Hans-Jürgen Eff hat als Erster seinen Hut in den Ring geworfen und sich als Kandidat für den Oberbürgermeisterposten nominieren lassen. Die inhaltliche Ausrichtung ließ er bei der Nominierung noch offen. Nun haben Die Ansbacher ihre Wahlkampfthemen vorgelegt.
Mit den Bemühungen der Verwaltung unter Oberbürgermeister Thomas Deffner (CSU) in Sachen Belebung der Innenstadt zeigt sich Eff wenig zufrieden. „Gestalten statt verwalten” ist sein Motto, was als klare Gegenposition zum aktuellen OB zu verstehen ist. Eff setzt auf ein Innenstadtkonzept nach dem Vorbild der Stadt Fürth, das sich seiner Meinung nach in den zurückliegenden eineinhalb Jahrzehnten hervorragend entwickelt habe und damit eine sehr gute Blaupause für Ansbach sei.
Einer der Kernpunkte dabei: „Die Stadt soll künftig mitentscheiden können, wer Innenstadtgeschäfte anmietet.” So schwebt Eff etwa eine Obergrenze für bestimmte Geschäfte vor, wie es sie für Spielhallen bereits gibt. Damit würde seines Erachtens vor einer eintönigen Geschäftslandschaft schützen. „Wir wollen erreichen, dass Ansbach wieder zu einem Einkaufsbummel einlädt, der Spaß macht.” Tourismus und Gastronomie gelte daher ein besonderes Augenmerk.
Apropos Wohlfühlcharakter: Da schrecken die Ansbacher nicht davor zurück, selbst den für Ansbach „ikonischen Status des Martin-Luther-Platzes” infrage zu stellen. Der Platz werde zu wenig gepflegt, argumentiert Eff, er lade nicht zum Verweilen ein. „Es braucht viel mehr Grün und Sitzgelegenheiten.”
Deutlich Stellung nehmen die Ansbacher zu den Kindergärten und Schulen im Stadtgebiet. Eff spricht von einem „in weiten Teilen desolaten Zustand” bei den Bildungseinrichtungen. Aber man könne – im Gegensatz zur Praxis unter OB Deffner – nicht darauf warten, dass irgendwann eine Generalsanierung anstehe, wenn akut schwerwiegende Probleme auftauchten. „Wir wollen erreichen, dass bereits im Kindesalter das Leben in unserer Stadt positiv wahrgenommen wird und Jugendliche ihre Zukunft in Ansbach sehen.”
In einem in der Stadt kontrovers diskutierten Thema nehmen die Ansbacher eine moderate Rolle ein. Da aufgrund der geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen Stellflächen am Rezatparkplatz verloren gehen werden, was für die Innenstadtbelebung kontraproduktiv sei, setzen Eff und Co auf eine Mischlösung: Sie sprechen sich für den Bau eines Parkdecks am Parkplatz West nach dem optischen Vorbild des Pendants der Landesfinanzschule aus. So gingen keinen Parkflächen verloren, das Angebot für Besucher mit dem Auto bliebe gleich.
Nur ein paar Meter davon entfernt, soll im Zuge der Renaturierungsmaßnahmen der Rezat ein beinahe vergessenes „Leuchtturmprojekt” abgestaubt und verwirklicht werden. Die Ansbacher möchten den von Eff vor Jahren schon ins Spiel gebrachten Stadtstrand „als Naherholungsgebiet und als Verbindung zwischen Altstadt und Brückencenter” doch noch umsetzen. „In vielen Städten gibt es so etwas, und wir haben einen wirklich herausragenden Platz dafür.”
Eff will gleich an einigen Stellschrauben drehen, auch und gerade in Sachen Miteinander. Dafür stünden etwa generationenübergreifende Veranstaltungen. „Um die nächsten Generationen in Ansbach in Lohn und Brot zu halten, zum Beispiel in Pflegeberufen, ist es nötig, die Generationen nicht getrennt voneinander, sondern als Teile eines Ganzen zu betrachten.”
Neben übergeordneten Themen stehen auch ganz praktische Ansätze auf der Agenda: So möchten die Ansbacher den historischen Pavillon auf der Promenade versetzen, um das gastronomische Angebot des neuen Pächters auch der Laufkundschaft zugänglich zu machen. Dazu soll der Pavillon in Richtung Herrieder Tor rücken.