Mit Lionel Messi als treffsicherer Edeljoker hat Argentinien einen Jubiläumssieg gefeiert. Der Titelverteidiger setzte sich zum WM-Gruppenabschluss trotz einer XXL-Rotation in der Startelf gegen Jordanien mit 3:1 (2:0) durch und holte seinen 50. Sieg bei Fußball-Weltmeisterschaften. Erfolgreicher sind in der WM-Geschichte nur Rekordweltmeister Brasilien (78) und Deutschland (70).
Messi kam erstmals seit 20 Jahren bei einem WM-Spiel von der Bank. Bei seiner Einwechslung in der 60. Minute brandete riesiger Jubel im hauptsächlich mit argentinischen Fans gefüllten Dallas-Stadion auf - und der wurde knapp 20 Minuten später noch lauter: Messi baute per Freistoß seinen Torrekord auf nun 19 WM-Treffer aus. Der 39-Jährige ist zudem der erste Spieler der Geschichte, der in sieben aufeinanderfolgenden WM-Spielen mindestens ein Tor erzielt hat.
Den Führungstreffer erzielte Giovani Lo Celso (19. Minute) im Messi-Stil mit links und einem Freistoß-Schlenzer in den Winkel. Es war zugleich das erste argentinische Tor bei dieser WM, das nicht von Messi erzielt wurde. Lautaro Martínez (31.) legte per Foulelfmeter nach. Neuling Jordanien, für den Musa Al-Taamari (55.) zum 1:2 traf, schloss seine erste WM-Endrunde ohne Punktgewinn als Gruppenletzter ab.
Trainer Lionel Scaloni hatte nicht nur Messi geschont, sondern seine Startelf auf gleich neun Positionen umgestellt. Der Einzug in die K.-o.-Runde als Gruppensieger hatte für die Albiceleste schon vorher festgestanden. Gegner im Sechzehntelfinale ist in der deutschen Nacht zum Samstag der sensationelle WM-Debütant Kap Verde, für den das Kräftemessen mit Messi und Co. ein Jahrhundertspiel wird.
Auch als Bankspieler war Messi der unumstrittene Star. Beim Aufwärmen wurde vor allem er auf dem riesengroßen Videowürfel eingeblendet, und jedes Mal war der Jubel auf den Rängen groß. Messi winkte entspannt ins Publikum, während er sich dehnte. Das Spiel verfolgte er dann zunächst Kaugummi kauend auf der Bank.
Der Superstar sah aus der für ihn völlig ungewohnten Perspektive, dass sein Team auch ohne ihn mit Jordanien keine Probleme hatte. Kurz nachdem Lo Celsos erstes Tor per Außenrist wegen Abseits noch aberkannt worden war, belohnte sich der 30-Jährige für eine starke Anfangsphase mit dem Freistoßtor. Jordaniens Schlussmann Yazeed Abulaila, der spekuliert und die Torwartecke offen gelassen hatte, half allerdings auch mit.
Knapp zehn Minuten später rettete Abulaila zwar zunächst mit einer spektakulären Parade sein Team vor dem zweiten Gegentreffer, doch beim Zweikampf zuvor hatte Nizar Al-Rashdan mit dem Fuß den Kopf von Marcos Senesi getroffen. Den fälligen Strafstoß nach Videobeweis vollendete Martínez sicher. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte hatten Otamendi und Julian Alvarez weitere Möglichkeiten für Argentinien.
Die zweite Halbzeit hatte gerade begonnen, da forderten die Fans mit „Messi, Messi“-Rufen die Einwechslung ihres Lieblings. Zunächst traf aber Martínez die Latte (53.) - und Al-Taamari vollendete einen klasse Angriff des krassen Außenseiters zum überraschenden 1:2. Nach einer Stunde kam dann Messi ins Spiel, was auch Ehefrau Antonela Roccuzzo auf der Tribüne mit Applaus bedachte.
Messi wurde sogleich von seinen Teamkollegen als Anspielstation gesucht. Bei einem Freistoß aus rund 25 Metern zielte er etwas zu hoch (64.). Beim zweiten Versuch aus etwas kürzerer Distanz machte er es besser und schlenzte den Ball an der Mauer vorbei ins Tor.
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