Mit Zauberstab? Riera will die Eintracht aus der Krise holen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 05.02.2026 11:59

Mit Zauberstab? Riera will die Eintracht aus der Krise holen

Schwung und Selbstbewusstsein: Eintracht-Coach Albert Riera.  (Foto: Marc Schüler/dpa)
Schwung und Selbstbewusstsein: Eintracht-Coach Albert Riera. (Foto: Marc Schüler/dpa)
Schwung und Selbstbewusstsein: Eintracht-Coach Albert Riera. (Foto: Marc Schüler/dpa)

Wenn Eintracht Frankfurt die Wortgewalt, Energie und das Selbstbewusstsein ihres neuen Trainers Albert Riera auf den Platz bringt, dann müssten die Hessen aus der Krise heraus flugs einen Höhenflug starten. Der 43 Jahre alte Spanier hat den Tabellenachten der Fußball-Bundesliga in seinen ersten Tagen am Main aufgerüttelt. Die große Frage ist, wie die Mannschaft um Ex-Weltmeister Mario Götze das bei Rieras Debüt am Freitag (20.30 Uhr/Sky) beim 1. FC Union Berlin umsetzt.

Riskante Personalie von Krösche

Bei der Entscheidung, den in Deutschland fast unbekannten Mallorquiner als Nachfolger von Dino Toppmöller einzusetzen, ging Sportvorstand Markus Krösche ins Risiko. In einer Lage, wo er angesichts des wenig funktionierenden Profi-Ensembles selbst schon in die Kritik geraten ist. Riera trainierte zuletzt NK Celje in Slowenien, zuvor Olimpija Ljubljana und Girondins Bordeaux und kann sich jetzt im „Herzen von Europa“, so der Club-Slogan, beweisen.

Krösche hatte den früheren spanischen Nationalspieler das erste Mal vor zwei Jahren getroffen. „Es ist der richtige Trainer für den richtigen Moment“, sagte er. Und: „Wir haben noch sehr viele Spiele. Unsere Ambitionen haben sich nicht verändert. Wir wollen international spielen nächstes Jahr.“

Kuriose Serie mit den drei Gegentoren 

Zunächst muss Riera dafür sorgen, dass die Eintracht - wie in allen fünf Liga-Spielen in diesem Jahr - nicht wieder drei Gegentore kassiert. „Wir werden komplett anders verteidigen“, versicherte der neue Chefcoach. Insgesamt 45 Gegentore kassierte außer den Hessen bisher nur Schlusslicht 1. FC Heidenheim. 

Die Frankfurter stellten Riera als „Überzeugungstäter“ vor. Bei einer fast einstündigen Pressekonferenz glänzte der „neue Feger“ („Frankfurter Rundschau“) schon mal als Entertainer. Die verunsicherten Spieler? „Ein Spieler ohne Selbstvertrauen, ängstlich und voller Zweifel auf dem Platz, wirkt schwach. Unsere Spieler müssen gut aussehen, sie müssen attraktiv wirken, sie müssen stark und schnell wirken.“

Wie er das ändern will? „Ich gebe ihnen rosarote Brillen. Alles ist rosarot, alles ist schön, nichts düster.“ Seine Überzeugungskraft? „Wenn ich ihnen morgen sage, dass sie vom Balkon springen sollen, werden sie mir glauben und springen.“ Das sollte wohl ein Scherz sein. Voller Ernst und eindringlich betonte Riera: „Vielleicht habe ich einen Zauberstab, aber glaubt mir, ich werde es schaffen. Meine Spieler werden mir folgen.“ 

Wer nicht spurt, muss dem Greenkeeper helfen

Mit der Wohlfühloase, die Eintracht-Boss Axel Hellmann in der Winterpause angeprangert hatte, ist es unter Riera jedenfalls vorbei. „Disziplin, Organisation, Gruppenführung, Charakter, Persönlichkeit“, das habe er in seiner Zeit als Co-Trainer von Fatih Terim bei Galatasaray Istanbul gelernt. Wer sich danebenbenimmt, muss künftig auch mal Fußballschuhe der Kollege putzen, eine Stunde mit dem Analysten arbeiten oder dem Greenkeeper helfen. 

Auch die bisherige Hierarchie warf der Ex-Profi des FC Liverpool, der mit einer Russin verheiratet ist und drei Kinder hat, durcheinander. „Wir haben jetzt sechs Kapitäne“, sagte Riera. „Ich will Anführer sehen.“ Dazu gehören der bisherige Spielführer Robin Koch, Götze, Rasmus Kristensen, Arthur Theate und Jonathan Burkhardt. In zwei Wochen wolle er einen weiteren Kapitän bei der in der Champions League ausgeschiedenen Eintracht benennen.

© dpa-infocom, dpa:260205-930-645721/1


Von dpa
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