Kripobeamtin: Sahen eine Gefährdungslage für Christina Block | FLZ.de

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Veröffentlicht am 12.03.2026 12:37, aktualisiert am 12.03.2026 13:18

Kripobeamtin: Sahen eine Gefährdungslage für Christina Block

Nach der Entführung der Kinder von Christina Block sah die Hamburger Polizei nach Angaben einer Zeugin zunächst eine Gefährdungslage für die Mutter. (Foto: Marcus Brandt/Pool dpa/dpa)
Nach der Entführung der Kinder von Christina Block sah die Hamburger Polizei nach Angaben einer Zeugin zunächst eine Gefährdungslage für die Mutter. (Foto: Marcus Brandt/Pool dpa/dpa)
Nach der Entführung der Kinder von Christina Block sah die Hamburger Polizei nach Angaben einer Zeugin zunächst eine Gefährdungslage für die Mutter. (Foto: Marcus Brandt/Pool dpa/dpa)

In den ersten Stunden nach der Entführung der Block-Kinder vom Wohnort ihres Vaters in Dänemark hielt die Hamburger Polizei zunächst auch eine Gefahr für Christina Block für möglich. Sie habe am 1. Januar 2024 gegen Mittag von der dänischen Polizei den Auftrag erhalten, die Mutter über die Entführung zu informieren, sagte eine Kriminalbeamtin als Zeugin im Prozess vor dem Hamburger Landgericht. Man habe Christina Block aber weder an ihrer Anschrift noch im zur Block-Familie gehörenden Hotel „Grand Elysée“ angetroffen. 

„Da es sich um eine vermögende Familie handelt, haben wir eine Gefährdungslage gesehen“, erklärte die 33-jährige Beamtin. Es habe die Sorge bestanden, dass ihr etwas zugestoßen sein könnte. 

Verdächtige Zieleingabe im Navi

Ein Tatverdacht habe sich erst ergeben, als in den Navigationsgeräten von zwei Mietfahrzeugen, die die mutmaßlichen Entführer am Flughafen zurückgegeben hatten, die Adresse des Elysées entdeckt worden war. 

An jenem Neujahrstag waren die beiden Block-Kinder, damals 10 und 13 Jahre alt, von den Entführern zu einem Bauernhof in Baden-Württemberg gebracht worden. Von dort holte Christina Block sie nach eigenen Angaben nach Hamburg. Der Unternehmerin wird vorgeworfen, einer israelischen Sicherheitsfirma den Auftrag zur Entführung gegeben zu haben. Die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette „Block House“, Eugen Block, bestreitet dies.

Die 52-Jährige führt seit Jahren einen erbitterten Sorgerechtsstreit mit ihrem Ex-Mann Stephan Hensel um die beiden jüngsten der vier gemeinsamen Kinder. Die Kinder waren im Sommer 2021 nicht wie vereinbart nach einem Wochenendbesuch bei ihrem Vater in Dänemark nach Hamburg zurückgekehrt.

Verteidiger: Christina Block handelte ohne Vorsatz

Blocks Verteidiger, Ingo Bott, wertete die Aussage der Kripo-Beamtin als Bestätigung, dass seine Mandantin ohne Vorsatz gehandelt und damit auch keine Straftat begangen habe. Sie habe die Silvesternacht im Hotel gefeiert und danach zu Hause ausgeschlafen. „Das widerspricht einem Tatplan“, sagte Bott. Die Polizei hätte sie am Morgen des 1. Januar finden können. „Es hätte all das nicht funktionieren können, wenn die Polizei ihren Job gemacht hätte“, erklärte der Verteidiger mit Blick auf den Vorwurf, Christina Block habe den Auftrag zur Entführung erteilt. 

Delling telefonierte mit Polizei

Es gibt sechs Mitangeklagte in dem Prozess, darunter auch der Lebensgefährte von Christina Block, Gerhard Delling (66), dem Beihilfe vorgeworfen wird. Der frühere Sportmoderator bestreitet, etwas Unrechtes getan zu haben. 

Die Polizei hatte am Neujahrstag mehrmals mit Delling telefoniert, wie die Kripobeamtin berichtete. Er habe angegeben, Christina Block nach der Silvesterfeier nach Hause gefahren zu haben. Wo sie sich aufhalte, könne er nicht sagen. Wegen der Sorge um seine Lebensgefährtin sei Delling bereit gewesen, mit einem Zweitschlüssel zu ihrem Haus zu fahren, um dort mit der Polizei nachzusehen. Dellings Verteidiger erklärte nach der Aussage der Zeugin, sein Mandant habe lediglich gewusst, dass Christina Block eigenverantwortlich eine Reise angetreten habe. Zudem habe später einen Kontakt zwischen ihr und der Polizei hergestellt, um zu zeigen, dass es ihr und den Kindern gut gehe. 

Block hatte nach eigenen Angaben am Abend des Neujahrstages ein Foto von dem Bauernhof in Süddeutschland geschickt. Darauf war sie mit den beiden schlafenden Kindern zu sehen.

© dpa-infocom, dpa:260312-930-804474/3


Von dpa
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