Nach Beschädigung: Altarbild zurück in Heilig-Kreuz-Kirche in Ansbach | FLZ.de

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Veröffentlicht am 29.08.2024 10:00

Nach Beschädigung: Altarbild zurück in Heilig-Kreuz-Kirche in Ansbach

Ein Bild der Zerstörung: Das beschädigte Altarbild im Juli 2023.  (Foto: Alexander Biernoth)
Ein Bild der Zerstörung: Das beschädigte Altarbild im Juli 2023. (Foto: Alexander Biernoth)
Ein Bild der Zerstörung: Das beschädigte Altarbild im Juli 2023. (Foto: Alexander Biernoth)

Das Altarbild ist zurück in der Heilig-Kreuz-Kirche. Anfang Juli vergangenen Jahres war das Altarbild, das einen Auferstandenen Christus darstellt, von einem Unbekannten schwer beschädigt worden. Das Bild, das von dem Ansbacher Kirchenmaler Georg Friedrich Bischoff stammt, wurde von dem Rothenburger Restaurator Jürgen Holstein instand gesetzt und wird am Sonntag wieder eingeweiht.

Vor einem Jahr war die Bestürzung über die Beschädigung des Altarbildes groß, und viele Besucher der Heilig-Kreuz-Kirche drückten über die sinnlose Zerstörungswut ihr Unverständnis aus. Gleichzeitig, so berichtet Pfarrer Hermann Spingler, wurde deutlich, wie viel den Gläubigen an dem segnenden Christus liegt. Die Idee, das beschädigte Gemälde durch ein zeitgenössisches Kunstwerk zu ersetzen, wurde sehr schnell wieder verworfen.

Schon bald nach der Beschädigung des Gemäldes, das aus dem Jahr 1860 stammt, beauftragte der Kirchenvorstand Heilig-Kreuz die Restaurierung durch Jürgen Holstein. Die Kosten werden, so schätzt Pfarrer Spingler vorsichtig, 4500 Euro betragen. Wenn das restaurierte Gemälde noch ganz abgetrocknet ist, soll ein Sicherheitsglas davor angebracht werden, sodass eine erneute Beschädigung erschwert wird.

Dieses Leinwandbild in der Heilig-Kreuz-Kirche in Ansbach wurde Ziel eines Anschlags. (Foto: Alexander Biernoth)

Christus in Fetzen: Unbekannte zerreißen Altarbild in Ansbach

Ein Leinwandbild über dem Altar sieht nach dem Anschlag in der Heilig-Kreuz-Kirche schlimm aus. Über das Motiv der Täter rätselt die Polizei.

Zahlreiche Spenden eingegangen

Es seien, so Spingler, zahlreiche Spenden eingegangen, weil vielen Kirchenbesuchern der segnende Christus seit Kindheitstagen ans Herz gewachsen sei. Am Sonntag wird das Altarbild offiziell eingeweiht. Pfarrer Spingler, der Mitte August seinen 60. Geburtstag gefeiert hat, freut sich, dass zu seinem Geburtstagsgottesdienst das Bild zurück in der Kirche ist. Er wird am Sonntag über die Darstellung des Auferstandenen predigen.

Im Anschluss an den Gottesdienst (dieser beginnt um 9.30 Uhr) sind ein Umtrunk vor der Kirche und ein Standkonzert der Gruppe „Ukkemukke“ geplant.

Der Maler Georg Friedrich Bischoff wurde am 18. November 1819 in der Ansbacher Neustadt geboren. In Ansbach wurde 1902 die Bischoffstraße nach ihm, aber auch nach zwei seiner Brüder, die sich ebenfalls einen Namen gemacht hatten, benannt: Kaspar Jakob Bischoff war Komponist, und Johann Nikolaus Bischoff widmete sich der Mathematik.

In der Heilig-Kreuz-Kirche beratschlagen Dekan Dr. Matthias Büttner, Frank Weihermann von der Gesamtkirchengemeinde und Pfarrer Hermann Spingler wegen des Schadens (von links). (Foto: Alexander Biernoth)
In der Heilig-Kreuz-Kirche beratschlagen Dekan Dr. Matthias Büttner, Frank Weihermann von der Gesamtkirchengemeinde und Pfarrer Hermann Spingler wegen des Schadens (von links). (Foto: Alexander Biernoth)

Das zerstörte Altarbild in Ansbach soll restauriert werden

Nach dem Anschlag auf das Gemälde in der Heilig-Kreuz-Kirche ist die Gemeinde optimistisch, dass eine Wiederherstellung möglich ist. Das Motiv bleibt mysteriös.

Sein Talent wurde früh erkannt

Der Maler Georg Friedrich Bischoff wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf, sein Vater betrieb eine Schlosserei. Sein künstlerisches Talent fiel früh auf und ein Lehrer hielt in einem Zeugnis fest: „Der Bub hat dadurch gestört, dass er jedes Papierlein, des er habhaft werden konnte, oft auch während der Unterrichtsstunden, mit Männlein, Rößlein und Fratzengesichtern zu verzieren suchte.“

Nach dem Besuch des Gymnasium Carolinum ging er an die Münchner Kunstakademie und lebte dort als freischaffender Künstler. Sein bekanntestes Werk mit dem Titel „Der erste Schnee“ wurde von König Ludwig I. für die Pinakothek angekauft.

Später stellten sich aber psychische Beschwerden ein, und nach einer Choleraerkrankung ließ seine Schaffenskraft nach. Er kehrte in sein Elternhaus in Ansbach zurück, wo er sehr bescheiden lebte. Der 53-Jährige wurde im Juli 1873 in eine „Heilanstalt“ nach Erlangen gebracht, wo er am 19. November 1873 starb.


Von Alexander Biernoth
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