Mehr als zwei Monaten: Ulmer aus türkischer Haft entlassen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 03.11.2026 10:59

Mehr als zwei Monaten: Ulmer aus türkischer Haft entlassen

Der Ulmer saß in der Türkei in Haft. (Archivbild) (Foto: -/Familie Soylu/dpa)
Der Ulmer saß in der Türkei in Haft. (Archivbild) (Foto: -/Familie Soylu/dpa)
Der Ulmer saß in der Türkei in Haft. (Archivbild) (Foto: -/Familie Soylu/dpa)

Nach mehr als zwei Monaten in türkischer Haft ist der Ulmer Ferdi Soylu laut seiner Familie wieder auf freiem Fuß. Der 46-Jährige sei am Montagabend freigelassen worden, dürfe die Türkei allerdings vorerst nicht verlassen, bestätigte sein Bruder Sebahattin Soylu auf Anfrage. „Ihm geht's gut.“ Zuvor hatte der SWR darüber berichtet. 

Das wird dem Mann vorgeworfen 

Soylu war Mitte August in der türkischen Hauptstadt Ankara inhaftiert worden. Ihm wird nach Angaben seines Anwalts die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Hinter dem Vorwurf könnte nach Vermutung der Familie ein früherer Kontakt zu einem Ulmer Bildungsverein stehen: Eine Tochter Soylus hatte dort vor rund 14 Jahren Nachhilfeunterricht genommen. 

Die türkischen Behörden bringen den Verein FEZA mit der sogenannten Gülen-Bewegung in Verbindung, die sie als terroristische Organisation einstufen. Die türkische Regierung macht die Bewegung für den gescheiterten Putschversuch im Jahr 2016 verantwortlich.

Soylu lebt seit rund 25 Jahren in Deutschland und besitzt seit mehr als zehn Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft. Er war mit seiner Frau und den vier Töchtern zu einem Familienbesuch in die Türkei gereist. Das Auswärtige Amt hatte den Fall bestätigt und den Mann konsularisch betreut.

Wie es nun weitergeht

Der Bruder von Soylu erklärte, die Familie wolle nun gegen das Ausreiseverbot Widerspruch einlegen. Sie hoffe, dass Ferdi Soylu bald nach Deutschland zurückkehren könne. Bis zu einer möglichen Gerichtsverhandlung könne er zunächst bei seinen Eltern in Bursa bleiben, einer Großstadt im Nordwesten der Türkei.

Wann es zu einem Prozess kommt, ist noch offen. Eine Anklageschrift liege bislang nicht vor, teilte der Bruder mit. Auch einen Termin für eine Gerichtsverhandlung gebe es noch nicht. Die Familie hoffe, dass das Verfahren bald vorankomme und der 46-Jährige anschließend nach Ulm zurückkehren könne.

© dpa-infocom, dpa:261103-930-936048/1


Von dpa
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