Neunmeter-Drama im Finale des Mitternachtsturniers in Wassertrüdingen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 26.12.2025 18:06

Neunmeter-Drama im Finale des Mitternachtsturniers in Wassertrüdingen

Ansbacher, wohin das Auge reicht: Im Spiel um Platz 3 hatte es Niklas Reutelhuber (in Blau) vom SV Alesheim mit der Mitternachtsturnier-Auswahl zu tun, in diesem Fall mit Florian Seefried. Reutelhuber trainiert zudem die Regionalliga-Truppe der SpVgg Ansbach, Seefried spielte einst für sie. Das gilt auch für den Mann im Hintergrund, Auswahl-Torhüter Sebastian Heid. (Foto: Martin Rügner)
Ansbacher, wohin das Auge reicht: Im Spiel um Platz 3 hatte es Niklas Reutelhuber (in Blau) vom SV Alesheim mit der Mitternachtsturnier-Auswahl zu tun, in diesem Fall mit Florian Seefried. Reutelhuber trainiert zudem die Regionalliga-Truppe der SpVgg Ansbach, Seefried spielte einst für sie. Das gilt auch für den Mann im Hintergrund, Auswahl-Torhüter Sebastian Heid. (Foto: Martin Rügner)
Ansbacher, wohin das Auge reicht: Im Spiel um Platz 3 hatte es Niklas Reutelhuber (in Blau) vom SV Alesheim mit der Mitternachtsturnier-Auswahl zu tun, in diesem Fall mit Florian Seefried. Reutelhuber trainiert zudem die Regionalliga-Truppe der SpVgg Ansbach, Seefried spielte einst für sie. Das gilt auch für den Mann im Hintergrund, Auswahl-Torhüter Sebastian Heid. (Foto: Martin Rügner)

Das 32. Mitternachtsturnier in der Wassertrüdinger Hesselberghalle fand einen neuen Gewinner. Turnierneuling SGM Kreßberg marschierte ungeschlagen durch den Abend und sicherte sich als elfter Verein den Wanderpokal im Finale gegen einen anderen Neuling, die SpVgg Ansbach U19 – erstmals in der Turniergeschichte im Neunmeterschießen.

Keine Rolle spielte am 1. Weihnachtsfeiertag vor 1000 Zuschauern der dritte Turnierneuling. Der Sportclub D.L.P. (Dürrenzimmern/Löpsingen/Pfäfflingen) belegte am Ende den zehnten und damit letzten Platz. In den Gruppenspielen unterlag der SC D.L.P zweimal sehr knapp, um dann im Platzierungsspiel gegen die ebenfalls bis dato punktlose SG Unterschwaningen/Geilsheim/Obermögersheim im Neunmeterschießen mit 3:5 zu verlieren.

Favorit TSV Nördlingen nicht so stark wie erwartet

Überhaupt brachten die meisten Gruppenspiele enge Auseinandersetzungen, auch wenn einige Ergebnisse eindeutige Spielabläufe vermuten lassen. Des Öfteren kratzte der Underdog am Image des Höherklassigen und dieser musste dann tief in seinem Portfolio kramen, um unbeschadet die Situation zu überstehen. So schon im zweiten Spiel der Gruppe A, als der vermeintliche Turnierfavorit TSV Nördlingen gegen die U19 der SpVgg Ansbach erst kurz vor Schluss den 1:1-Ausgleich erzielen konnte.

Wie sich im Turnierverlauf herausstellte, wurden die mit einer gemischten Mannschaft aus Bayernliga- und Bezirksligaspielern angetretenen Nördlinger ihrer Favoritenstellung nicht gerecht. Im zweiten Spiel gegen Kreßberg setzte es eine 1:3-Niederlage. Als es im letzten Gruppenspiel gegen den TuS Feuchtwangen nur ein 2:2-Unentschieden gab, war die Straße ins Halbfinale endgültig versperrt. Der letztjährige Halbfinalist Feuchtwangen war zu diesem Zeitpunkt schon aus dem Rennen, aber die sehr junge Truppe aus der Kreuzgangstadt zeigte Moral und düpierte den klassenhöheren Gegner aus dem Ries.

Das 32. Mitternachtsturnier in Wassertrüdingen fand wie immer in einer voll besetzten Hesselberghalle statt. 1000 Zuschauer wurden offiziell gezählt, von denen ein Teil hautnah dran war an der Action. (Foto: Martin Rügner)
Das 32. Mitternachtsturnier in Wassertrüdingen fand wie immer in einer voll besetzten Hesselberghalle statt. 1000 Zuschauer wurden offiziell gezählt, von denen ein Teil hautnah dran war an der Action. (Foto: Martin Rügner)

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Die jüngste Mannschaft im Turnier stellte die U19 der SpVgg Ansbach. Zum ersten Mal in der Turniergeschichte nahm ein reines Juniorenteam – mit Genehmigung des Bayerischen Fußballverbandes – teil und überzeugte positiv. Wenn auch nicht in Bestbesetzung angetreten, zeigten die Nachwuchskicker ihr technisches Können und ließen so manch Ältere im wahrsten Sinne des Wortes alt aussehen.

