„Mein Hof”: Die Oppelts in Großharbach haben neue Pläne | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 05.12.2022 00:00

„Mein Hof”: Die Oppelts in Großharbach haben neue Pläne

Norbert Oppelt und seine Frau Christine lassen die Gänse in den Hof. (Foto: Silvia Schäfer)
Norbert Oppelt und seine Frau Christine lassen die Gänse in den Hof. (Foto: Silvia Schäfer)
Norbert Oppelt und seine Frau Christine lassen die Gänse in den Hof. (Foto: Silvia Schäfer)

Seit Jahren haben Norbert Oppelt (57) und seine Frau Christine (55) in ihrem Hofladen in Großharbach bei Adelshofen landwirtschaftliche Eigenerzeugnisse und regionale Produkte verkauft. Im neuen Jahr stellen sie auf Selbstbedienung um.

Die Oppelts wollen ihre Wochenarbeitszeiten besser planen können: „Wir werden nicht jünger.“ Ihre beiden Töchter gehen außerhalb des Elternhauses eigene Wege. Die ältere Tochter ist Anwältin und lebt in Hamburg. Die Jüngere, Fachwirtin für Versicherungen und Finanzen mit eigenen Pferden, packt wann immer es geht auf dem Hof mit an.

Für Norbert Oppelt stand in jungen Jahren außer Frage, dass er als ältester Sohn an erster Stelle für die Hofnachfolge seiner Eltern steht. Nach dem plötzlichen Herztod des Vaters mit 57 Jahren musste der damals 27-Jährige die Verantwortung für den landwirtschaftlichen Betrieb mit Milchvieh und Schweinen übernehmen. „Und das im Vollgas-Modus“, sagt Norbert Oppelt.

Die Tiere auf dem Hof werden gut behandelt

Zunächst konzentrierte sich der Landwirt auf die Sauenhaltung. Den Betriebszweig reduzierte er später auf einen kleinen Bestand, mit der Entscheidung, in die Direktvermarktung einzusteigen. Mit seiner Frau richtete er eine Verkaufsstelle auf dem Hof ein, wo er Produkte von eigenen Schweinen und selbst aufgezogenem Geflügel anbietet, neben regionalem Sortiment.

FLZ-Serie

Mein Hof

Rund 83 Prozent der Fläche in Stadt und Landkreis Ansbach sind land- und forstwirtschaftlich genutzt. Die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe ist in den vergangenen Jahren weiter gesunken. Es gibt weniger, dafür größere Betriebe. Etwa 40 Betriebe bewirtschaften mehr als 200 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche.

    Welche Schwierigkeiten Landwirte haben und warum der Erhalt ihrer Höfe so wichtig für unsere Gesellschaft ist, lesen Sie hier.

    Christine Oppelt ist Meisterin der ländlichen Hauswirtschaft. Das Zerlegen und Schlachten von Geflügel und Fischen hat seinerzeit zum Lehrprogramm gehört. 2005 erweiterten die Oppelts ihren Hofladen um einen Partyservice und Geschenkkörbe für besondere Anlässe. Zudem investierten sie in den Legehennenhandel. Die Eintagesküken von der Brüterei eines Großhändlers in Norddeutschland kommen zur Aufzucht auf den Hof. Dort verbringen sie die ersten zehn Tage im gut isolierten Wärmestall.

    Danach dürfen sie sich viel an der frischen Luft bewegen, das erste Grün zupfen und ausgiebig im Teich baden. Vom Auslaufgehege auf die saftige Weide geht es im Gänsemarsch hin und zurück. Als beliebtes Beutetier für Fuchs, Habicht und Marder verbringt das Geflügel die Nacht im sicheren Stall. Einen Teil ihrer Küken verkaufen die Oppelts an Geflügelhalter weiter.

    Ihre legendären Hoffeste beendeten sie nach der zehnten Auflage wegen des enormen Zulaufs. Mehrere hundert Essen, 40 selbst gebackene Torten und ein paar hundert Küchle waren für den Anlass zu stemmen. „Das war des Guten zu viel“, sagt Christine Oppelt.

    Das Geheimnis der besonderen Fleischqualität

    Die Tiere auf dem Hof haben ein gutes Leben. Ohne Stress, mit gutem Futter und Bewegung in freier Natur. Auch der letzte Tag soll für das Klein- und Großvieh ohne unnötige Aufregung und lange Transportwege vonstattengehen.

    Die Rinder und Schweine werden im nahen Schlachthof in Aub geschlachtet. Für ihr Federvieh haben die Oppelts eigene Schlachträume direkt am Hof. Die artgerechte Haltung erspart den Tieren Schmerz und Stress. Norbert und Christine Oppelt sehen in der Fürsorge und Aufmerksamkeit den Tieren gegenüber die Faktoren der besonderen Fleischqualität.

    Leben auf dem Land

    Das lautstarke Quaken, Muhen, Gackern, Krähen oder Grunzen der Tiere und ihre Gerüche stoßen bei Anwohnern nicht nur auf Verständnis. Immer wieder müssen sich die Oppelts deshalb mit Rechtsfragen auseinandersetzen. „Das ist alles andere als angenehm“, sagen sie.

    Die Direktvermarktung eigenerzeugter Produkte von der Aufzucht bis zur Verarbeitung und dem Verkauf im Hofladen ist arbeits- und zeitintensiv. Die Tätigkeiten wären ohne die Unterstützung von Nachbarn und Freunden nicht zu bewerkstelligen. An den Vorbestellungen der Kunden für Gänse, Enten, Hähnchen und Puten richtet Norbert Oppelt seine Schlachttermine aus.

    Mit dem neuen Jahr stellen die Oppelts ihren Hofladen auf Selbstbedienung um. Mit dieser Lösung bleibt die Nahversorgung mit frischen und regionalen Lebensmitteln am Ort erhalten. Den direkten Kundenkontakt wird es weiterhin geben.

    north