Ist das nötig? Warum in Markt Erlbach ein Gehweg zweimal aufgerissen wird | FLZ.de

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Veröffentlicht am 16.04.2026 11:00

Ist das nötig? Warum in Markt Erlbach ein Gehweg zweimal aufgerissen wird

Man muss kein Fachmann sein, um zu sehen, dass der Gehweg am Pilsenmühler Weg in keinem guten Zustand ist. (Foto: Mirko Fryska)
Man muss kein Fachmann sein, um zu sehen, dass der Gehweg am Pilsenmühler Weg in keinem guten Zustand ist. (Foto: Mirko Fryska)
Man muss kein Fachmann sein, um zu sehen, dass der Gehweg am Pilsenmühler Weg in keinem guten Zustand ist. (Foto: Mirko Fryska)

Das Problem tritt immer mal wieder auf: Ein Gehweg oder eine Straße wird von einem Akteur für Bauarbeiten geöffnet, dann wieder mit einer Decke versehen, nur um kurz danach erneut aufgebuddelt zu werden. In Markt Erlbach führte das jetzt aber zu einer längeren Diskussion.

Effektiver, darüber sind sich Verwaltung und der Gemeinderat einig, wäre es anders. In einigen Bereichen Markt Erlbachs klappt das auch, im Pilsenmühler Weg dagegen fand man keine gemeinsame Lösung, was insbesondere Gemeinderat Klaus Adelhardt nicht einleuchten wollte.

Es geht um das Projekt, das im Haushalt dieses Jahres die größte Summe verschlingt, den Glasfaserausbau. Das Unternehmen, das im Auftrag der GlasfaserPlus das Kabel verlegt, ist bereits unterwegs und hat schon fünf Kilometer Kabel im Boden versenkt, hieß es in der Gemeinderatssitzung.

Im Vorfeld war bereits diskutiert worden, wie man Synergieeffekte nutzen kann, wenn ein Gehweg in einem schlechten Zustand ist. Bürgermeisterin Dr. Birgit Kreß: „Das ist nicht so trivial, wie man sich das vorstellt.”

Bei kleineren Schäden wurde man sich einig

Zum Teil waren die Verhandlungen trotzdem erfolgreich: So werden kleinere schadhafte Stellen von der Baufirma gleich mit erledigt – als Regiearbeiten und auf Kosten der Gemeinde. Wenn es sich um gepflasterte Stellen handelt, dann stellt der Markt auch das Pflaster, um Kosten zu sparen.

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Bei asphaltierten Gehwegen, die auf kompletter Länge erneuert werden müssen, fand man ebenfalls eine Einigung: Die Baufirma erneuert sie komplett, die GlasfaserPlus bezahlt den Anteil der Kosten, die über dem Grabenbereich anfallen. Das gilt zum Beispiel für die Straße Am Wasserturm und für die Simon-Frühwald-Straße. Die Verwaltung rechnet an einem Beispiel vor: Der Gehweg „Am Wasserturm” hat eine Breite von 1,20 Metern, die Grabenbreite der GlasfaserPlus beträgt 60 Zentimeter. Das heißt: Für die Sanierung des Gehwegs teilen sich der Markt und die Gemeinde die Kosten.

Aufreißen, wieder verschließen und dann wieder aufreißen

Es bleiben gepflasterte Wege, die über weite Strecken schadhaft sind, vor allem große Teile des Pilsenmühler Wegs. Der Gehweg dort ist breiter, sodass die Beteiligung der Telekom an den Kosten dementsprechend geringer wäre. Dort macht nun die GlasfaserPlus ihr Ding, schließt den Graben über der Kabeltrasse wieder und in den kommenden Jahren schreibt der Markt die Sanierung des Wegs aus. Daran entzündete sich die Kritik.

Grundsätzlich stimme er dem Vorgehen zu, begann Adelhardt. „Aber wir können nicht die Wege, welche die GlasfaserPlus gerade erst gemacht hat, wieder aufreißen. Da müssen wir uns wehren.” Auf die Gegenfrage des Bauamtsleiters Michael Schlag – „wie?” – entgegnete der CSU-Rat: „Keine Ahnung. Lass dir etwas einfallen!”

Es ist eine Frage des Geldes

Matthias Kilian, selbst geschäftsführender Beamter in Hagenbüchach und Wilhelmsdorf, erläuterte, dass in diesen Gemeinden die Baufirma den ganzen Weg gemacht habe. Aspaltierte Wege seien jetzt sogar gepflastert. „Im Endeffekt sind die Kosten geringer als wenn wir's selbst gemacht hätten. Wollen sie grundsätzlich nicht oder ist das eine Preisfrage?”, hakte er in Bezug auf die Baufirma in Markt Erlbach nach. Es gehe um den Preis, erhielt er zur Antwort. Weil der, den die GlasfaserPlus der Baufirma zahlt, dem Markt recht hoch erscheint, hatte man in einer ersten Verhandlungsrunde ausgelotet, ob es möglich ist, Gehwegabschnitte mit anderen Tiefbaufirmen zu erneuern und die Grabenbreite für das Kabel der GlasfaserPlus in Rechnung zu stellen. Dazu waren aber weder GlasfaserPlus noch Baufirma bereit.

Im Pilsenmühler Weg gebe es keinen Unterbau, die Bordsteine seien auch zu machen, gab Michael Schlag zu Bedenken. Helmut Huthöfer erinnerte an die Geschichte des Wegs: Der war damals von den Anliegern in Hand- und Spanndiensten selbst errichtet worden. „Das wird jetzt zum Bumerang.”

Kreß schlug vor, für den Pilsenmühler Weg ein Angebot einzuholen, damit er doch gleich nach der Verlegung des Kabels auf ganzer Breite saniert wird. Doch Schlag entgegnete: „Bis ihr beschlossen habt, sind die im Pilsenmühler Weg fertig.” GlasfaserPlus verlegt das Kabel zum Teil eigenwirtschaftlich. Daraufhin entzündete sich ein kleiner Schlagabtausch, wann die Verwaltung von den Plänen der GlasfaserPlus wusste und ob man nicht schon früher hätte tätig werden können. Zwar war der eigenwirtschaftliche Ausbau angekündigt worden, aber ob ein konkretes Datum oder ein konkreter Baustellenplan erfragt oder bekannt wurden, blieb offen.

Protestfahrt nach Berlin?

Adelhardt gab sich kämpferisch: „Sonst müssen wir halt mal nach München oder nach Berlin fahren.” Er finde es „eh nicht in Ordnung, dass die gerade jetzt kommen, wo die Verkehrssituation wegen der Baustelle in der Ansbacher/Windsheimer Straße sowieso schon schwierig ist.”

Der geschäftsführende Beamte Sebastian Gaukler hakte ein: „Es ist ja nicht der Auftrag der Baufirma, unsere Gehwege zu sanieren, sondern Glasfaser zu legen.” Gemeinderätin Christina Nüssel schloss die Diskussion ab: „Ich finde es schon unglücklich, dass man nicht mehr Hand in Hand arbeiten kann, auch wenn wir das heute nicht ändern können.” Letztlich blieb es beim Beschluss, den Pilsenmühler Weg in den kommenden Jahren abschnittsweise zu sanieren.


Ulli Ganter
Ulli Ganter
Redakteurin
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