Flüchtlinge aus der von russischen Truppen besetzten südukrainischen Frontstadt Oleschky haben mit der Ankunft in Belarus die nächste Etappe auf dem Weg in nicht besetzte Gebiete der Ukraine genommen. „Bald werden wir zu Hause sein“, schrieb der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez bei Telegram.
Lubinez veröffentlichte dazu einen Videozusammenschnitt, der die Landung eines Flugzeugs sowie Menschen und Hunde zeigt, die aus Flugzeugen gebracht werden. Sie seien gemeinsam auf belarussischem Gebiet, schrieb er. Zuvor hatte auch der ukrainische Unterhändler David Arachamija mitgeteilt, dass das vierte und letzte Flugzeug in Gomel gelandet sei.
Der staatlichen belarussischen Nachrichtenagentur Belta zufolge hat eine Buskolonne den Flughafen verlassen. Sie sei auf dem Weg zum Grenzpunkt Nowaja Guta.
Zuvor hatte auch das Verteidigungsministerium in Moskau mitgeteilt, dass aus Oleschky gerettete Menschen in russischen Militärmaschinen gemeinsam mit Lubinez nach Gomel in Belarus ausgeflogen würden, von wo es weiter in die Ukraine gehen soll.
Bei der Evakuierung am Vortag hatten die Menschen nach russischen und ukrainischen Angaben die Wahl, sich für eine Ausreise aus der Trümmerstadt oder den Verbleib dort zu entscheiden. Der ukrainische Beauftragte Lubinez und seine russische Kollegin Jana Lantratowa hatten die Evakuierung am Freitag persönlich begleitet. Sie dankten der US-First-Lady Melania Trump für die Vermittlung einer mehrtägigen Waffenruhe und stellten mögliche weitere humanitäre Aktionen für notleidende Menschen in Frontstädten in Aussicht.
Die Waffenruhe für das Gebiet Cherson, das teils von Russland, teils von der Ukraine kontrolliert wird, endet am Sonntagabend. Dann dürften die Angriffe unvermindert weitergehen.
© dpa-infocom, dpa:261031-930-921822/2