Nach Autoplünderungen in Dinkelsbühl: Elf weitere Fälle in Feuchtwangen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 12.03.2026 11:43, aktualisiert am 13.03.2026 11:36

Nach Autoplünderungen in Dinkelsbühl: Elf weitere Fälle in Feuchtwangen

Die Polizei hat es in Dinkelsbühl mit einer ungewöhnlichen Serie von Diebstählen aus Autos zu tun.  (Symbolbild: Lino Mirgeler/dpa)
Die Polizei hat es in Dinkelsbühl mit einer ungewöhnlichen Serie von Diebstählen aus Autos zu tun. (Symbolbild: Lino Mirgeler/dpa)
Die Polizei hat es in Dinkelsbühl mit einer ungewöhnlichen Serie von Diebstählen aus Autos zu tun. (Symbolbild: Lino Mirgeler/dpa)

Zwei Nächte nach der Diebstahlserie in Dinkelsbühl, waren in der Nacht auf Freitag Diebe in Feuchtwangen unterwegs. Die Polizei warnt vor dem aktuellen Vorgehen der Täter und bittet um Zeugenhinweise.

Zwischen Dienstagabend und Mittwochmorgen kam es im südwestlichen Stadtgebiet von Dinkelsbühl zu bislang 15 angezeigten Diebstählen aus geparkten Autos, erinnert das Polizeipräsidium in seinem Bericht. Die bislang unbekannten Täter entwendeten gezielt Wertgegenstände aus den Innenräumen der auf Straßen oder in Carports abgestellten Autos.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag gingen Unbekannte auch in Feuchtwangen insgesamt elf geparkte Fahrzeuge an. Während in Dinkelsbühl keine Aufbruchspuren zu finden waren, gelangten die Täter in Feuchtwangen in einigen Fällen gewaltsam in das Fahrzeuginnere. Teilweise blieb es auch bei einem Versuch. In einem Fall wurden zwei Geldbeutel aus dem Handschuhfach entwendet.

Der Kriminaldauerdienst Mittelfranken kümmerte sich vor Ort um die Spurensicherung. Die weiteren Ermittlungen liegen zwischenzeitlich bei der Kriminalpolizei Ansbach. Gegenstand der Ermittlungen ist unter anderem, ob ein Zusammenhang zwischen den Fällen in Dinkelsbühl und Feuchtwangen besteht. Alle, die mit sachdienlichen Hinweisen dienen können oder die verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, sollen sich unter der Rufnummer 0911/2112 - 3333 mit dem Kriminaldauerdienst Mittelfranken in Verbindung setzen.

Die Täter konzentrierten sich in Dinkelsbühl in der Nacht zum Mittwoch auf die Wohngebiete Kreuzespan, Hoffeld, Gaisfeld und Königshain. Dort entwendeten sie gezielt Wertgegenstände aus den Innenräumen der auf Straßen oder in Carports abgestellten Fahrzeuge.

Nach dem aktuellen Ermittlungsstand ist der Schaden dort beim Bargeld mit insgesamt 200 Euro überschaubar. Schmerzhafter für die Betroffenen sind die ebenfalls entwendeten persönlichen Dokumente, Ausweise, Führerscheine und Scheckkarten. Denn deren Wiederbeschaffung ist mühsam und zeitaufwändig. Aus Feuchtwangen liegen noch keine Informationen zur Schadenshöhe vor.

DNA-Spuren und Fingerabdrücke gefunden

Nach der Untersuchung aller Fahrzeuge in Dinkelsbühl stand für den dortigen Polizeichef Roland Schürrle fest: „An keinem der Fahrzeuge wurden Aufbruchspuren festgestellt.” Dem stünden Angaben von Besitzern gegenüber, ihren Wagen geparkt und abgeschlossen zu haben.

Gefunden hat die Polizei jedoch DNA-Spuren und Fingerabdrücke. Deren Auswertung brauche Zeit, sagte Schürrle. Dabei gehe es auch um die mitunter schwierige Frage, wie vermischte Spuren eindeutig getrennt und konkreten Personen zugewiesen werden können.

Durchreisende Bande oder Täter aus der Stadt?

Damit ist die Frage, die Schürrle schon am Donnerstag stellte, beantwortet. Schon da meinte er, man müsse abwarten, ob es in anderen Orten in Mittelfranken oder im angrenzenden Baden-Württemberg in den nächsten Tagen zu ähnlichen Serien komme. Dies würde auf eine überregional agierende Bande schließen lassen.

Die Dinkelsbühler Polizei forderte bei ihrem Zeugenaufruf ausdrücklich auch zu Hinweisen auf Fahrräder oder E-Scooter auf, mit denen die Diebe unterwegs gewesen sein könnten.

Private Videos von Überwachungskameras wichtig

Zudem ergeht von der Polizei die Bitte an alle Anwohner, vorhandenes Videomaterial von privaten Überwachungskameras, Video-Türklingeln oder Dashcams auf verdächtige Sequenzen hin zu sichten.

Im Sommer 2022 hatte eine wochenlange Serie in Wolframs-Eschenbach (ebenfalls Landkreis Ansbach) Aufsehen erregt. Fünf Jugendliche waren nachts auf der Suche nach unverschlossen geparkten Fahrzeugen und entwendeten Wertgegenstände.

Tipps der Polizei

Die Polizei warnt ausdrücklich vor der Vorgehensweise der Täter oder Täterinnen und rät zu erhöhter Vorsicht.

  • Keine Wertgegenstände in geparkten Fahrzeugen liegenlassen
  • Anreize für die Täter oder Täterinnen, wie zum Beispiel Taschen oder Münzgeld, die von außen sichtbar sind, sollten nicht im Auto verbleiben
  • Überprüfen, ob das Fahrzeug verschlossen ist
  • Auch der Kofferraum bietet keinen ausreichenden Schutz


Von VON MANFRED BLENDINGER UND ULLI GANTER
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