Im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim gab es im vorigen Jahr 2567 Straftaten | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 01.04.2026 11:32

Im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim gab es im vorigen Jahr 2567 Straftaten

Kriminaldirektorin Cora Miguletz (Zweite von rechts) übergab die Kriminalstatistik 2025 an Landrat Christian von Dobschütz. Außerdem auf dem Foto: Franziska Zeilinger-Latka, die Leiterin der Abteilung öffentliche Sicherheit und Ordnung, der Leiter der Neustädter Polizeiinspektion Carsten Keller (rechts) und sein Kollege aus Bad Windsheim, stellvertretender Inspektionsleiter Timo Wittik (links). (Foto: Anita Dlugoß)
Kriminaldirektorin Cora Miguletz (Zweite von rechts) übergab die Kriminalstatistik 2025 an Landrat Christian von Dobschütz. Außerdem auf dem Foto: Franziska Zeilinger-Latka, die Leiterin der Abteilung öffentliche Sicherheit und Ordnung, der Leiter der Neustädter Polizeiinspektion Carsten Keller (rechts) und sein Kollege aus Bad Windsheim, stellvertretender Inspektionsleiter Timo Wittik (links). (Foto: Anita Dlugoß)
Kriminaldirektorin Cora Miguletz (Zweite von rechts) übergab die Kriminalstatistik 2025 an Landrat Christian von Dobschütz. Außerdem auf dem Foto: Franziska Zeilinger-Latka, die Leiterin der Abteilung öffentliche Sicherheit und Ordnung, der Leiter der Neustädter Polizeiinspektion Carsten Keller (rechts) und sein Kollege aus Bad Windsheim, stellvertretender Inspektionsleiter Timo Wittik (links). (Foto: Anita Dlugoß)

Die gute Nachricht vorneweg: Es hat im Jahr 2025 keinen Mord im Landkreis Neustadt/Aisch Bad Windsheim gegeben. Insgesamt wurden aber 2567 Straftaten und damit 49 weniger als im Vorjahr von der Polizei erfasst. Die Kriminalstatistik stellte Cora Miguletz, Kriminaldirektorin der Ansbacher Inspektion, im Landratsamt vor.

Wie Miguletz vor dem Inspektionsleiter aus Neustadt, dem Vize aus Bad Windsheim sowie einer Reihe leitender Mitarbeitender aus Jugendamt, Ausländer- und Gesundheitsamt und Kreisangelegenheiten hervorhob, erfasst die aktuelle Statistik alle abgeschlossenen Fälle. Demnach wurden 714 Personen Opfer einer Straftat, davon waren 384 männlich und 330 weiblich.

Deshalb weist die Statistik noch einen Fall aus dem Juni 2024 auf, als ein Mann in Neustadt bei einem Beziehungsstreit mit einem Messer in Richtung des Kopfes seines Bekannten stach und ihn dabei verletzte. Da diese Tat auch zum Tod hätte führen können, wurde wegen versuchten Totschlags ermittelt. Die Staatsanwaltschaft begann 2025 in einem weiteren Fall wegen fahrlässiger Tötung nach ungeklärter Todesursache zu ermitteln, was aber noch nicht Eingang in die Statistik fand, weil die Ermittlungen noch laufen. Schwere Fälle stellen die Ausnahme dar. „Insgesamt lässt es sich im Landkreis gut leben”, stellte die Kriminaldirektorin fest.

Zahl der Sexualdelikte ließ aufhorchen

Die Zahl 127 bei den Sexualdelikten ließ dagegen bei der Vorstellung der Polizeistatistik aufhorchen (plus sechs Fälle gegenüber dem Vorjahr). „Der Anstieg ist im Wesentlichen auf den Bereich Kinderpornografie zurückzuführen”, so Miguletz. 50 Straftaten weist die Statistik 2025 unter dem Begriff „Missbrauchsdarstellung sexueller Gewalt an Kindern” aus (acht mehr als im Vorjahr). Diese Zahl umfasst nach den Worten der Kriminaldirektorin im Wesentlichen die Verbreitung kinderpornografischer Schriften.

