Über die 60 Meter hat es Amelie-Sophie Lederer bei den Deutschen Hallenmeisterschaften nicht in den Endlauf geschafft, aber mit der Staffel gab es in Dortmund für die Sprinterin aus Ornbau wieder eine Goldmedaille.
Über die 4x200 Meter setzte sich die LG Stadtwerke München an die Spitze. Mit Lederer als Schlussläuferin gewann das LG-Quartett nach einem geschmeidigen letzten Wechsel den ersten Zeit-Endlauf in 1:36,21 Minuten. Dann hieß es bangen, denn der SCC Berlin kam im zweiten Lauf in 1:36,28 Minuten gefährlich nahe. Doch es reichte für Lederer, Viola John, Tina Benzinger und Hanna Fleischmann knapp, um den Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen.
Über die 60 Meter qualifizierte sich Lederer als Dritte ihres Vorlaufes mit 7,43 Sekunden sicher für das Halbfinale. Hier allerdings kam sie in Konkurrenz unter anderem mit Weitsprung-Olympiasiegerin Malaika Mihambo nur auf 7,56 Sekunden und verpasste den Endlauf. 7,42 Sekunden hätten dafür genügt. 2021 hatte die 28-Jährige in Dortmund überraschend den Titel in 7,12 Sekunden geholt. Im Vorjahr in Leipzig wurde die Polizeimeisterin in 7,40 Sekunden Fünfte.
Deutlich länger war Florian Bremm (LSC Höchstadt) auf der Bahn in der Helmut-Körnig-Halle gefordert: 3000 Meter. Im Vorjahr hatte der Colmberger in 8:07,87 Minuten Bronze geholt. Dafür sollte es diesmal nicht reichen. Sieger Nils Voigt (TV Wattenscheid) hatte das Feld nach 7:56,80 Minuten klar im Griff. Bremm hielt sich zunächst auf den hinteren Positionen auf. Als vorne eine Gruppe weg ging und das Feld quasi teilte, war das Rennen um die Medaillen für ihn gelaufen. „Vielleicht hätte ich da mitgehen sollen, aber das habe ich mir nicht zugetraut“, so Bremm.
Mit einem starken Spurt arbeitete er sich auf den letzten 200 Metern noch an zwei Konkurrenten vorbei und belegte in 8:09,32 Minuten Rang vier, fünf Sekunden hinter dem Bronzemedaillengewinner.
„Unter den gegebenen Umständen bin ich zufrieden“, wertete Bremm seinen DM-Auftritt, den er aus vollem Training heraus angegangen war. Der 22-Jährige ist seit wenigen Wochen Teil der Spitzensportförderung der bayerischen Polizei und kann seinem Sport damit in elf von zwölf Monaten im Jahr als Profi nachgehen. Nun geht es für ihn darum, im Hinblick auf die Freiluftsaison Trainingsumfänge aufzuholen. Deshalb verzichtete er darauf, sich speziell auf die DM vorzubereiten. Die Hallensaison ist für Bremm nun beendet. Im März geht es für ein Trainingslager nach Südafrika, im April folgt ein weiteres in Italien.