Schnee und Glätte - Erneut kein Unterricht an vielen Schulen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 27.01.2026 05:55, aktualisiert am 27.01.2026 08:56

Schnee und Glätte - Erneut kein Unterricht an vielen Schulen

Auch am Morgen war Vorsicht geboten auf vielen Straßen in Bayern.  (Foto: Armin Weigel/dpa)
Auch am Morgen war Vorsicht geboten auf vielen Straßen in Bayern. (Foto: Armin Weigel/dpa)
Auch am Morgen war Vorsicht geboten auf vielen Straßen in Bayern. (Foto: Armin Weigel/dpa)

Der Wintereinbruch sorgt vor allem im Norden Bayerns weiterhin für geschlossene Schulen und Behinderungen, doch größere Unfälle sind zunächst weitgehend ausgeblieben. Die Unfallwelle auf den Straßen sei am Montagabend abgeebbt, in der Nacht habe es sich beruhigt, hieß es am Morgen von den Polizeipräsidien. 

Dennoch kam es zu diversen Blechschäden, bei mehreren Zusammenstößen waren Leichtverletzte zu beklagen. In Kulmbach rutschte ein 28-Jähriger zudem mit seinem Auto gegen eine Mauer. Er wurde in dem Wagen eingeklemmt und schwer verletzt. Und ein Radfahrer wurde durch einen abbrechenden Ast lebensgefährlich verletzt.

Der 41-Jährige war am Abend in Bamberg unterwegs, als ein Ast wohl aufgrund der starken Schneelast herabstürzte. Der Radfahrer erlitt laut Polizei schwerste Verletzungen und wurde in einem Krankenhaus notoperiert. Das Präsidium warnte daher am Morgen: „Aufgrund der starken Schneefälle besteht aktuell in ganz Oberfranken eine erhebliche Schneebruchgefahr.“ Aufenthalte unter Bäumen seinen möglichst zu vermeiden. Zu Gebäuden solle Abstand gehalten werden, da Dachlawinen drohten. 

Auch die mittelfränkische Stadt Fürth warnte vor „Gefahr für Leib und Leben“ beim Betreten von Wald- und Baumbereichen. Eine weitere Warnung kam von der unterfränkischen Stadt Aschaffenburg. Zudem wurden mehrere Straßen in Franken aufgrund der Gefahr gesperrt, dass schwer mit Schnee beladene Äste abbrechen könnten. In Würzburg verhinderte die Witterung, dass der Straßenbahn- und Busverkehr am Morgen wie gewohnt aufgenommen wird. Auch im Stadt- und Landkreis Forchheim kam es zu Einschränkungen im öffentlichen Personennahverkehr.

Schulwege nicht immer sicher

In mehreren Landkreisen und Städten fiel der Präsenzunterricht aus. Dazu gehörten laut einer Liste des Kultusministeriums die Landkreise Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim, Bamberg, Erlangen-Höchstadt, Forchheim, Fürth und Kitzingen. Auch die Grundschule Pilsach im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz war darunter. Grundsätzlich keinen Präsenzunterricht in den Schulen sollte es auch in den Städten Erlangen, Bamberg, Forchheim, Nürnberg und Fürth geben.

Nach Rücksprache mit Busunternehmen und Straßenmeisterei führten die Schneemassen weiter zu massiven Verkehrseinschränkungen, wie es in mehreren Mitteilungen hieß. Eine sichere Busbeförderung sei daher nicht zu gewährleisten. Der Landkreis Forchheim teilte zudem mit, die Sicherheit auf den Schulwegen könne nicht garantiert werden.

In vielen Fällen wurden Notbetreuungen eingerichtet. Kein Präsenzunterricht bedeutet allerdings nicht unbedingt, dass der Unterricht komplett ausfällt. Die Schulleitungen entscheiden eigenständig, ob der Unterricht etwa per Videokonferenz erfolgt oder Arbeitsblätter zu bearbeiten sind.

Unfallwelle abgeebbt

Auf den Straßen blieb es in der Nacht vergleichsweise ruhig, wie die Polizeipräsidien berichteten. Bis dahin krachte es durchaus häufiger: In Unterfranken kam es nach ersten Angaben am Montag inklusive einiger weniger Unfälle in der Nacht zum Dienstag zu 162 Einsätzen und 48 Unfällen, bei denen mindestens fünf Menschen leicht verletzt wurden. Schwerpunkte waren Würzburg und Schweinfurt. 

In Oberfranken registrierte die Polizei von Montagmittag bis Montagabend 116 Einsätze, davon 74 Unfälle mit zwei Leichtverletzten und 4 gestürzte Fußgänger. Am Abend und in der Nacht kamen weitere 69 Einsätze dazu. Nach Angaben eines Sprechers rückten die Beamten vor allem am Montagabend noch wegen Verkehrsunfällen aus, später kam vermehrt Schneebruch hinzu.

Das Polizeipräsidium Niederbayern vermeldete zwölf witterungsbedingte Einsätze seit dem Abend. Ein Auto rutschte in den Gegenverkehr und stieß dort mit einem anderen Fahrzeug zusammen, dabei wurde ein Mensch leicht verletzt. In der Oberpfalz wurden zunächst keine Unfälle seit dem Abend bekannt. Die Straßen seien frei, hieß es aus dem Präsidium.

Neue Niederschläge angekündigt

Der Winter hat vor allem den Norden Bayerns weiter im Griff. Bis zum Vormittag gebe es bayernweit verbreitet Glätte durch gefrierende Nässe, gebietsweise durch Schnee, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit. Hinzu komme es lokal zu Nebel mit Sichten unter 150 Metern. Tagsüber gibt es im Norden viele Wolken, hingegen kann an den Alpen aufgrund eines Zwischenhochs zeitweise die Sonne scheinen. Am Abend gibt es im westlichen Franken bereits neue Niederschläge. 

Dort könne es in der Nacht zum Mittwoch gebietsweise bis zu fünf Zentimeter Neuschnee geben, prognostizierte der DWD. Die Meteorologen sagten zudem mit Schwerpunkt im Norden und Westen in der Nacht Glatteisgefahr durch gefrierenden Regen voraus. In den übrigen Landesteilen gebe es zum Teil Glätte durch überfrierende Nässe.

© dpa-infocom, dpa:260127-930-601319/3


Von dpa
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