Als hätte der Wettergott persönlich eine Einladung erhalten, strahlte die Sonne am Festtag der Obst- und Gartenbaufreunde Krautostheim mit den Organisatoren um die Wette. Vereinsvorsitzende Christine Rabenstein stellte im Eiltempo Sonnenschutz-Zelte in der weiten Einfahrt des Gemeindezentrums auf, denn die Nachfrage nach Schattenplätzen war groß.
Doch in Krautostheim zählt man aufeinander: Viele Hände packen mit an, und im Nu stehen die Partyzelte. Auch für die spielfreudigen Musikerinnen und Musiker des örtlichen Musikvereins ist ein schattiges Plätzchen gefunden und so sorgen sie mit schwungvoller Blasmusik für ausgelassene Stimmung.
Gegründet wurde der Verein im Jahr 1899 als „Obstbaumverein im Osing“. Damals eine reine Männerangelegenheit, widmete man sich der Pflege von Streuobstbäumen im Osinggebiet – einer Kulturlandschaft im Nordosten des für seinen Krautanbau bekannten Ortes.
In den 1980er-Jahren drohte das Aus. Nur dem beherzten Engagement der Dorfbevölkerung, diesmal allen voran der Frauen, ist es zu verdanken, dass der Verein im Rahmen des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege neu belebt wurde.
Der Jubiläumstag begann feierlich mit einem gemeinsamen Gottesdienst. Danach folgte ein geselliger Mittag mit deftigen Speisen und selbst gebackenen Kuchen, die die Ortsfamilien vorbereitet hatten. Bei angenehmem Wetter wurde gegessen, geplaudert und natürlich auch ein wenig „gefachsimpelt“.
Am Nachmittag besuchte Landrat Christian von Dobschütz das Fest, der zugleich Kreisvorsitzender des Verbandes ist, um die insgesamt 30 langjährig aktiven Mitglieder des Ortsvereines zu ehren.
In seiner Ansprache würdigte er die Rolle solcher Vereine als Kitt der Dorfgemeinschaft: „Schon bei ihrer Gründung war der Wunsch spürbar, gemeinsam das eigene Lebensumfeld zu gestalten. Diese Idee ist heute aktueller denn je.“
Auch Bürgermeister Toni Schiefer knüpfte daran an: Damals seien es Menschen mit Visionen einer nachhaltigen Baumkultur gewesen und heute verbinde diese Arbeit nahezu alle Familien in so einer Ortschaft. Dies spiegelt auch die Vereinsstruktur in der Zwischenzeit wider. Nahezu aus jedem Haus des Ortes ist jemand Vereinsmitglied und dies wiederum sieht man auch an der Vielzahl der an diesem Nachmittag zu Ehrenden.
Dreißig Frauen und Männer standen auf der Ehrungsliste, und fast alle waren an diesem Tag anwesend. Die Urkunden und Nadel überreichte von Dobschütz zusammen mit Bürgermeister Schiefer unter den Augen der Kaiserin Kunigunde (Magdalena Schmidt).
Ehrennadel mit Silberkranz: Sonja Bibelriether, Hildegard Billenstein, Ingrid Billenstein, Anna Dose, Annette Friedrich, Elfriede Friedrich, Waltraud Flößer, Gerdi Geißendörfer, Elisabeth Heumann, Freia Illmer-Rummel, Inge Kaltenbeck, Gerda Korbacher, Ingrid Leistner, Helga Neuser, Berta Rabenstein, Hedwig Rabenstein, Christine Rummel, Anni Schmidt, Irma Schmidt, Eduard Schöler, Beate Willner, Walter Windsheimer und Gottfried Zschunke Ehrennadel in Bronze:Erika Feindert, Andrea Meier, Claudia Mittenmeyer, Monica Schmidt und Hans Zapf