Vor allem im Halbfinale gegen den SV Alesheim drehten die „jungen Wilden“ von Trainer Jonas Langer auf und wollten es dem bei Alesheim spielenden Trainer der SpVgg-Ersten, Niklas Reutelhuber, zeigen. Was ihnen auch gelang: Mit 3:1 beförderten sie den Titelverteidiger aus dem Turnier.

Vorjahressieger SV Alesheim hat schwer zu kämpfen

In der Gruppe B schien schon vor dem ersten Gruppenspiel die Reihenfolge festzustehen und im Großen und Ganzen entsprach der Gruppenendstand auch den Erwartungen. Vorjahressieger Alesheim musste allerdings schwer kämpfen, um den ersten Gruppenplatz zu belegen. Gegen die Mitternachtsturnier-Auswahl gab es im Auftaktspiel einen 2:0-Sieg.

Ein höheres Ergebnis verhinderte Auswahltorwart Sebastian Heid, der schon da den Besuchern zeigte, was als Regionalligatorwart im Trikot der SpVgg Ansbach gefragt war. Mit diesem Spiel war die Frage nach dem besten Turniertorwart eigentlich geklärt, obwohl auch der Kreßberger Jonas Schmidt eine hervorragende Leistung im gesamten Turnier zeigte.

Patrick Kroiß stellte Mitternachtsturnier-Auswahl zusammen

Alesheim quälte sich dann gegen D.L.P. zu einem 3:2, ließ Bezirksligakonkurrent Fortuna Neuses mit 4:0 keine Chance – zur Ehrenrettung der Neuseser sei angemerkt, dass sie ebenfalls mit einer gemischten Mannschaft antraten – und im letzten Spiel gegen Gastgeber TSV Wassertrüdingen gab es dann ein 1:1. Niklas Reutelhuber schonte sich da, das Halbfinale war schon erreicht.

Das i-Tüpfelchen in Gruppe B war aber die Mitternachtsturnier-Auswahl. Neben dem schon erwähnten Heid hatte Patrick Kroiß weitere ehemalige SpVgg-Akteure berufen, die im Turnierverlauf immer besser zusammenfanden und relativ unglücklich am Finaleinzug scheiterten. Ob die schussstarken Fabian Döllinger (auch Kicker im American Football) und Claudius Krug, die spielstarken Sebastian Stolz, Maxi Takacs und Max Störzenhofecker, die schlitzohrigen Mario Klupp und Florian Seefried sowie der robuste Arbnor Dervishaj (jetzt FC Magdeburg II) – sie alle deuteten ihr Können an.

Noah Krieger schießt die Auswahl aus dem Turnier

Im Halbfinale gegen Kreßberg ging die Auswahl durch Döllinger nach 13:30 Minuten in Führung, um keine 20 Sekunden später den Ausgleich zu kassieren. Als alle schon mit einem Neunmeterschießen rechneten, nutzte der zum besten Turnierspieler gewählte Noah Krieger eine Konzentrationsschwäche und netzte fünf Sekunden vor der Schlusssirene zum 2:1-Siegtreffer ein.

So platzte das durchaus mögliche Finale SpVgg Ansbach jung gegen SpVgg Ansbach alt und es stand das Duell der U19 gegen das Überraschungsteam aus Kreßberg auf dem Programm. Der württembergische Bezirksligist war mehr oder minder flott durch seine Gruppe marschiert und schon im letzten Gruppenspiel auf den Ansbacher Nachwuchs getroffen. In einer spannenden und ausgeglichenen Begegnung hatte da ein 3:3 auf der Anzeigetafel gestanden.

Torhüter schießt Tore und bereitet sich auch noch vor

Besonders auffällig war bei Kreßberg die Harmonie der Mannschaft, die sich auf das Turnier speziell vorbereitete und damit den meisten Teams etwas voraus hatte. Heraus stach aus der Mannschaft neben Torhüter Jonas Schmidt, der die „Wayne-Gretzky-Nummer 99“ auf dem Trikot trug, ein Tor selbst schoss und drei weitere vorbereitete, vor allem Noah Krieger. Der verhinderte Regionalligaspieler – er stand in der Saison 24/25 bei der SpVgg Ansbach unter Vertrag, kam aber wegen einer hartnäckigen Verletzung nicht zum Einsatz – wurde nicht nur zum besten Spieler des Turniers gewählt, er war auch mit dem Ansbacher Leon Stauber der beste Torschütze, beide erzielten jeweils fünf Treffer.

Im taktisch geprägten Endspiel brachte Noah Krieger seine Farben nach zwei Minuten in Führung, die drei Minuten später Moritz Brehm – 17 Jahre alt und damit jüngster Spieler des Turniers – egalisierte. Zwei Minuten darauf schoss Elia Krieger das 2:1 für die SGM.

