Schulklassen können sich neuerdings kostenlos die Besonderheiten Ansbachs bei einer Stadtführung zeigen und erläutern lassen. Bislang waren für eine solche Kinder-Gruppenführung 65 Euro berechnet worden. Das Projekt ist Teil der Ansbacher Kulturstrategie, die noch gar nicht beschlossen worden ist.
Nach einer rund zweijährigen Vorbereitungsphase hat der Kulturausschuss des Stadtrates das von Kulturamtsleiterin Nadja Wilhelm initiierte Papier im vergangenen Juli für gut befunden und dem Stadtrat zur Abstimmung empfohlen. Doch dort ist das aufwendig erstellte Konzept nie angekommen, wie eine Anfrage der Grünen vor wenigen Tagen im Stadtrat noch einmal deutlich machte. Eine Erklärung, warum die Verwaltung die Kulturstrategie nicht zur Abstimmung gestellt hat, blieb aus, beklagte Grünen-Co-Fraktionssprecher und OB-Kandidat Oliver Rühl gegenüber der FLZ.
Bei der Kulturstrategie handelt es sich um eine umfangreiche Stoff- und Ideensammlung samt Handlungsempfehlungen und Zielvorgaben. Schwerpunkte sind die Sicherstellung der kulturellen Teilhabe, die Verbesserung der Kommunikation und Sichtbarkeit nach außen. Unter anderem sollte ein Kulturbeirat etabliert werden. Doch da gab es in der Kulturszene Unzufriedenheit über die Satzung des Gremiums. Auch dieses Vorhaben ist deshalb ins Stocken geraten und liegt nun wieder im Kulturamt zur Weiterbearbeitung.
Das hat die Verwaltung aber nicht davon abgehalten, die Kulturstrategie schon einmal umzusetzen. An der Grundschule der Weinbergschule fand nun die Auftaktveranstaltung für die kostenlosen Stadtführungen statt. Das Projekt sei Teil der Kulturstrategie, informierte die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung. Die Hilterhaus-Stiftung unterstützt das Projekt mit 1000 Euro. Die Abwicklung läuft über die Tourist-Information.
Oberbürgermeister Thomas Deffner sprach der Mitteilung der Stadt zufolge in seinem Grußwort von der enormen Bedeutung, historische Orte kennenzulernen. „Allen Kindern soll ein niedrigschwelliger Zugang zu Kultur ermöglicht werden“, so Deffner. Friedrich Hilterhaus von der Hilterhaus-Stiftung betonte, wie wichtig es sei, eine Verbindung zwischen Alt und Neu herzustellen.
Deffner verteilte an die Schülerinnen und Schüler der vierten Jahrgangsstufe das Buch „Geschichte der Stadt Ansbach für Kinder“. Das Lesebuch, das allen Grundschulen im Stadtgebiet zur Verfügung gestellt wird, bietet Kindern eine Möglichkeit, sich mit der Geschichte Ansbachs zu beschäftigen.
Schulen, die an kostenlosen Stadtführungen interessiert sind, können sich gerne bei der Tourist-Information der Stadt Ansbach melden. Die Kontaktinformationen sind unter www.tourismus-ansbach.de zu finden.