Rehe, die an Trieben knabbern: Wie im Landkreis Ansbach die „Intervall-Jagd” hilft | FLZ.de

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Veröffentlicht am 14.05.2026 13:36

Rehe, die an Trieben knabbern: Wie im Landkreis Ansbach die „Intervall-Jagd” hilft

Hubert Bodächel erläuterte, mit welchen Methoden es gelang, eine günstige Verbissbelastung in der Hegegemeinschaft Flachslanden zu erreichen. (Foto: Fritz Arnold)
Hubert Bodächel erläuterte, mit welchen Methoden es gelang, eine günstige Verbissbelastung in der Hegegemeinschaft Flachslanden zu erreichen. (Foto: Fritz Arnold)
Hubert Bodächel erläuterte, mit welchen Methoden es gelang, eine günstige Verbissbelastung in der Hegegemeinschaft Flachslanden zu erreichen. (Foto: Fritz Arnold)

Der Waldumbau wird in Zeiten des Klimawandels immer wichtiger. Doch weithin wird er durch hohen Wildverbiss erschwert. Auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften im Ansbacher Landkreis kamen nun rund 60 Interessierte in den Hegering an der nördlichen Landkreisgrenze, der als gelungenes Beispiel für Waldumbau gilt.

Unter die Besucherinnen und Besucher mischte sich auch der neue Landrat Marco Meier und lief eineinhalb Stunden mit. Nach seinen Worten kennt er die umstrittene Thematik, nachdem er aus der Gemeinde Weihenzell stamme. Das dortige Revier Wernsbach gelte als bayernweites Beispiel, wie mit einer Änderung der Jagd die Naturverjüngung des Waldes seit Jahren ohne Zaun funktioniert.

Intervall-Jagden als Grund für gutes Ergebnis?

Martin Gögelein, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaft, hatte in die Hegegemeinschaft Flachslanden eingeladen, nachdem dort die Verbissbelastung beim jüngsten Gutachten nicht nur als tragbar, sondern als günstig eingestuft worden war. Hubert Bodächtel als Vorsitzender und Pächter des Reviers Neustetten führt das gute Ergebnis vor allem auf die praktizierten Intervall-Jagden zurück, bei denen gleich am 1. Mai möglichst viele Böcke und Schmalrehe erlegt werden, die dann in der Folgezeit keine Leittriebe junger Bäumchen mehr abknabbern.

Bodächtels Kernaussage: „Wer früh Rehwild erlegt, vermindert mit weniger Abschuss die Verbissbelastung. Wer im Dezember seinen Abschuss noch nicht erfüllt hat, hat im Frühjahr und Herbst gute Möglichkeiten der Verbissreduktion verpasst.“ Er erläuterte, dass sich nach Untersuchungen von Biologen pro Tag 21 Leittriebe im Pansen eines Rehes befinden. Dies bedeutet, dass ein am 1. Mai erlegtes Schmalreh eine Minderbelastung von 5145 Laubholz-Leitrieben gegenüber einem Abschuss am 2. Januar des Folgejahres bedeutet.

Am Abend wenig Arbeiten in Waldnähe

Danach müsse dann Ruhe einkehren. Deshalb appellierte er an die Landwirtinnen und Landwirte, in den Abendstunden in Waldnähe möglichst wenige Arbeiten zu verrichten. Zudem bat er die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, keine Zäune zu bauen und nicht mehr benötigte Zäune zu entfernen, sowie den Wald aufzulichten, um die Naturverjüngung anzuregen. Um die Situation von Wald und Wild zu entspannen und das gegenseitige Verständnis zu verbessern, empfahl der Hegeringleiter, dass mehr Waldbesitzende den Jagdschein machen und Jägerinnen und Jäger sich Wald kaufen sollten.

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