Kritik bereits im Vorfeld: Landwirt will großen Geflügelstall für Lehrberg | FLZ.de

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Veröffentlicht am 20.03.2026 18:35

Kritik bereits im Vorfeld: Landwirt will großen Geflügelstall für Lehrberg

Der Landwirt Christian Leidenberger will auf diesem Acker südwestlich von Zailach einen Stall für 12.000 Hennen errichten. (Foto: Alexander Biernoth)
Der Landwirt Christian Leidenberger will auf diesem Acker südwestlich von Zailach einen Stall für 12.000 Hennen errichten. (Foto: Alexander Biernoth)
Der Landwirt Christian Leidenberger will auf diesem Acker südwestlich von Zailach einen Stall für 12.000 Hennen errichten. (Foto: Alexander Biernoth)

Im Lehrberger Gemeindeteil Zailach herrscht Aufregung wegen des geplanten Baus eines Legehennenstalls mit Kaltscharrraum: Der ortsansässige Landwirt Christian Leidenberger will außerhalb des Ortes einen Stall für 12.000 Legehennen errichten. Der Gemeinderat erteilte sein Einvernehmen.

In der Sitzung des Marktgemeinderates wurde berichtet, dass der neue Stall eine Höhe von 7,3 Metern und ein Satteldach mit einer Neigung von zwölf Grad haben soll. Das Gebäude ist mit einer Länge von 70,8 Metern und einer Breite von 39,9 Metern geplant. Ein Stall für 12.000 Legehennen entspricht 48 Großvieheinheiten, das wären etwa 30 Kühe.

Überprüft wurden drei Standorte

Bürgermeisterin Renate Hans sagte, dass eine Vertagung des Tagesordnungspunktes einer Zustimmung gleichkomme. Dies hänge mit den Fristen zusammen. Der Bauantrag sei, so berichtete die Rathauschefin, am 19. Februar im Lehrberger Rathaus mit dem Hinweis des Landratsamtes eingegangen, dass das gemeindliche Einvernehmen innerhalb von zwei Monaten erteilt werden müsse. Diese Frist endet am 19. April und die nächste Gemeinderatssitzung ist erst für den 20. April geplant.

Bei dem Legehennenstall im Außenbereich handele es sich um ein privilegiertes landwirtschaftliches Bauvorhaben, hieß es. Der Bauwerber berichtete in der Sitzung, dass im Vorfeld drei Standorte von ihm und dem Planungsbüro überprüft worden seien. Der nun gewählte sei dabei als am günstigsten bewertet worden. Nach den Berechnungen der Fachplaner entstünden für die Bewohner Zailachs so gut wie keine Geruchs- oder Lärmbelästigungen. Der Stall werde nach den Bio-Standards errichtet. Die Tiere haben einen Auslauf auf einem 4,8 Hektar großen Areal.

Laut Bürgermeisterin Renate Hans handelt es sich bei dem Projekt um ein baurechtliches Verfahren und der Marktgemeinderat hat lediglich über das gemeindliche Einvernehmen zu beschließen. Über emissionsrechtliche Fragen sowie alle anderen Sachverhalte, die untersucht werden müssten, entscheide das Landratsamt in Ansbach.

So sieht Legehennen-Bodenhaltung mit offenen Volieren aus: Die Tiere, bis zu 18 pro Quadratmeter Stallfläche, haben mehrere Etagen zur Verfügung. (Foto: Bund Naturschutz Leutershausen/Rettet das Huhn e.V.)
So sieht Legehennen-Bodenhaltung mit offenen Volieren aus: Die Tiere, bis zu 18 pro Quadratmeter Stallfläche, haben mehrere Etagen zur Verfügung. (Foto: Bund Naturschutz Leutershausen/Rettet das Huhn e.V.)

Hühner „im sozialen Chaos”: Kritik an Mega-Ställen in Frommetsfelden

Der Bund Naturschutz spricht sich gegen die Pläne für Legehennehaltung aus. Die Tiere würden zu „Nahrungsproduktionsmaschinen degradiert”.

Gegen drei Stimmen abgesegnet

CSU-Gemeinderat Hans Merk unterstellte, dass wegen des Kommunalwahlkampfs der Bauantrag erst kurz vor der Wahl eingereicht wurde. Bauwerber Christian Leidenberger hatte auf der Liste für Lehrberg kandidiert und ist Nachrücker. Sein Vater Harald Leidenberger ist derzeit noch Mitglied im Gemeinderat und war von Beratung und Beschlussfassung ausgeschlossen.

Des Weiteren kritisierte Merk, dass die Bevölkerung über das Bauvorhaben bisher nicht informiert worden war. Er warf der Rathauschefin mangelnde Transparenz vor. Christian Leidenberger entschuldigte sich daraufhin, dass er seine Mitbürgerinnen und -bürger in Zailach nicht im Vorfeld in Kenntnis gesetzt hat.

Kritisiert wurde aus den Reihen des Gemeinderats auch, dass das Bauvorhaben nicht in einer Sitzung des Bauausschusses vorberaten worden war. Nach einem Geschäftsordnungsantrag auf Ende der Diskussion und Abstimmung, der mehrheitlich angenommen wurde, erteilte der Marktgemeinderat gegen drei Stimmen das gemeindliche Einvernehmen. Damit liegen die weiteren Entscheidungen nun beim Landratsamt.

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