ein längerer Einsatz samt Tor im Pokal. Er ist bereit zu neuen Taten.
Unter denen, die Sperr das Tor besonders gönnten, war auch Christoph Hasselmeier. „Wir sind eine Runde weiter und haben keinen verletzten Spieler“, hakte der SpVgg-Trainer den Pokalauftritt als erwarteten Erfolg ab.
Im ungewohnten 4-3-3 bespielte der drei Klassen höher angesiedelte Gast den sich clever einigelnden Bezirksligisten, wobei in Hälfte eins aus der Überlegenheit zu wenig Torszenen resultierten und der Vorsprung nach den Treffern von Eric Weeger (7./Foulelfmeter) und Jonas Sauerstein (32.) zur Pause bei einem Gegentor von Steven Bartels (42./Foulelfmeter) noch knapp war.
Ein wenig trauerte man beim TuS den zwei Aluminiumtreffern aus Hälfte eins von Fabian Heumann-Neubert und Simon Schwarz nach. Von denen hatte allerdings auch Ansbach welche zu bieten (Riko Manz, Tanyel Deliboyraz) und in der zweiten Hälfte drei frische Angreifer, die sich die weiteren vier Treffer einer nun viel torgefährlicher agierenden Mannschaft teilten: Niklas Seefried (53., 77.), Sperr (88.) und Herzner (90.). Zwischendurch vollendete der Feuchtwanger Adama Joof einen Konter zum 2:4 (78.).
Sechs Gegentore verursachten bei TuS-Trainer Daniel Pfeuffer dann doch leichtes ein Völlegefühl: „Ansbach hat den Klassenunterschied schon deutlich gemacht, aber wir haben uns im Rahmen unserer Möglichkeiten super verkauft und waren in der ersten Halbzeit lange dran. Mit dieser Leistung kann man zufrieden sein. Als Ergebnis steht jetzt ein 2:6, für mich fühlt es sich aber eher wie ein 2:4 an.“
Ansbach hat sich mit dem Einzug in die zweite Runde ein zusätzliches Wochentagsspiel eingehandelt – voraussichtlich am Dienstag, 15. August. Ausgelost werden die Paarungen am heutigen Donnerstag.