ILE-Region Rothenburg: Endspurt in der Bürgerbus-Planung | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt

ILE-Region Rothenburg: Endspurt in der Bürgerbus-Planung

So ähnlich könnte auch das Fahrzeug für die ILE-Region ausschauen. Der Bürgerbus der NorA-Gemeinden, der auf dem Bild zu sehen ist, fährt voll elektrisch. (Foto: Andrea Walke)
So ähnlich könnte auch das Fahrzeug für die ILE-Region ausschauen. Der Bürgerbus der NorA-Gemeinden, der auf dem Bild zu sehen ist, fährt voll elektrisch. (Foto: Andrea Walke)
So ähnlich könnte auch das Fahrzeug für die ILE-Region ausschauen. Der Bürgerbus der NorA-Gemeinden, der auf dem Bild zu sehen ist, fährt voll elektrisch. (Foto: Andrea Walke)

Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs, kleine Teilorte stärker an die Hauptorte anbinden: Das ist die Intention hinter den Bürgerbussen der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) für den Raum Rothenburg. Die Planungen befinden sich im Endspurt, Fahrer werden gesucht. Anfang 2025 soll es losgehen.

„Der Wunsch besteht schon seit zehn Jahren“, sagt Wilhelm Kieslinger, Colmberger Bürgermeister und Vorsitzender der ILE-Region Rothenburg. Vor rund einem Jahr sei der Entschluss gefasst worden, das Projekt Bürgerbusse in Angriff zu nehmen. Ähnlich wie das Konzept „Anruf-Sammel-Taxi“ nur auf ehrenamtlicher Basis sollen zukünftig Busse von A nach B fahren, erzählt Hannes Bürckmann, Umsetzungsbegleiter von der Firma Neuland Plus.

Bessere Anbindung an die Hauptorte

„Von Haustür zu Haustür.“ Gedacht seien diese zum Beispiel für Arzttermine, Physiotherapie, die Fahrt zum Einkaufsladen und vieles mehr. Vor allem aber für hilfsbedürftige Personen, die nicht selbst Auto fahren dürfen beziehungsweise können, so Bürckmann.

Kleine Orte sollen so mit „Hauptorten“ – wie Rothenburg oder Schillingsfürst – besser vernetzt werden. Verwendet würden die Fahrzeuge weder als Schulbus noch als „Jobshuttle“, betont er. „Es wird kein Disco-Bus werden“, fügt Kieslinger dem hinzu. Die ILE-Region besteht aus elf Kommunen. Formeller Träger des Projektes wird die Verwaltungsgemeinschaft (VG) Rothenburg sein. Verteilt werden die Kosten „50 Prozent auf Fläche, 50 Prozent auf Einwohner“, so Bürckmann. 60 Prozent der förderfähigen Kosten würden über die Leader-Förderung beantragt.

E-Mobilität oder Verbrenner?

„Ein Bus wird bei der Größenordnung nicht ausreichen“, so Kieslinger. Geplant sei deshalb die Anschaffung von zwei Gefährten. „Ein Fahrzeug wird sicherlich ein Neunsitzer sein“, sagt Bürckmann. Das zweite soll etwas kleiner und ressourcenschonender werden. Einige Modelle seien derzeit bereits in Aussicht. „Damit man möglichst bequem ein- und aussteigen kann“, ist eine Schiebetür Voraussetzung, so der Umsetzungsbegleiter.

