Nun hat sich auch der Feuchtwanger Krankenhausförderverein in die Diskussion über die Zukunft der medizinischen Versorgung im Landkreis zu Wort gemeldet. Der Verein wirft den ANregiomed-Verantwortlichen vor, sich zu wenig um das Immobilienmanagement gekümmert zu haben und hofft auf neue Angebote.
Zwar gibt es in Feuchtwangen seit 2012 kein Krankenhaus im eigentlichen Sinne mehr. Doch die Praxisklinik galt nach dem Ende der stationären Versorgung als modellhaft. „Viele ambulante Angebote wurden dort etabliert, wo früher Krankenhausbetten standen“, schreibt der Förderverein in einer Pressemitteilung. Inzwischen steht aber immer mehr Fläche in dem Gebäude leer.
Der Krankenhausförderverein sieht einen großen Bedarf an weiteren medizinischen Angeboten und somit auch gute Vermietungschancen. Dass sich die Verantwortlichen bei ANregiomed nicht rechtzeitig darum kümmerten, erhöhe nun den Handlungsdruck. Mit der Übernahme von Facharztsitzen wie der Gynäkologie habe ANregiomed wichtige Verantwortung übernommen, heißt es in der Pressemitteilung.
„In der Praxisklinik sind Flächen vorhanden, es fehlt aber an einem aktiven Management, diese erfolgreicher zu bewirtschaften“, kritisierte Fördervereins-Vorsitzender Hans Zwanzger. Etwa ein Fünftel der 5000 Quadratmeter Fläche soll derzeit nicht genutzt sein.
Bürgermeister Patrick Ruh, der ebenfalls dem Vorstand angehört, sagte: „Einige hundert Quadratmeter im Gebäude stehen leer, mit einer aktiven Vermarktung könnten Einnahmen erzielt werden, die ANregiomed dringend benötigt.“ Klinikvorstand Dr. Gerhard Sontheimer hatte gegenüber der FLZ vor einem Jahr erläutert, dass der Standort Feuchtwangen dem Klinikverbund im Jahr einen Verlust „von einer halben Million bis einer Million Euro“ beschere.
Sehr großen Bedarf sieht der Feuchtwanger Bürgermeister an einer Kurzzeitpflegeeinrichtung. Eine solche hat es bis Dezember 2021 im Haus gegeben. Das Klinikum informierte damals, dass das Angebot wegen personeller Probleme nicht fortgesetzt werden könne.
Nach Ansicht von Dr. Wolfgang Langer, niedergelassener Urologe in der Praxisklinik, wäre es für den Industriestandort Feuchtwangen wichtig, einen Durchgangsarzt zu bekommen, um Arbeitsunfälle behandeln zu können. „Dies verbessert auch die Wirtschaftlichkeit der chirurgischen Praxis.“
Seit gut zehn Jahren hat Langer Praxisräume angemietet. „Das Haus bietet traumhafte Arbeitsbedingungen in einer hervorragenden Lage. Da steckt großes Potenzial für weitere Anbieter drin“, ist der Mediziner überzeugt.
Das einstige Krankenhaus bietet bis heute vielfältige Gesundheitsdienstleistungen. Neben dem Medizinischen Versorgungszentrum von ANregiomed sind dort Praxen für Urologie, für Kinderheilkunde und für Podologie zu Hause. Ebenso sind unter anderem eine ambulante Intensivpflege und eine psychiatrische Institutsambulanz (PIA) des Bezirks untergebracht.
„Die Fördervoraussetzungen zur Ansiedelung einer weiteren Hausarztpraxis sind derzeit sehr attraktiv“, ergänzt Ruh. „Nachfrage hat es in der Vergangenheit immer wieder gegeben. Bei guten Mietbedingungen kann das ein Erfolg werden. Verein und Stadt unterstützen auch in Zukunft gerne bei der Umsetzung.“