Gäbe es nicht das Gerangel um die Ratssitze, der Markt Taschendorfer Wahlkampf wäre wohl nicht wirklich spannend. Bürgermeister Otmar Lorey lenkt seit knapp sechs Jahren die Geschicke der kleine Gemeinde und wird dies aller Voraussicht nach auch weitere sechs Jahre tun.
Denn einen Gegenkandidaten hat der 63-jährige, inzwischen pensionierte Polizeibeamte auch diesmal bei der Bürgermeisterwahl nicht. Der vierfache Vater und Großvater von mittlerweile vier Enkelkindern hätte es seinen Markt Taschendorfern gegönnt, dass sie eine Auswahl haben. Es rede sich freilich leicht, wenn man der einzige am Start ist, räumt Lorey ein, aber im Sinne der Demokratie wäre ein wenig Auswahl schon wünschenswert.
Lorey kennt die Situation als Solist. Schon bei seiner ersten Kandidatur vor sechs Jahren war er allein auf der Markt Taschendorfer Flur. Zwar haben die Wählerinnen und Wähler in solchen Fällen die Möglichkeit, eigene Kandidatenwünsche auf den Stimmzettel zu schreiben. Doch Loreys beeindruckende 96 Prozent ließen ahnen, dass die Bürgerschaft mit dem Personalangebot mindestens einverstanden war.
Etwas offener ist die Frage, wie das nächste Ratsgremium sich sortiert. Denn mit der CSU meldet sich eine Kraft auf Markt Taschendorfs kommunalpolitischem Spielfeld zurück, die zwei Wahlperioden lang auf Tauchstation gegangen war. Aus dem bisherigen Zwei-Fraktionen-Rat mit einer absoluten Mehrheit für Loreys Bürgerblock werden also mit sehr großer Wahrscheinlichkeit drei Fraktionen werden. Lorey sieht dies durchaus positiv: „Ich freu’ mich, dass es wieder drei sind.”
Wem die Christsozialen, die im Verbund mit der Gruppierung der Freien Bürger auftritt, die Stimmen und Sitze abnehmen, wird man abwarten müssen. Ein Fingerzeig mag dabei sein, dass der CSU-Listenanführer Michael Schwab, bislang für den Bürgerblock im Rat saß. Die Freie Wählergemeinschaft stellt indes auf ihrer zwölfköpfigen Liste alle ihre fünf amtierenden Ratsmitglieder zur Wiederwahl.
Als in der nächsten Zeit anstehenden Projekte sieht der Bürgermeister vor allem den Breitbandausbau im Kernort Markt Taschendorf sowie in den Ortsteilen Frankfurt, Obersteinbach und Obertaschendorf. Bei solch hoch geförderten Projekten „kann man nicht nein sagen”, findet das Gemeindeoberhaupt.
Neben dieser neuen Infrastruktur geht es immer auch um die bestehende, die erhalten, verbessert und ausgebaut werden muss, findet Lorey. Hier fällt sein Blick vor allem auf die Straßen und Wege, nachdem in den vergangenen Jahren viel in den Abwasserbereich investiert worden war. Und mit Blick auf ein in Aussicht stehendes fünftes Windrad auf Gemeindegebiet findet der Bürgermeister, man sei „auf dem richtigen Weg, uns an der Energiewende zu beteiligen”.