Das könnte Sie auch interessieren
Mitteilung statt Beschluss: Keine Abstimmung über Bauantrag für Roßmühlen-ProjektFehler beseitigen: Die Sanierung des Kita-Dachs beschäftigt Wieseths GemeinderatFestakt zur Einweihung des sanierten Stadions in LeutershausenHaushaltsplan 2026: Gemeinde Windelsbach stellt Weichen für die ZukunftNeue Nutzung für den Schlosskomplex in Unterschwaningen?Oswald Czech läutet den Ruhestand ein: Was hat Schopflochs Bürgermeister bewirkt?Dank Spenden und Zuschüssen: Sportverein Sinbronn kann Bau von Stockbahnen angehenEin Millionenprojekt: Die Bad Windsheimer Pastoriusschule bekommt einen NeubauDie prachtvollen Farbfenster der St.-Jakobskirche in Rothenburg sind dokumentiertDrei Baustellen an einem Ort: Straße zwischen Herrieden und Rauenzell gesperrtStadtrat Herrieden beschließt den Haushalt: „Die Party ist vorbei”Haushalt in Wassertrüdingen: Bauamtsumbau aufgeschoben, Investitionen umverteiltMarstall in Unterschwaningen: Die Gemeinde könnte von Modellvorhaben profitierenFördermittel fließen: Gollhofen will die Alte Ziegelei mit neuem Leben füllenScheinfeld und Wilhermsdorf müssen warten: Verzögerung bei der Sportmilliarde

In Zeiten der Elektromobilität wurde auch in diesem Projekt über die Option eines E-Autos nachgedacht, erzählt er. Dies sei vorstellbar, soweit sich ein passendes Modell mit der entsprechenden Reichweite – und akzeptablem Preis – finden lässt, sagt Bürckmann. Dem schließt sich Oberbürgermeister Dr. Markus Naser an: Man müsse mit dem Fahrzeug problemlos über den Tag kommen. Jedoch: „Es wird vermutlich auf einen Verbrenner hinauslaufen“, merkt Bürgermeister Kieslinger an. Oftmals seien die Entfernungen zwischen den jeweiligen Ortschaften zu groß und die Zeit zum Aufladen zu knapp, bedauert der Umsetzungsbegleiter. Die Fahrzeuge würden im Sommer bestellt.

Voraussichtlich 2025 startklar

„Wenn alles gut läuft, könnten wir Anfang nächsten Jahres starten.“ Voraussetzung hierfür ist aber auch, dass ausreichend ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer gefunden werden. Gesucht werden „rüstige Senioren“, Studenten, Personen, die sich in Elternzeit oder Teilzeit befinden. Generell: „Wer Lust und Zeit hat“. Und die Anzahl? „Je mehr, umso besser“, äußert sich Oberbürgermeister Naser hierzu auf Anfrage der Redaktion. Zusätzlich würden Personen benötigt, die den Telefondienst, die Koordination oder den Service der Fahrzeuge übernehmen. Weitere Informationen können online eingesehen werden unter regionrothenburg.de/buergerbus.

Kieslinger plagen diesbezüglich Sorgen: Ehrenamtliches Engagement sei nach seinem Empfinden nicht mehr so verstärkt gegeben. „Noch bin ich guten Mutes“, sagt Bürckmann im Gegensatz zu seinem Gegenüber. „Wir haben circa ein Dutzend Systeme angeschaut“, merkt er an. Hoffnung schaffen würde bei ihm die Feststellung, dass es in anderen Kommunen ebenfalls funktioniere. Dabei nannte er als Beispiele die der Kommunalen Allianz des nördlichen Landkreises Ansbach (NorA) oder der Stadt Dinkelsbühl.


Da, wo es Lücken gibt, wollen wir ergänzen.

Hannes Bürckmann

Der gesellschaftliche Wandel bringt „ganz normale Veränderungen“. Demnach sei es laut Bürckmann immer seltener der Fall, seinen Mitmenschen mit beispielsweise einer Fahrt zum Arzt zu helfen. In einigen der umliegenden Gemeinden würde „das soziale Miteinander noch gut funktionieren“, betont er. „Da, wo es funktioniert, wollen wir nichts kaputt machen. Da, wo es Lücken gibt, wollen wir ergänzen.“


Luca Paul
Luca Paul
Redakteurin in der Lokalredaktion Ansbach
north