Bei all dem Kirchweih-Trubel wird gelegentlich der Ursprung der Kerwa übersehen. In Ickelheim treffen sich die Gläubigen deshalb zur Erinnerung an die Weihe der Kirche St. Georg am Sonntag, 18. Oktober, um 9.30 Uhr zum feierlichen Gottesdienst.
Los geht die „Ickelmer Kerwa“ aber bereits am Donnerstag, 15. Oktober, mit, wie soll es bei einer fränkischen Kerwa anders sein, mit der traditionellen Schlachtschüssel im Gasthaus „Zur Jägersruh“. Bis Montag, 19. Oktober, herrscht dann Stimmung im Ort, an allen Tagen gibt es Programm und viele kulinarische Köstlichkeiten aus Frankens Kellern und Küchen.
Der offizielle Bieranstich im Gasthaus „Zum Stern“ folgt am Freitag, 16. Oktober. Los geht es um 19.30 Uhr, musikalisch werden die Besucher mit Live-Stimmungsmusik von „Andi O.“ unterhalten – „Musik ohne Strom“ heißt es bei ihm. „Andi O. begeistert durch ein umfassendes Repertoire, das sich zwischen A wie AC/DC bis Z wie Zillertaler Schürzenjäger bewegt. Dazwischen noch Schlager, Party-Songs, Oldies, Rockklassiker, und aktuelle Charts. Also eben alle Hits, die auf keiner Feier fehlen dürfen. Bei der Musikauswahl wird dabei auch stets spontan auf das Publikum eingegangen“, ist über ihn zu lesen.
Am Samstag, 17. Oktober, treten die Kerwaburschen in Aktion. Mit Hilfe der Schwalben und einem kräftigen „Zugleich“ werden die „Baamschubser“ ab 13.30 Uhr den Kerwabaam in die Senkrechte bringen. Brauchtum und fränkische Geselligkeit ist derweil in den Ortsgasthöfen angesagt. Ab 20 Uhr herrscht dann Partystimmung im Gasthaus „Goldenes Kreuz”, wenn „Ben Ray” mit Stimmungsmusik die Zuhörer unterhält. „Musik für dein Herz!” verspricht der „Vollblutmusiker aus dem Nürnberger Land. Kein Auftritt ist mir zu groß oder zu klein! Für Musik und gute Gesellschaft ist mir kein Weg zu weit, weshalb ich mittlerweile in ganz Europa unterwegs bin und die Menschen immer wieder aufs Neue mit meiner Musik begeistern darf“, so seine eigene Beschreibung.
Sonntags sind die Gasthäuser wie an allen anderen Kirchweihtagen mit fränkischen Gerichten bestens auf hungrige Gäste eingestellt. So gestärkt kann der Kirchweihumzug kommen. Am Straßenrand warten dann Ickelheimer und ihre Gäste darauf, welches Geschehen den Ortsburschen seit der letzten Kirchweih zu Ohren gekommen ist. Und natürlich, welches Pech der eine oder andere hatte, dessen Pleite, Panne oder Ungeschicklichkeit es nach Ansicht der Kerwaburschen wert ist, auf einem der Motivwagen „hergespielt“ zu werden.
Für Spannung sorgt auch die alljährliche Frage: Welchen traditionellen Kerwastreich, der oft im Ickelheimer Umland für Aufsehen sorgt, haben sie 2026 ausgeheckt? Freunde des runden Leders kommen um 15 Uhr beim Kirchweihspiel des SV Ickelheim im heimischen Stadion hoffentlich auf ihre Kosten, wenn der „Dreier“ in Ickla bleibt. Möglichst viele Fans sollten dann die Heimmannschaft anfeuern.
Am Montag, 19. Oktober, geht die schöne Zeit der Kirchweih schon wieder vorbei. Aber nicht, ohne vorher nochmals ausgiebig zu feiern – beim Frühschoppen um 9 Uhr. Schließlich folgt um 16 Uhr eine weitere Ickelheimer Tradition – die Kirchweihverlosung. Während der Kirchweihtage freut sich auf dem Festplatz die Schaustellerfamilie „Glovania” auf zahlreiche Besucher.
Ein Verdauungsspaziergang oder einfach eine kleine Runde durch das Dorf zeigt die Schönheiten Ickelheims am besten. Schon bei der Anfahrt zeigt der schmucke Ort sich von einer seiner schönen Sehenswürdigkeiten, egal ob aus Richtung Bad Windsheim oder Obernzenn kommend.
Die Ortschaft ist aus einem historischen altfränkischen Königshof entstanden. Die Anlage entstand als Runddorf und hatte Wall und Graben samt zweier auch heute noch stehenden Torhäuser als Befestigung. Über 500 Jahre lang, von 1294 bis 1805, gehörte das Dorf zu den Besitzungen des Deutschritter-Ordens, Kommende Virnsberg, und war durch die lange Zeit sehr eng mit dessen Geschichte verbunden. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Ickelheim am 1. Juli 1976 nach Bad Windsheim eingemeindet, hat heute rund 600 Einwohner, die gemeinsam zu feiern wissen.