Einen Erfolg in allerletzter Sekunde der regulären Spielzeit feierten die Fußballerinnen des SV Weinberg und untermauerten den zweiten Tabellenplatz in der Regionalliga. Durch das 2:1 (1:1) im Derby gegen Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth rückte der SVW bis auf einen Punkt an den Tabellenführer heran.
Die Vorzeichen in personeller Hinsicht vor dem prestigeträchtigen Derby standen für den SVW nicht schlecht. Zwar musste Trainerin Julia Brückner weiterhin auf Nadine Hilkert verzichten und konnte auch nicht auf Anne Wagner zurückgreifen, aber dafür meldeten sich mit Anna Hofrichter und Anna Horwath wieder zwei Schlüsselspielerinnen einsatzbereit zurück.
Von Beginn an zeigten beide Mannschaften den 210 Zuschauern ein abwechslungsreiches Spiel, bei dem der Kampf und nicht die Technik im Vordergrund stand. Beiden Spitzenmannschaften unterliefen einige sogenannte „Stockfehler”, die eigentlich ins Repertoire einer Drittligamannschaft gehören sollten.
Besser in die Partie fanden die Gäste, die als amtierender Bayerischer Pokalsieger und Aufsteiger einen hervorragenden Mittelfeldplatz belegen. Man merkte dem Kleeblatt an, dass man nach dem Pokalerfolg gegen den SVW sowie dem Vorrundenunentschieden keinen Respekt vor dem Zweitligaabsteiger hatte. Mit der ehemaligen Zweitligamannschaft hat allerdings die derzeitige Truppe des SVW nicht mehr viel zu tun.
Diesen Substanzverlust merkte man vor allem in der Anfangsphase, als die Gäste schon in der 10. Minute durch einen Kopfball ihrer Torjägerin Luisa Wölfel in Führung gingen. Wölfel stand bei ihrem Treffer sieben Meter vor dem Tor völlig ungedeckt, da sich der SVW im Vorwärtsgang befand. Allerdings unterlief dabei ein kapitaler Abspielfehler und aus der folgenden Flanke resultierte das Tor der Gäste.
Nach dem Rückstand fand der SVW langsam wieder in die Spur und initiierte seinerseits einige Angriffe. Aber es fehlte einerseits das Glück und andererseits der letzte Punch, um dem Offensivvorhaben Erfolg zu verleihen. Dieser stellte sich in der 35. Minute, als sich Kapitänin Anna Hofrichter auf der rechten Seite energisch durchsetzte und ihre Hereingabe mit Lea Würth eine dankbare Abnehmerin fand. Diesen Schwung nahm der SVW bis zum Halbzeitpfiff der gut leitenden Schiedsrichterin Hannah Rapp (TSV Heimerdingen) mit, scheiterte aber an der mangelnden Konsequenz beim Abschluss.
In den zweiten 45 Minuten konnte sich keine Mannschaft eine optische Überlegenheit erspielen. Die beiden Teams begegneten sich zum größten Teil auf Augenhöhe mit den besseren Möglichkeiten für die Gäste, die zielstrebiger wirkten in der gegnerischen Hälfte und bei einem Pfostenschuss noch Pech hatten. Und als alle mit einer Punkteteilung rechneten, schlug das Weinberger Sturmduo in der 90. Minute zu. Lea Würth schlug eine Flanke in den Strafraum, Anna Hofrichter kam vor ihrer Gegenspielerin an den Ball und köpfte diesen aus sechs Metern über Gästetorfrau Lisa Bayer zum Siegtreffer ins Netz. Ein sehr glücklicher Dreier für den SVW!
SV Weinberg: Glaser, K. Wiesinger (50. Reinsch), A. Grimm, Horwath, Bohn, M. Grimm, Hofmann, E. Wiesinger, Keßler (93. Bittner), Würth (92. Lüttge), Hofrichter.