Wie der Neustädter Inspektionsleiter Carsten Keller gegenüber unserer Zeitung erklärte, sei der Anstieg auch darauf zurückzuführen, dass die Kinderschutzorganisation „National Center for Missing and Exploited Children”, kurz NCMEC, im Darknet verstärkt Fälle der Kinderpornografie aufspürt und meldet.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Rohheitsdelikte werden mit 516 beziffert. Den Großteil machte der Bereich „Körperverletzung” aus. Diese Fälle konnten zu rund 93 Prozent aufgeklärt werden. Auch 66 Betrugsfälle gab es. 13 Mal wurde zudem in Wohnungen eingebrochen und 126 Mal in einem Laden etwas gestohlen. Raubdelikte gingen von 14 auf acht zurück. Eine Zahl sticht dabei ins Auge: Zehn Krafträder wurden gestohlen, doppelt so viele wie im Jahr zuvor.

Die Straßenkriminalität ist weiterhin gesunken, und zwar von 446 auf 429. Dagegen stiegen die Zahlen bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten leicht. Erfasst wurden 409 Fälle. Im Bereich „Computerkriminalität” waren 29 Fälle bekannt geworden.

Rückläufig ist die Tendenz bei den Rauschgift-Straftaten mit insgesamt 64 Fällen. Wie Carsten Keller sagte, schlagen solche Fälle hauptsächlich im Straßenverkehr durch. Besorgniserregend, so heißt es in der Statistik, sei, dass auf dem Betäubungsmittelmarkt im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim die Potenz verschiedenster Substanzen steigt – und das bei hoher Verfügbarkeit. Trotzdem sei kein Rauschgifttoter zu beklagen.

Auch politisch motivierte Kriminalität hielt in die Statistik Einzug, insgesamt 72 Straftaten, 29 mehr als im Vorjahr. Linksmotivierte Sachbeschädigungen in Uehlfeld waren darunter die größte Gruppe. Die Anzahl der Reichsbürger im Landkreis ist indes im Jahr 2025 von 49 auf 36 Personen zurückgegangen.

Von den 2567 Fällen konnten 1755 Fälle geklärt werden. Dies entspricht einer Quote von 68 Prozent – ein leichter Rückgang um drei Prozent. Wie bereits in den Vorjahren werden die Fallzahlen auch von der Flüchtlings- und Zuwanderungssituation beeinflusst. Allein 29 Verstöße weist die Statistik gegen das Aufenthaltsgesetz aus.

Rund dreimal so viele tatverdächtige Männer als Frauen

Ein Blick auf die Geschlechts- und Altersstruktur ist ebenfalls interessant: Im Jahr 2025 wurden 1401 Tatverdächtige ermittelt. Davon waren 1081 männlich und 320 weiblich. Rund ein Fünftel davon (19 Prozent) ist unter 21 Jahre alt, gegenüber 2024 ist der Anteil dieser Altersgruppe leicht gesunken, so Miguletz, was positiv bewertet wurde.

Die Anzahl der nicht-deutschen Tatverdächtigen blieb mit 476 (gegenüber 474 im Jahr zuvor) nahezu unverändert. Von den 476 sind 167 Zuwanderer. Dies wird bei der Polizei wie folgt definiert: „Nicht-deutsche Tatverdächtige sind Personen mit ausländischer oder ungeklärter Staatsangehörigkeit sowie Staatenlose.” Als Zuwanderer oder Zuwanderinnen werden die nicht-deutschen tatverdächtigen Personen mit folgenden Aufenthaltsgründen bezeichnet: unerlaubter Aufenthalt, Asylbewerber, Bürgerkriegsflüchtlinge, Duldung, Schutzberechtigte und Asylberechtigte.

north