Mit stürmischem Westwind und Schneefall ist die Lawinengefahr in den bayerischen Bergen angestiegen. Oberhalb der Waldgrenze ist die Gefahr nun erheblich, unterhalb mäßig. „Das Problem ist in allen Höhenlagen der Triebschnee“, urteilt der Lawinenwarndienst Bayern. „Schneebrettlawinen können in eingewehten Bereichen, besonders an Steilhängen der Expositionen Nordwest über Ost bis Süd und in Rinnen und Mulden mit geringer Zusatzbelastung leicht ausgelöst werden.“
Gefahrenstellen befänden sich auch im Übergangsbereich zwischen Wald und freier Fläche, in Waldschneisen und Lichtungen. „Lawinen können vereinzelt auch groß werden“, hieß es. Durch den stürmischen Wind wachsen die Triebschneeansammlungen demnach weiter an. Sie seien sehr störanfällig. Auch in den nächsten Tagen bleibt die Lawinenlage der Prognose zufolge vorerst kritisch.
Der in der Saison täglich veröffentlichte Lawinenlagebericht dient nicht nur Bewohnern alpiner Gebiete, sondern vor allem auch Wintersportlern wie Skitourengehern zur Einschätzung der weißen Gefahr. Er hat fünf Stufen, die von gering über mäßig und erheblich bis zu groß und sehr groß reichen. Bei Stufe drei ist für Touren abseits gesicherter Pisten auf jeden Fall lawinenkundliches Beurteilungsvermögen erforderlich. Diese Stufe gilt etwa in 30 Prozent des Winters, doch fallen rund die Hälfte aller tödlichen Lawinenunfälle in diese Zeit.
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