Schlimmer als der SVG Steinachgrund kann eine Fußballmannschaft gar nicht aus der Winterpause kommen. Die Nachwehen des 1:3 in Lauterhofen machen die Situation vor der nächsten Partie am Samstag (14 Uhr) nicht einfach. Die Gutenstettener sind beim Schlusslicht der Landesliga Nordost, Vorwärts Röslau, zu Gast.
Ist dort ein Sieg Pflicht? SVG-Trainer Thomas Guter sagt: „Wir wollen gewinnen. Ob wir gewinnen müssen – naja, eigentlich müssen wir schon gewinnen.” Viel Zuversicht spricht aus diesen Worten nicht, was er auch sogleich zugibt. „Keiner hat aktuell allzu viel Selbstvertrauen bei uns.”
Ein paar Zahlen zur Verdeutlichung: Steinachgrund ist seit sieben Spielen ohne Sieg, rutschte in der Tabelle auf Platz 14 ab und ist mit 24 Zählern nur noch vier Punkte vom ersten Relegationsplatz entfernt. Das Hinspiel gegen Röslau gewann Gutenstetten 3:0.
Ein Sieg war auch letzte Woche bei den stark abstiegsbedrohten Lauterhofenern durchaus einkalkuliert. Doch letztlich lief alles schief beim SVG. Am meisten wurmten Guter die Gegentreffer, wobei es schon nach neun Minuten 0:2 stand. „Die drei Tore hätten wir ganz normal verteidigen können. Beim 1:0 haben drei Mann geschlafen. Das ist halt unser altes Ding.”
Dazu kam, dass der SVG die wenigen klaren Torchancen leichtfertig vergab. Beispielsweise direkt nachdem Lauterhofens Torhüter in der 21. Minute die rote Karte gesehen hatte. „Das wäre ganz sicher der Gamechanger gewesen”, sagt Guter.
Stattdessen ließ sich sein Team von der ruppigen Gangart des SVL aus dem Konzept bringen – und handelte sich als Krönung selbst noch zwei Platzverweise ein. Simon Drießlein nach einer Tätlichkeit und Tobias Gröger nach einer Notbremse – die Guter für völlig falsch bewertet hält – wurden jeweils zwei Spiele gesperrt.
Irgendwie scheint Guter zu befürchten, dass die Partie in Röslau das Potenzial hat, ähnlich zu laufen. Der Aufsteiger aus dem Fichtelgebirge steht mit nur neun Punkten nach 21 Spielen am Tabellenende. Die Oberfranken haben nichts zu verlieren und werden sich mit Mann und Maus wehren. Ob Steinachgrund sich nur eine Woche nach dem Lauterhofen-Desaster besser aus der Affäre ziehen kann?
Guter zögert, betont dann aber: „Wir haben gut trainiert. Die Stimmung war gut. Ich bin davon überzeugt, dass es alle begriffen haben. Gegen Lauterhofen waren drei, vier Spieler nicht mit der richtigen Einstellung dabei.”
Personell wird es nicht nur wegen der Sperren Verschiebungen geben. Auch Ricardo Höfer (verletzt) und Yacine Kemenni (Arbeit) fehlen. Dafür kehrt Ben-Luis Kuhr zurück, der für den gesperrten Gröger in die Innenverteidigung rückt. Auch Yannick Zunder und Luca Kohler stoßen wieder zum Kader.