Im Fall des in der Nacht auf Aschermittwoch in seiner Wohnung überfallenen und zwischenzeitlich verstorbenen 66-jährigen Mannes ist es der Sonderkommission (SOKO) „Stadtgraben” bei der Ansbacher Kriminalpolizei zwischenzeitlich gelungen, einen Tatverdächtigen zu ermitteln. Das gab das Polizeipräsidium Mittelfranken nun bekannt.
Der 47-Jährige wurde am Dienstagnachmittag festgenommen und befindet sich in Untersuchungshaft, heißt es. Nach dem Überfall wurde der 66-jährige Überfallene ins Krankenhaus gebracht. Dieses verließ der Mann am Freitag jedoch und wurde später bei einer Fahndung der Polizei leblos aufgefunden.
Aufgrund des „wahrscheinlichen Zusammenhangs des Todes des Mannes mit dem vorausgegangenen Gewaltdelikt” hatte die Ansbacher Kriminalpolizei die Ermittlungen wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts übernommen.
Zur schnellen und umfassenden Aufklärung des Tatgeschehens wurde die SOKO Stadtgraben ins Leben gerufen. Die Ermittler stellten laut Mitteilung seitdem umfangreiche Untersuchungen in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Ansbach an. Hierzu wurde neben der Auswertung gesicherter Spuren insbesondere das Umfeld des Opfers genau unter die Lupe genommen, heißt es.
Im Rahmen der Ermittlungen ergab sich zwischenzeitlich ein dringender Tatverdacht gegen einen 47-jährigen Bekannten des Mannes. Nach Stellung eines Haftantrags durch die Ansbacher Staatsanwaltschaft wurde der Tatverdächtige am Dienstagnachmittag im Stadtgebiet Ansbach festgenommen. Ein Ermittlungsrichter erließ zwischenzeitlich Haftbefehl wegen Mordes, so das Präsidium.
Obwohl es sich bei dem 47-Jährigen um einen Bekannten des Opfers handelt, steht als Motiv momentan im Wesentlichen nur das Eigentumsdelikt im Raum, erklärte Oberstaatsanwalt Jonas Heinzlmeier auf Nachfrage der Redaktion. Der Tatverdächtige hatte drei Uhren und Bargeld mitgenommen.
Im Nachgang der Tat war das Gerücht herumgegangen, der 66-jährige Überfallene sei zum Zeitpunkt des Überfalls stark alkoholisiert gewesen. Dies konnte Heinzlmeier nicht bestätigen: „Objektiv lässt sich dazu nichts sagen”, erklärte er. Denn: Ein Atemalkoholtest sei bei dem Mann nicht durchgeführt worden.
Das liege daran, dass der Mann erst viele Stunden nach der Tat von den Einsatzkräften behandelt wurde, denn der Notruf ging erst am Mittwochmittag ein. Außerdem habe für die Sanitäter zunächst die Behandlung der schweren Verletzungen im Vordergrund gestanden.
Die Ermittlungen der SOKO Stadtgraben zum genauen Tatgeschehen und zu möglichen weiteren Tatbeteiligten dauern an.