Ein Haushaltspaket mit einem Gesamtvolumen von rund 18,6 Millionen Euro hat Lichtenaus Kämmerer Dirk Popp geschnürt. Dieses setzt sich aus dem Verwaltungshaushalt mit 11,3 Millionen Euro und dem Vermögenshaushalt mit 7,3 Millionen Euro zusammen. Verabschiedet hat den Haushalt noch das alte Ratsgremium in seiner letzten Sitzung.
Als „dickste Brocken” bezeichnete Kämmerer Popp den Rückgang der Gewerbesteuer und der Schlüsselzuweisungen in Kombination mit der steigenden Kreisumlage. „Wenn es so weitergeht, werden die freiwilligen Leistungen nicht mehr aufrechterhalten werden können”, stellte er fest.
Die größte Einnahme im Verwaltungshaushalt bildet die Einkommenssteuer mit rund 2,7 Millionen Euro, dies entspricht etwa dem Ansatz des Vorjahres. Die Gewerbesteuer setzt der Kämmerer vorsichtig mit 715.000 Euro an (Vorjahresergebnis: 1,1 Millionen Euro). Bei den Schlüsselzuweisungen erwartet er rund eine Million Euro, 2025 erhielt die Gemeinde noch 1,3 Millionen Euro.
Für eine starke Belastung sorgt erneut die Kreisumlage, für die Popp einen Ansatz von knapp 2,6 Millionen Euro vermerkt hat (Vorjahr: 2,2 Millionen Euro). Um Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungshaushalt ausgleichen zu können, ist es heuer sogar notwendig, knapp 528.000 Euro aus dem Vermögenshaushalt zuzuführen. Üblicherweise erfolgt eher eine Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt.
Die größte Investition im Vermögenshaushalt stellt der Breitbandausbau dar: Rund 2,4 Millionen Euro hat Kämmerer Popp dafür in den Haushalt eingestellt. Wie er gegenüber der FLZ erläuterte, waren die Mittel dafür eigentlich auf mehrere Haushaltsjahre verteilt. Da bislang aber keine Zahlung fällig wurde, schrieb er den Posten fort. Das schnelle Internet wird über die Bayerische Gigabitrichtlinie mit 90 Prozent gefördert – insofern muss die Gemeinde den größten Teil des Projekts nur vorfinanzieren.
Hohe Kosten verursacht die Kita „Bergzwerge” in der Bergstraße. Für das Projekt sind insgesamt 760.000 Euro eingestellt, davon 150.000 Euro an Planungskosten, 250.000 Euro für den Übergangsstandort und 360.000 Euro für den eigentlichen Umbau und die Erweiterung des Gebäudes. Die größeren Beträge werden erst in den folgenden Haushaltsjahren fällig. Popp rechnet hier für den Umbau noch einmal mit 3 Millionen Euro 2027 plus 2 Millionen Euro 2028. Auch in die Kita „Burgzwerge” in der Finkenstraße wird investiert: Es sind noch einmal 145.000 Euro für den Brandschutz eingeplant.
Etwa 500.000 Euro müssen laut Kämmerer für die Abwasserbeseitigung in die Hand genommen werden. Weitere 145.000 Euro fließen in die Sanierung des Rezatstegs. Vor rund einer Woche wurde dieser wiedereröffnet. In die Hangwasserableitung beim Gewerbegebiet an der A6 investiert die Gemeinde laut Haushaltsplan 250.000 Euro, um Schäden durch ein Starkregenereignis vorzubeugen.
Mit einer noch vorhandenen Kreditermächtigung aus dem Jahr 2024 sollen Kredite in Höhe von 902.000 Euro aufgenommen werden. Der Schuldenstand der Gemeinde betrug zum 31. Dezember 2025 noch 1,7 Millionen Euro, die Pro-Kopf-Verschuldung lag demnach bei 456 Euro. Zum Ende dieses Jahres wird er um rund 563.000 Euro auf etwa 2,3 Millionen Euro steigen, wie der Kämmerer prognostizierte. Dies entspricht dann einer Pro-Kopf-Verschuldung von 604 Euro.
Das Zahlenwerk war bereits im Haupt- und Finanzausschuss vorbesprochen worden, die Ausschussmitglieder hatten einstimmig empfohlen, es abzusegnen. Der Gemeinderat beschloss die Haushaltssatzung, den Stellenplan, den Finanzplan und das Investitionsprogramm für die Jahre 2027 bis 2029 ohne Gegenstimme.