Die Auszeit war nötig für eine Generalüberholung durch das Wasserwirtschaftsamt. Jetzt ist es endlich so weit: Im Obernzenner Freizeitsee kann ab sofort wieder geschwommen werden.
Und sowohl die Liegewiesen als auch die von den Mitarbeitern des gemeindlichen Bauhofes auf Vordermann gebrachten Freizeiteinrichtungen, wie der Spielplatz, können ebenfalls wieder vollumfänglich genutzt werden. Hand angelegt wurde in den zurückliegenden Tagen zudem am etwa 1700 Meter langen Rundweg um den See. Dank einer neuen Deckschicht rollt es nun weit besser als bisher – und dürfte nicht nur Radfahrer und Radfahrerinnen, sondern auch jene freuen, die sich mit Gehhilfen oder einem Rollstuhl auf den Rundkurs begeben möchten.
An ein Eintauchen in die noch kühlen Fluten dachten am Dienstag bei der offiziellen Eröffnung der Badesaison allerdings weder Landrat Dr. Christian von Dobschütz noch Bürgermeister Johannes Weiß oder Thomas Keller, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Ansbach.
Als maßgeblich Verantwortlicher für die Sanierung des in erster Linie als Hochwasserrückhaltebecken konzipierten Freizeitsees würdigte Keller das harmonische Miteinander sämtlicher an der Sanierung des Beckens beteiligter Personen und Firmen. Das Abfischen durch die ehrenamtlichen Helfer des örtlichen Fischereivereins und auch das Umsiedeln der im See lebenden Muscheln habe wie am Schnürchen geklappt.
Ein Paradebeispiel für gute Zusammenarbeit stellte zudem jenes zwischen der Marktgemeinde und den Behörden dar, allen voran jenes zwischen Obernzenns geschäftsführender Beamtin Heike Greiner und Abteilungsleiter Heiko Moßhammer.
Nach der Trockenlegung hatten seit November 2024 Sicherheitsüberprüfungen und umfangreiche Bauwerkinstandsetzungsmaßnahmen stattgefunden. Da sich nach dem Fluten viele der Bauwerke unter Wasser befinden, war eine Trockenlegung des Stauraumes unumgänglich. Zu guter Letzt wurden dem See rund 23.000 Kubikmeter an Sedimenten entnommen und auf umliegenden Ackerflächen landwirtschaftlich verwertet.
Am 18. November 2025 startete man im Beisein von Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber den Wiederanstau. Mitte Februar erreichte die 13,6 Hektar umfassende Wasserfläche dann ihren ursprünglichen Pegel, der im Dammbereich bis zu fünf Meter tief ist. Einer Freizeit- und Badenutzung steht somit fortan nichts mehr im Wege.
„Von all dem profitiert der Markt Obernzenn enorm“, freute sich Johannes Weiß. Der neue Rathauschef merkte jedoch auch an, dass die Kommune tief in die Tasche greifen musste, um den Freizeitsee wieder zu einem der touristischen Highlights im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim werden zu lassen. Einer der mit rund 160.000 Euro „dicksten Brocken”, den die Gemeinde zu stemmen hatte, war die Sanierung des Rundweges.
„Luft nach oben gibt es allemal“, betonte Weiß. Dabei richtete sich sein Blick auch auf die Bewirtung des Strandhauses, hinter der aktuell noch ein großes Fragezeichen steht. Nachfolger für die jetzigen Pächter werden dringend gesucht – für etwaige Interessenten stehen die Türen des Rathauses offen, hieß es.
Nicht nur für Obernzenn, sondern auch für den Landkreis stellt diese größte Wasserfläche einen wichtigen Pfeiler in der touristischen Entwicklung dar. „Unser Ziel ist es“, so Dr. Christian von Dobschütz, „Frankens Mehrregion, aus touristischer Warte, mehr und mehr weiterzuentwickeln.“ Ein Unterfangen, das nur in engster Zusammenarbeit mit den Kommunen zu verwirklichen sei und für das der Obernzenner Freizeitsee ein Paradebeispiel darstelle.