Später Treffer führt die Kontrahenten ins Neunmeterschießen

Die jungen Ansbacher erhöhten nun den Druck. Den Wind aus den Segeln nahm ihnen allerdings vorerst einmal Schiedsrichter Florian Scheller, der eine überzogene Zeitstrafe aussprach. Der verdiente Ausgleich gelang den Ansbachern trotzdem noch. Timo Göllner sorgte nach 13:40 Minuten für das 2:2. Damit gab es zum ersten Mal in der Turniergeschichte ein Neunmeterschießen im Endspiel. In diesem waren die Spieler der SGM Kreßberg (Spfr Leukershausen-Mariäkappel/GSV Waldtann) aus dem Landkreis Schwäbisch-Hall die glücklicheren und holten sich bei der ersten Teilnahme auch gleich den Siegerpokal.

Die eingesetzten Schiedsrichter Bernd Keil, Michael Matthies (beide TSV Wassertrüdingen), Patrick Lohwasser (TSV Lichtenau) und Florian Scheller (TSV Rothenburg) hatten mit der fairen Spielweise der Mannschaften – es gab drei Zeitstrafen – keine Probleme und erledigten ihre Aufgaben im Großen und Ganzen zufriedenstellend.

Turnierverlauf

Gruppe A: Unterschwaningen/ Geilsheim/Obermögersheim – Feuchtwangen 1:3, Ansbach U19 – Nördlingen 1:1, Kreßberg – U/G/O 3:1, Feuchtwangen – Ansbach 0:2, Nördlingen – Kreßberg 1:3, U/G/O – Ansbach 0:4, Kreßberg – Feuchtwangen 2:0, Nördlingen – U/G/O 4:0, Ansbach – Kreßberg 3:3, Feuchtwangen – Nördlingen 2:2.- Tabelle: 1. SGM Kreßberg 10 Punkte/11:5 Tore; 2. SpVgg Ansbach U19 8/10:4; 3. TSV Nördlingen 5/8:6; 4. TuS Feuchtwangen 4/5:7; 5. SG Unterschwaningen/Geilsheim/Obermögersheim 0/2:14.
Gruppe B: Neuses – Wassertrüdingen 3:2, Mitternachtsturnier-Auswahl – Alesheim 0:2, Sportclub D.L.P. – Neuses 0:3, Wassertrüdingen – Auswahl 0:2, Alesheim – D.L.P. 3:2, Neuses – Auswahl 0:2, D.L.P. – Wassertrüdingen 1:3, Alesheim – Neuses 4:0, Auswahl – D.L.P. 2:1, Wassertrüdingen – Alesheim 1:1.- Tabelle: 1. SV Alesheim 10/10:3; 2. Mitternachtsturnier-Auswahl 9/6:3; 3. Fortuna Neuses 6/6:8; 4. TSV Wassertrüdingen 4/6:6; 5. Sportclub D.L.P. 0/4:11.
Halbfinale: Ansbach U19 – Alesheim 3:1 (Torfolge: 0:1 Michael Brunnenmeier, 1:1 Oliver Eze, 2:1 Moritz Brehm, 3:1 Timo Göllner).- Kreßberg – Auswahl 2:1 (Torfolge: 0:1 Fabian Döllinger, 1:1 Riko Bäurle, 2:1 Noah Krieger).
Platzierungsspiele, Platz 9: U/G/O – D.L.P. 5:3 (2:2) nach Neunmeterschießen.- Platz 7: Wassertrüdingen – Feuchtwangen 2:0.- Platz 5: Nördlingen – Neuses 2:1.- Platz 3: Alesheim – Auswahl 7:6 (3:3) n. N.
Finale: Kreßberg – Ansbach U19 6:4 (2:2) n. N. (Torfolge: 1:0 Noah Krieger, 1:1 Moritz Brehm, 2:1 Elia Krieger, 2:2 Timo Göllner; Neunmeterschießen: 1:0 Noah Krieger, 1:1 Timo Göllner, Zakhar Khyzhniak hält gegen Elia Krieger, Jonas Schmidt hält gegen Diego Collura, 2:1 Riko Bäurle, 2:2 Max Gollisch, 3:2 Andreas Fohrer, Schmidt hält gegen Brehm, 4:2 Niklas Reuter).
Bester Spieler: Noah Krieger (Kreßberg); Bester Torhüter: Bastian Heid (Auswahl); Beste Torschützen: Noah Krieger und Leon Stauber (Ansbach U19, je 5 Tore).
Schiedsrichter: Bernd Keil, Michael Matthies (beide TSV Wassertrüdingen), Patrick Lohwasser (TSV Lichtenau), Florian Scheller (TSV Rothenburg).
Turnierendstand: 1. SGM Kreßberg, 2. SpVgg Ansbach U19, 3. SV Alesheim, 4. Mitternachtsturnier-Auswahl, 5. TSV Nördlingen, 6. Fortuna Neuses, 7. TSV Wassertrüdingen, 8. TuS Feuchtwangen, 9. SG Unterschwaningen/Geilsheim/Obermögersheim, 10. Sportclub D.L.P. (Dürrenzimmern/Löpsingen/Pfäfflingen).


    Von HARALD RIEGLER
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